Glasfaserausbau für schnelles Internet wird von Bauerngemeinschaft Ekel selbst gestemmt

hzSchnelles Internet

Die Bauerngemeinschaft in Ekel und Hardinghausen nimmt den Glasfaserausbau ihrer Ortsteile selbst in die Hand. Am Montagabend wurde der Ausbau konkretisiert.

Kirchhellen

, 29.05.2019, 13:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

5G ist nicht an jeder Milchkanne notwendig.“ Mit dieser Äußerung zog sich Forschungsministerin Anja Karliczek Ende letzten Jahres viel Kritik zu. Nur weil man in ländlicheren Gebieten lebt, solle man auf eine schnelle Internetverbindung verzichten? Auch für die Bauerngemeinschaft in Ekel und Hardinghausen eine absolut inakzeptable Position.

Bauerngemeinschaft übernimmt Glasfaserausbau

Da die Ekeler und Hardinghausener wenig Hoffnung auf einen zeitnahe Verlegung der dafür nötigen Glasfaserkabel in ihrem Ortsteil vonseiten der Stadt Bottrop sahen, haben sie den Ausbau selbst in die Hand genommen. Unter der Initiative von Bezirksbürgermeister Ludger Schnieder nahm die Ekeler Bauerngemeinschaft Kontakt zu der Firma Muenet auf, die schon in anderen ländlich geprägten Gebieten Nordrhein-Westfalens in Zusammenarbeit mit den dortigen Landwirten Glasfaser verlegt haben.

Nur braucht diese das Interesse von 70 Prozent aller anschließbaren Haushalte, um Glasfaserausbau zu realisieren. Bis zum Erhebungsende am 7. Mai hatten sich aber insgesamt nur 53 Prozent der Haushalte in Ekel und Hardinghausen interessiert gezeigt. Das entspricht ungefähr 85 Anschlüssen.

Bezirksbürgermeister engagiert sich für schnelles Internet

Alle Anzeichen schienen also darauf hinzudeuten, dass der Deal geplatzt sei. Doch konnte Ludger Schnieder mit Hinweis auf die ungleich höhere Anzahl passiver Anschlüsse, die im Nachhinein noch dazu kommen sollen, die Firma Muenet doch noch davon überzeugen, den Glasfaserausbau in Ekel und Hardinghausen vorzunehmen.

In einem Viereck aus Münsterstraße, Dinslakener Straße, Alter Postweg mit Teilen der Gahlener Straße und über die Schwarze Heide wird es somit schnelleres Internet geben. Und das mit tatkräftiger Unterstützung der Anwohner. Nicht nur finanzieren sie die mit fast 2.000 Euro Eigenbeteiligung pro Anschluss selbst, von der Grundstücksgrenze zum Haus verlegen die Ekeler die Glasfaserkabel sogar noch in Eigenarbeit.

Projekt startet demnächst

Bei dem dritten Treffen der Bauerngemeinschaft mit Muenet am Montagabend (27. Mai) im Brauhaus ging es deswegen auch um die handfesten Dinge: Wer sich um was kümmert und die Organisation in die Hand nimmt.

Doch eine Überraschung im Bereich der Planung gab es für die Ekeler an dem Abend dann doch. Denn zu dem Treffen kam mit Gernot Miller auch ein Vertreter des Wirtschaftsförderungsausschusses der Stadt Bottrop. Dieser stellte zusammen mit Ludger Schnieder Pläne der Stadt vor, in das Projekt mit einzusteigen.

Stadt signalisiert Interesse

Mit Hinblick auf das geplante Gewerbegebiet in der Schwarzen Heide sei ein Ausbau mit Glasfaser durchaus erstrebenswert, hieß es von Miller. Auch der Flugplatz und die dort ansässigen Unternehmen hätten schon Interesse an einer Teilnahme gegenüber der Stadt signalisiert.

Auf die Frage der Anwesenden, mit wie vielen Anschlüssen sich die Stadt beteiligen möchte, konnte Miller jedoch noch keine Antwort geben. Generell sei das Treffen aber äußerst positiv verlaufen, meint der Bezirksbürgermeister Kirchhellens. Ihm persönlich würde ein Gelingen des Projekts „sehr am Herzen liegen“. Jetzt beginnt aber erst die konkrete Planung.

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