Kabarett in Frauenhand

Comedy im Hof Jünger

Die Veranstaltungsreihe „Kabarett im Hof“ ist aus der Sommerpause zurück. Benjamin Eisenberg präsentierte die „Ladies-Night“ und sowohl die Bühne als auch die Publikumsreihen waren fest in Hand der Damen.

Kirchhellen

, 29.09.2016, 13:58 Uhr / Lesedauer: 2 min
Lisa Feller hatte es beim „Kabarett im Hof“ auf die Männerwelt abgesehen.

Lisa Feller hatte es beim „Kabarett im Hof“ auf die Männerwelt abgesehen.

Außer Benjamin Eisenberg war das Programm mit Lisa Feller und dem Duo Thekentratsch ausschließlich

weiblich besetzt. Und wie es sich für eine „Ladies Night“ gehört waren die Zielobjekte für Lachattacken meist die Männer. Eine Frau Ende 30, wie Lisa Feller, bereitet sich mit viel Überlegung auf ein Date vor. „Man muss lange Kopfstand machen, damit die Brüste mal wieder in die andere Richtung hängen.“ Anders die Männer: „Ein Mann braucht für die Vorbereitung auf ein Date etwa eine Minute – genau die Zeit, um an der Unterhose zu riechen, ob sie noch gut ist.“ Auf der Suche nach Alternativen zwischen Herdprämie und „50 Shades of Grey“ stößt die berufstätige und alleinerziehende Mutter auf prominente Beispiele, wie man die hormonelle Frührente umgehen kann: „Heidi Klum hat jetzt einen ganz jungen Partner. Na gut – wenn es ihr Spaß macht. Man ist nur einmal jung, auch wenn es der andere ist. Ich persönlich hätte aber keine Lust jeden Morgen Pausenbrote zu schmieren.“

Emotionales Atomkraftwerk

Die Becker und Frau Sierp. Zwei Halbschwestern, die sich von ganzem Herzen hassen. Die eine ein emotionales Atomkraftwerk mit Rissen im Reaktor. „Mein Körper ist ein Vergnügungspark und jeder möchte eine Eintrittskarte haben.“ Die andere hat den Esprit einer abgelaufenen Schlaftablette. „Ab Bauchnabel Wüste Gobi.“

Zusammen brachten sie als Duo Thekentratsch das Publikum im Hof Jünger zum Explodieren. „Kalle war kein Mann – Kalle war eine Offenbarung. Er schwitzte nicht – seine Muskeln weinten vor Freude.“ Die eine hangelt sich von Mann zu Mann. „Ich bin Single aus Überzeugung.“ Die andere sucht das Heil in alternativen Lebensformen. Beide haben nur zwei Dinge gemeinsam: die Mutter und kein Geld. Benjamin Eisenberg blickte zurück auf Geschehnisse während der Sommerpause. „Ein Freund von mir war so frustriert über unser Ausscheiden beim EM-Halbfinale gegen Frankreich, dass er sich am EM-Finalabend das WM-Finale Deutschland-Argentinien auf DVD anschaute.“

Burka in der Freizeit

Mit einer Zeitungsanzeige von C&A testete er die mathematischen Fähigkeiten des Publikums: „Eine Karo-Bluse kostet 12 Euro. Zwei gibt es für 15 Euro. Sie sparen 3 Euro.“ Zum Burka-Verbot hat Eisenberg eine eigene Meinung und trägt sie selbst in der Freizeit: „Die Burka macht frei. Einfach mal im Aufzug einen fahren lassen – es sieht ja keiner, wer es war.“  

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