Feuerwache Kirchhellen: Nabu fordert Sanierung statt Neubau

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Der Nabu Bottrop übt in seiner Stellungnahme scharfe Kritik an den Plänen der Politik für den Bau der neuen Kirchhellener Feuerwache. Dabei geht es ihnen nicht nur um den Kiebitzschutz.

Kirchhellen

, 25.07.2020, 09:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Debatte um den neuen Standort der Kirchhellener Feuerwache an der Rentforter Straße/In der Koppel kommt nicht zur Ruhe. Jetzt hat der Nabu Bottrop auf Bitten der Stadt seine Stellungnahme verfasst und lässt kein gutes Haar an den Plänen der Politik.

Erneut führen die Naturschützer dabei die teilweise dort brütenden, stark vor dem Aussterben bedrohten, Kiebitze ins Feld. „In Kirchhellen gibt es rund 30 Paare, die immer wieder am möglichen neuen Standort der Wache brüten“, erklärt Stefan Voßschmidt vom Nabu Bottrop. Da die Landwirte nicht in jedem Jahr das gleiche anbauen könnten, würden die Kiebitze nicht in jedem Jahr dort brüten. Aktuell würde in diesem Gebiet beispielsweise Roggen angebaut, mit dem die Kiebitze nichts anfangen könnten.

Nabu hat Angst, dass Kiebitze aus Kirchhellen verschwinden

Zwar seien die relativ standorttreuen Tiere in geringem Maß flexibel und würden auch mal auf eine Fläche in der Nähe ausweichen, „wenn sie jedoch über mehrere Jahre in Folge keinen Ort zum Brüten in Kirchhellen finden, werden sie aus dem Ort verschwinden“, so Voßschmidt.

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Neben dem Schutz der Kiebitze führt der Nabu aber auch den generellen Naturschutz an und bezieht sich dabei auf die Klimaanalyse des RVR. Diese weist den Bereich Rentforter Straße/In der Koppel als „Freilandklima“ aus. „Laut (...) RVR sollte eine Bebauung dieser Fläche vermieden, der klimatisch wertvolle Raum erhalten und die Ausgleichszone erhalten werden“, erklärt Stefan Voßschmidt. Vor diesem Hintergrund sei es unverständlich, dass der Rat mit einem Mehrheitsbeschluss die erforderlichen Planungen eingeleitet habe - und das obwohl im Sommer 2019 in Bottrop der Klimanotstand ausgerufen worden sei.

Kritik an später Beteiligung der Naturschützer

Unverständlich sei auch, dass die Stimmen der Natur- und Umweltschützer erst jetzt eingeholt worden seien. „Wir hätten uns gewünscht, dass unsere Stellungnahmen den politischen Gremien bereits vor der Diskussion vorgelegen hätten. Jetzt ist die Grundentscheidung, also der Kauf des Grundstücks, ja schon gefallen“, kritisiert Voßschmidt das politische Vorgehen.

Hier soll die neue Kirchhellener Feurerwache gebaut werden.

Hier soll die neue Kirchhellener Feurerwache gebaut werden. © Stadt Bottrop

Für den Nabu Bottrop sei klar, dass die Feuerwache nicht an dem geplanten Standort gebaut werden könne. Doch was wäre die Alternative? „Wir leben im 21. Jahrhundert, da muss es doch möglich sein, die bestehende Wache, die an einem Standort steht, der sich bewährt hat, zu ertüchtigen“, sagt Voßschmidt. Sicherlich sei dieses Vorgehen vermutlich teurer und „lästiger“, jedoch im Sinne des Umweltschutzes die beste Alternative.

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