Auf dem Hof Overgünne in Kirchhellen gibt es bald Nandu-Nachwuchs

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Auf dem Hof Overgünne werden bald Nandu-Küken schlüpfen. Noch brütet der Hahn fleißig. Nicht bebrütete Eier sind hingegen eine richtige Delikatesse unter den Kirchhellern geworden.

Kirchhellen

, 30.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Bei Nandus ist das Ausbrüten der Eier und die Aufzucht der Küken Männersache. Daher hat der Nandu-Hahn auf dem Hof Overgünne in Kirchhellen momentan einen anstrengenden Job. Er muss nicht nur auf dem Nest mit den elf gelben Eiern sitzen, sondern dieses auch noch gegenüber neugierigen Hühnern und Menschen verteidigen.

Zum ersten Mal Nandu-Nachwuchs auf Hof Overgünne

„Wir lassen die Nandus zum ersten Mal brüten und müssen dabei immer wieder Neues lernen. Vorher waren die Hennen dazu noch zu jung“, sagt Thomas Overgünne, während er mit Grünzeug und Brot bewaffnet in Richtung Nest läuft. Eine riesige Schar aufgeregter Hühner folgt ihm.

Auf dem Hof Overgünne in Kirchhellen gibt es bald Nandu-Nachwuchs

Rund 45 Tage werden die Eier vom Nandu-Hahn ausgebrütet. Küken werden voraussichtlich im Juli schlüpfen. © Manuela Hollstegge

Angeschafft hat Overgünne die Tiere Ende 2017 als Schutz vor Habichten. Diese hatten zuvor teilweise mehrere der freilaufenden Hühner am Tag getötet. „Seit die Nandus da sind, passiert das nicht mehr“, erzählt Overgünne. Angefangen hat er mit fünf Tieren, inzwischen sind es 16, verteilt auf die verschiedenen Freilaufbereiche der Hühner.

Im Juli könnten dann drei bis vier Küken hinzukommen. Mehr werden trotz der elf Eier im Nest nicht schlüpfen, meint Overgünne, da nicht alle Eier befruchtet sein werden. Rund 45 Tage muss der Hahn auf den Eiern sitzen. Er selber hat sie übrigens mit dem Schnabel dort hereingerollt - denn: „Die Hennen legen das Ei nur in die Nähe des Nestes“, so Overgünne.

Hahn beißt Hennen bei der Befruchtung in den Hals

Doch auch die Hennen tragen ihren Teil bei - sie müssen erdulden, dass der Hahn ihnen bei der Befruchtung kräftig in den Hals beißt und richtige Wunden dabei hinterlässt.

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Sind die Küken erst einmal da, bleiben sie auch auf dem Hof an der Hackfurthstraße. „Wir haben noch genügend Flächen mit Hühnern, die wir vor Habichten schützen möchten. Eventuell sollen auch mal Nandus zu unserer Dependance in Marl“, sagt Thomas Overgünne.

Die Nandus in Kirchhellen schlafen bei jedem Wetter draußen

Kompliziert seien die Tiere nicht zu halten. So schliefen sie bei jedem Wetter draußen, zu essen gebe es spezielles Körnerfutter, Salat sowie altes Brot. Nur der Umgang mit den Küken ist neu für Overgünne. „Ich hoffe, wir kriegen sie groß“, sagt er.

Rund 50 Eier legt ein Nandu im Jahr. Die Eier, die nicht ausgebrütet werden, wandern in den Frischeautomaten des Hofes. Sie können für 12 Euro mit nach Hause genommen werden.

Auf dem Hof Overgünne in Kirchhellen gibt es bald Nandu-Nachwuchs

Ein Nandu-Ei ist etwa zwölfmal so groß wie ein Hühnerei. Das exotische Ei schmeckt dabei auch etwas nussiger als das eines Huhns. © Manuela Hollstegge

„Ein bis zwei Eier landen am Tag da drin und sie sind meistens sofort weg“, erzählt der Landwirt. Einige nutzten das ausgeblasene Ei als Deko, andere ließen es sich schmecken - zum Beispiel als Rührei für die ganze Familie. Leicht nussig schmecke das Ei, erzählt Overgünne, und werde perfekt, wenn man es 27 Minuten koche. „Bei 90 Minuten bekommt man ein hart gekochtes Nandu-Ei.“

Der Hof Overgünne befindet sich in Kirchhellen an der Hackfurthstraße 98. Kontakt gibt es unter Tel. (02045) 96 86 46.
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