Ein ausgefallener, fast schon überdimensionaler Futterplatz für die Vögel des Waldes. Hierauf hat Johannes Fockenberg ein besonderes Augenmerk. © Maria Dehling
Natur-Idyll

Ein Garten der Freude – Natur- und Gartenkunst im Töfflinger Wald

Ein fast verwunschener Ort liegt unweit der Bottroper Straße und mitten in der Hohen Heide: Die Natur und kleine Kunstwerke lassen Zeit zum Erholen. Und bei Hitze ein Ort zum Abkühlen.

Die Töfflinger Straße ist vielen Radfahrern, Hundeausführern und Spaziergängern in Kirchhellen bekannt. Sie zweigt in der Hohen Heide von der Forststraße ab und liegt direkt hinter dem „Garten Fockenberg“.

Im Jahr 1990 kaufte Hans Fockenberg, Besitzer des Gartencenters, einen Pappelwald hinter seinem Grundstück. 170 Pappeln standen damals hier. Das hatte zu der Zeit auch seine Bedeutung. Aus Pappeln fertigte man damals Holzschuhe für den täglichen Bedarf. Das Holz ist sehr weich, es ist mit dem Finger einzudrücken. Stundenlang konnte man daher in den Holzpantinen auf den Beinen sein.

Erste Ideen gingen in Richtung Baumschule

Doch Holzschuhe als tägliches Schuhwerk hatten damals ausgedient und der Wald stand so ohne großen Nutzen. Erst sollte es eine Baumschule werden, doch dann wurde es etwas ganz anderes: „Ein Garten der Freude – Natur- und Gartenkunst im Töfflinger Wald“.

Sonnenuntergang am kleinen Weiher – ein Lieblingsplatz von Johannes Fockenberg.
Sonnenuntergang am kleinen Weiher – ein Lieblingsplatz von Johannes Fockenberg. © Maria Dehling © Maria Dehling

Hans Fockenberg zeigt auf das aktuelle Kalenderblatt, darauf steht: „Ich verstehe nicht, wie man an einem Baum vorübergehen kann, ohne glücklich zu sein“, ein Zitat von Fjodor M. Dostojewski aus seinem Roman „Der Idiot“. „Das ist auch mein Herzensanliegen, dass sich junge und ältere Menschen hier wohlfühlen. Ohne Druck und Zwang die Natur genießen, sich frei in der Natur bewegen können.“

Gruppe junger Leute trifft sich regelmäßig

Er erzählt von einer Gruppe junger Leute, die er immer mal wieder in der kleinen Sitzecke trifft. „Sie sitzen stundenlang hier. Für eventuelle Papierreste habe ich einen großen Holzpapierkorb mit Deckel aufgestellt – und der wird auch genutzt. Hier liegt nichts rum.“

Sitzprobe gefällig? Eine ungewöhnlich große Steinbank vom Bildhauer Guido Hoffmann weckt Neugierde.
Sitzprobe gefällig? Eine ungewöhnlich große Steinbank vom Bildhauer Guido Hoffmann weckt Neugierde. © Maria Dehling © Maria Dehling

Im Jahr 2005 pflanzte der heute 85-Jährige die ersten Bäume. Ein kanadischer Spitzahorn sollte unbedingt dabei sein, hatte er ihn selbst vor vielen Jahren bei einem mehrwöchigen Aufenthalt in Kanada kennen- und lieben gelernt. Der Baum wird 25 bis 30 Meter hoch und zeigt im Herbst ein mächtiges Farbspektrum. Nach Vorbild des Blattes wurde die kanadische Flagge gestaltet. Solche Zusatzinformation erhält der Besucher für viele Bäume über kleine angebrachte Schilder, die der Gartenfreund gemeinsam mit dem Garten- und Landschaftsarchitekten Dirk Blanik erstellt hat.

Kleine Hinweisschilder geben großen und kleinen Besuchern Infos zu Bäumen und Sträuchern.
Kleine Hinweisschilder geben großen und kleinen Besuchern Infos zu Bäumen und Sträuchern. © Maria Dehling © Maria Dehling

Durch die integrierte Skulpturensammlung von Nachbar und Bildhauer Guido Hoffmann erhält das Kleinod nochmals eine besondere Aufwertung. Als zweiter Vorsitzender im Künsterbund Bottrop hat er sein Atelier und die Werkstatt direkt an der Bottroper Straße, auf dem Nachbargrundstück von Fockenberg. Seine Werke integrieren sich wie von selbst in die kleine Waldlandschaft. Auf dem kleinen Rundgang findet der Besucher mal eine aus Stein gewerkelte übergroße Bank oder einen kleinen Bären zwischen Rhododendrongewächsen – viele Werke, die bereits auch in anderen Ausstellungen gezeigt wurden.

Hans Fockenberg hat vor zwei Jahren eine Stiftung gegründet. „Für mich ist es wichtig, dass es weitergeht. Ich habe noch so viel vor, so sollen zum Beispiel die Infotafeln umgestaltet werden. Ich freue mich über jede Unterstützung.“

Töfflinger Straße: Der Name hat seinen Grund

Paul Töfflinger war hier königlich-preußischer Revierförster und befand sich im Dienst des Industriellen Thyssen. 1914 wurde er bei seiner Arbeit von einem Wilderer erschossen. Das Forsthaus stand in Grafenwald, später Bodemann. Auf Veranlassung des Heimatvereins wurde der Weg in Töfflinger Straße umbenannt.

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