Guido Privsek steht seit ein paar Wochen mit seinem Foodtruck am Rewe-Markt in Kirchhellen. Davor hat er schon viele Jobs gehabt. © privat
Foodtruck

Erst bekochte er Stars, jetzt steht er im Foodtruck vor dem Supermarkt

Seit März steht Guido Privsek mit seinem Foodtruck in Kirchhellen. Der Standort ist für ihn ein Volltreffer. Während er jetzt Kirchhellener bekocht, kochte er früher für Stars und Sternchen.

Bankkaufmann, Feinkostladenbetreiber, Caterer, Koch für Filmteams und Stars, Foodtruck-Besitzer – Guido Privsek hat schon viele Jobs gehabt. Seit wenigen Wochen steht er samstags mit seinem Foodtruck am Rewe-Markt an der Rentforter Straße in Kirchhellen. Dort läuft es für ihn mehr als zufriedenstellend.

„Kirchhellen ist für uns ein Volltreffer. Die Leute rennen uns die Bude ein“, erzählt Privsek. Seit März steht er jeden Samstag von 12 bis 18 Uhr auf dem Rewe-Parkplatz und verkauft dort Burger und Poutinen – eine kanadische Fast-Food-Spezialität. Die ursprüngliche Variante beinhaltet Pommes, Käse und Bratensoße.

Der 52-Jährige aus Oberhausen bietet sie unter anderem auch mit Coleslaw, Steaksauce und Pulled Chicken oder mit Sour Cream, Korea-Spezialsauce, Gurke und geröstetem Sesam an. Es gibt sie ab 5,50. Der günstigste Burger („Der Purist“) startet mit 6,50 Euro, während man für den BBQ-Burger 9 Euro auf den Tisch legen muss. Auch einen Veggie-Burger mit Linsen-Quinoa-Patty hat er im Angebot. Wer keine Lust hat, lange auf sein Essen zu warten, der kann unter Tel. (0151) 50937884 entweder telefonisch oder per WhatsApp vorbestellen.

Die Poutinen gibt es am CIA-Foodtruck in verschiedenen Varianten. © privat © privat

„Ich mache alles selber. Bei mir kommt kein Convenience auf den Teller“, sagt Guido Privsek. An seinem Vorbereitungstag – dem Mittwoch – kocht er beispielsweise alle Soßen selbst. Die Burger-Buns fertigt ein Bäcker nach seinem Rezept, das Hackfleisch für seine Burger bekommt er jeden Morgen frisch von einer 100 Jahre alten Traditionsmetzgerei aus Oberhausen-Sterkrade geliefert.

Eigentlich wollte Privsek schon immer kochen. Als 14-Jähriger arbeitete er sich durch Kochbücher, probierte Rezepte aus, brachte sich das Kochen selbst bei. Trotzdem landete er beruflich in einer Bank und nicht in der Küche. „Meine Mutter hat halt in einer Bank gearbeitet und so lag das nahe. Aber ich habe es gehasst und wollte eigentlich nur kochen“, erinnert sich der 52-Jährige.

Nach ein paar Jahren kündigte er den Job, nahm einen Kredit auf und eröffnete 1998 einen Feinkostladen mit italienischer Antipasti sowie Wein in Oberhausen. Schnell kam das Catering hinzu. Eine Zeit lang war er der Haus- und Hof-Caterer für alle Veranstaltungen von Radio NRW. Daneben bestellten viele Firmen ihre Weinpräsente bei ihm. Dann kam die Wirtschaftskrise 2003. Viele Firmen gingen pleite – ein großer Markt brach für den Oberhausener ein. 2004 musste er seinen Laden schließen.

Als ein Bekannter, der Filmteams beim Dreh mit Essen versorgte, eine Vertretung suchte, ergriff Guido Privsek die Chance und stieg ein. Zehn Jahre blieb er in der Filmbranche – bekochte Stars wie Campino, Jan Josef Liefers oder die Bloodhound Gang. „Alle waren begeistert und schrieben mir nette Zeilen in mein Gästebuch. Nur bei Starkoch Jamie Oliver ging mir der Arsch auf Grundeis, aber der war ganz entspannt“, erzählt der Oberhausener.

Krankheit der Mutter änderte alles für den Oberhausener

Die Zeit ist ihm als sehr spannend, aber auch sehr anstrengend in Erinnerung geblieben. Schließlich reiste er teilweise durch ganz Europa. Doch als seine Mutter krank wurde, ging das plötzlich nicht mehr. „Sie ist dement und ich wollte einfach vor Ort sein“, so Privsek. Er fuhr seine Geschäfte komplett herunter und startete mit einem Foodtruck wieder bei Null.

„Ich wollte einen richtigen, echten, original amerikanischen Truck. Den habe ich mir dann auch für 100.000 Euro gekauft und von einem örtlichen Schlosser umbauen lassen“, erzählt Privsek. 2016 stand er mit seinem Pulled-Chicken-Burger auf seinem ersten Streetfood-Festival in Oberhausen. Dort war er so erfolgreich, dass er sich entschied, nur noch in diesem Bereich tätig zu sein.

Am Kirchhellener Rewe-Markt macht seit ein paar Wochen jeden Samstag ein Foodtruck Station.
Am Kirchhellener Rewe-Markt macht seit ein paar Wochen jeden Samstag ein Foodtruck Station. Über seinen neuen Standort sagt Betreiber Guido Privsek: „Das läuft Bombe!“ © Michael Klein © Michael Klein

Als er auf einem Streetfood-Festival in Dorsten nach Pommes mit Bratensoße gefragt wurde, stieß er auf die kanadischen Poutinen und nahm sie in seine Speisekarte auf. Vor der Corona-Pandemie stand der Oberhausener nicht nur auf Streetfood-Festivals, sondern auch auf allen Düsseldorfer Messen. Zudem ist er mit seinen Gerichten auch als Caterer unterwegs.

Eigentlich wollte 52-Jähriger nie Straßenverkauf machen

Durch die Pandemie gibt es aktuell keine Messen und auch kaum Catering-Aufträge. Also setzt der 52-Jährige momentan auf den Straßenverkauf, den er eigentlich nie machen wollte. „Letztes Jahr stand ich vor einer Firma in Oberhausen, aber das reicht mir nicht. Jetzt suche ich Supermärkte, vor denen ich meinen Truck stellen darf“, so Guido Privsek.

In Kirchhellen läuft es für ihn so gut, dass er sich vorstellen kann, noch an einem zweiten Standort an einem anderen Tag zu stehen. Noch ist er da jedoch auf der Suche. Auch in Dorsten würde Privsek seinen CIA-Foodtruck gerne einmal parken, doch auch hier sucht er noch einen geeigneten Standort.

Er ist sich sicher, dass er auch nach Corona den Straßenverkauf noch weiter betreiben wird. „Dafür macht es mir zu viel Spaß und es kommt auch finanziell gut was bei rum“, sagt er. Mehr Informationen sowie die Speisekarte gibt es unter www.cia-foodtruck.de bzw. bei Facebook unter www.facebook.com/CIA.Foodtruck.

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Ich bin gebürtige Dorstenerin, lebe und arbeite hier. Dorsten und vor allem die Menschen der Stadt liegen mir sehr am Herzen. Wichtig sind mir jedoch auch die Kirchhellener. Seit mehreren Jahren darf ich über den kleinen Ort berichten und fühle mich daher sehr mit dem Dorf verbunden. Menschen und ihre Geschichten, Bildung und Erziehung – das sind Themen, die mir wichtig sind. Und das liegt nicht nur daran, dass ich zweifache Mutter bin.
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