Himmel und Erde auf der Leinwand

KIRCHHELLEN Himmel und Erde, Natur und vor allem die Insel Sylt haben es Günter Butzek angetan. Wie er Himmel und Erde auf die Leinwand bringt, können die Besucher der Stadtbibliothek in Kirchhellen derzeit bewundern.

von Von Berthold Fehmer

, 04.01.2008, 16:32 Uhr / Lesedauer: 1 min
Himmel und Erde auf der Leinwand

Günther Butzek und sein Bild "Wolkenband".

„Ich bin Maler.“ Als der Bottroper Günter Butzek diesen Satz zum ersten Mal sagte, steckte er in russischer Kriegsgefangenschaft und wollte sich damit vor der Arbeit im Bergbau retten. Was auch gelang. Die Kriegsgefangenschaft ist seit mehr als einem halben Jahrhundert vorbei. Doch Günter Butzek ist immer noch Maler.

Büroarbeiter in die Minen

In seiner Jugend wollte Butzek gern an der Folkwang-Hochschule in Essen Kunst studieren. Die Eltern bestanden aber auf eine Ausbildung. Und so wurde Butzek Finanzbeamter. Als solcher gab er sich aber in Russland nicht aus, denn alle „Büroarbeiter“ wurden damals in die Minen geschickt. Stattdessen musste Butzek Wohnungen anstreichen, Verzierungen anbringen. Auch das kommunistische Symbol, den roten Stern, malte er an die Decken der Wohnungen.

"Da hatte ich richtig Angst"

Seinen ersten Auftrag wird er nie vergessen: „Der Vorgesetzte sagte mir, dass mein Vorgänger rausgeschmissen wurde. Wegen Unfähigkeit.“ Weil Butzek zu dieser Zeit auch kaum praktische Erfahrungen hatte, verwundert die  nächste Aussage nicht: „Da hatte ich richtig Angst!“ Doch seine Leistungen überzeugten, und so blieb ihm – da ist er sich sicher – in Russland viel erspart.

Gratwanderung

Erst nach seiner Pensionierung entdeckte der Bottroper das Malen so richtig wieder. Seit mehr als einem Jahrzehnt beschäftigt er sich intensiv mit der Ölmalerei. Landschaften, Bäume und vor allem die Insel Sylt haben es ihm angetan. Der Titel der Ausstellung lautet „Himmel und Erde.“ Butzek benutzt gern leuchtende, kräftige Farben. Wenn ihm in der Natur ein Motiv gefällt, fotografiert er es und malt ein Bild dazu. „Das wird dann aber meistens ganz anders als die Fotografie“, sagt er. In der Tat bewegen sich seine Bilder immer auf einer Gratwanderung zwischen gegenständlicher Malerei und modernen Stilformen.

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