Geachtete Persönlichkeit: Kirchhellen trauert um Heinz Tenhumberg

Ein Nachruf

Mit 83 Jahren ist am 2. März Heinz Tenhumberg verstorben. Er war ein Visionär, Naturerzieher und geschätzter Pädagoge – einfach ein Macher und eine geachtete Persönlichkeit.

von Maria Dehling

Kirchhellen

, 10.03.2020, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Kirchhellener Heinz Tenhumberg erhielt im Jahr 2013 das Bundesverdienstkreuz aus den Händen von Oberbürgermeister Bernd Tischler.

Der Kirchhellener Heinz Tenhumberg erhielt im Jahr 2013 das Bundesverdienstkreuz aus den Händen von Oberbürgermeister Bernd Tischler. © Manuela Hollstegge (A)

Seine berufliche Laufbahn begann 1954 als Funker bei der Polizei in Essen. 1967 folgte das Studium an der pädagogischen Hochschule Essen. Nach der zweiten Staatsprüfung und der Ernennung zum Volksschullehrer führte ihn sein Weg 1971 an die Kirchhellener Hauptschule. Von dort wurde er 1977 zum Konrektor der Gregorschule bestellt, die er in der Zeit von 1982 bis 31.1.1998 als Rektor leitete.

Der Vater der schulischen Naturerziehung in Bottrop

Heinz Tenhumberg gilt als der Vater der schulischen Naturerziehung in Bottrop. Vor 36 Jahren entwickelte er bereits sein Waldschulkonzept. Sein dringlichster Wunsch war es, die Naturerziehung vor Ort stattfinden zu lassen. „Kinder können nur schützen, was sie kennen und lieben. Sie brauchen den Kontakt zur Natur“, das war für ihn die Basis in der naturpädagogischen Arbeit. Mittlerweile haben alle Bottroper Grund- und Förderschulen das Konzept ins Schulprogramm integriert.

Zunächst waren es Spaziergänge mit den Kindern durch Feld und Wald, dann folgten Waldjugendspiele im Vöingholz und Feldspiele an der Gregorschule. Mit dem Aufbau der Deutschen Waldjugend 1987 setzte er einen weiteren bedeutenden Meilenstein. Gemeinsam mit Reinhard Göbel (damaliger Leiter Grünflächenamt), Peter Pawliczek (sein späterer Nachfolger) und dem mittlerweile verstorbenen Addie Henkel wurden Inhalte geschaffen und begeisterte Kinder und Jugendliche gewonnen. 1987 war er auch Mitbegründer der Ortsgruppe Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW), dessen Vorsitzender er bis 2010 war.

Das Waldpädagogische Zentrum aufgebaut

1995 baute er mit Unterstützung der Stadt Bottrop und Sponsoren den früheren Schießstand am Ruhehorst zu einer überregional beachteten Lehrstätte, dem Waldpädagogischen Zentrum (WPZ). Heute verfügt die Anlage dank seines Engagements unter anderem über ein Imkerhaus mit Bienengarten, einem Tiergehege mit heimischen Wildtierarten, verschiedenen Lehrpfaden, einem Pflanzgarten für Grundschulen und ein Backhaus.

In der Zeit von 1989 bis 2007 setzte auch der Landschaftsbeirat der Stadt auf seine Erfahrung und sein Wissen. Das Mitwirken der Waldjugend im öffentlichen Kirchhellener Leben lag Heinz Tenhumberg stets am Herzen. Ob der Festwagen beim Brezelumzug, der Bau von Vogelhäusern beim Weihnachtsmarkt, der eigene Frühlingsmarkt am WPZ oder die Unterstützung bei Aktionen im Hof Jünger.

Heinz Tenhumberg hinterlässt zwei Kinder und vier Enkelkinder

Bereits in wenigen Tagen werden wieder Hunderte von Erstklässlern aus allen Bottroper Grund- und Förderschulen ihr erstes Bäumchen in die Klassenbeeten am WPZ setzen, die sie dann als Viertklässler im Jahrgangswald in der Kirchheller Heide auspflanzen werden. In diesem Jahr sicherlich eine ganz besondere einmalige Umweltaktion. Heinz Tenhumberg verlor vor einem Jahr seine Ehefrau Renate, die er sehr vermisste. Er hinterlässt zwei Kinder und vier Enkelkinder.

Sein Lebenswerk wurde vielfach geehrt:

  • Für die besonderen Verdienste um die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald erhielt er 2007 die Stadtplakette der Stadt Bottrop.
  • Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald verlieh ihm die silberne und goldene Ehrenplakette und machte ihn 2010 zum Ehrenvorsitzenden.
  • 2013 erhielt er durch Oberbürgermeister Bernd Tischler das Bundesdienstkreuz als Anerkennung seiner Verdienste um den Naturschutz .
  • Das Buch „Gesichter des Ruhrgebietes“ von Gudrun Norbisrath skizziert sein Lebenswerk.

Der Leitspruch von Heinz Tenhumberg ist im WPZ verewigt: „Wir können nur schützen, was wir lieben. Wir können nur lieben, was wir kennen. Und wir können nur kennen, was wir lernen.“

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