Gasthof Berger: „Es wird schwer, die schwarze Null zu erreichen“

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Die Kirchhellener Gastronomen dürfen wieder Gäste bewirten. Für Besucher und Personal gelten strenge Regeln. Ein Blick in Brauhaus und Gasthof Berger.

Kirchhellen

, 11.05.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Montag (11. Mai) dürfen auch in Bottrop die gastronomischen Betriebe wieder öffnen. Dabei müssen aber sehr viele Regeln beachtet werden. Auch das Brauhaus am Ring in Kirchhellen hatte sich auf die Wiedereröffnung am Montag um 15 Uhr akribisch vorbereitet.

„Das ist schon viel Aufwand“, sagte Ivanka Prgomet vom Kirchhellener Brauhaus. Doch eines hat das Haus, was viele andere Konkurrenten nicht haben: Platz. „Wir können parallel 100 Gäste aufnehmen“, so Prgomet. Denn, obwohl Personen aus zwei verschiedenen Haushalten sich einen Tisch teilen dürfen, muss zu den anderen Gästen ein Abstand von mindestens 1,50 Meter eingehalten werden.

Gäste müssen sich in eine Liste eintragen

Im Eingangsbereich des Brauhauses wird nun eine Info-Tafel über die Regeln informieren. „Dazu gehört auch, dass sich jeder Gast vor dem Platznehmen die Hände waschen muss“, erklärte Prgomet. Während das Personal sich alle halbe Stunde die Hände waschen und die ganze Zeit über einen Mund-Nase-Schutz tragen müsse, gelte letzteres für die Gäste nur beim Gang zur Toilette. Wer im Brauhaus speisen möchte, muss sich außerdem in eine Liste eintragen.

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„Wir haben eine überarbeitete neue Karte“, erzählte Ivanka Prgomet. Neu daran sind aber nicht nur die Gerichte, sondern auch, dass sie in Folie eingeschweißt sein muss, damit man sie regelmäßig desinfizieren kann. Auch das Besteck kommt erst mit dem bestellten Gericht zum Gast. Die Betreiber des Kirchhellener Brauhauses hoffen, am Wochenende auch den Außenbereich öffnen zu können. „Eigentlich war ja auch eine Einweihungsfeier für den neuen Wintergarten geplant.“ Sorgen, dass die Gäste aufgrund der Einschränkungen und aus Angst vor Ansteckung ausbleiben, hat Ivanka Prgomet aktuell nicht: „Wir haben bis jetzt schon 55 Reservierungen.“

Stefan Bertelwick vom Gasthof Berger stößt mit zwei Mitarbeitern auf den erneuten Sieg beim Menü-Karussell an.

Stefan Bertelwick (M.) darf den Gasthof Berger wieder öffnen. Im vergangenen Sommer stieß er noch mit zwei Mitarbeitern auf den erneuten Sieg beim Menü-Karussell an. © Manuela Hollstegge (A)

Auch Stefan Bertelwick freut sich darauf, am Dienstag (12. Mai) um 11.30 Uhr den Gasthof Berger wieder eröffnen zu können. Doch die Freude wird auch getrübt: „Der Koch in mir freut sich wie Bolle, der Kaufmann in mir weiß, dass es schwer wird, so die schwarze Null zu erreichen.“ Denn aufgrund der Abstandsregeln kann er statt 60 Plätze nur 27 anbieten. Weniger Gäste hieße nicht unbedingt auch weniger Kosten beziehungsweise weniger Personal.

Verkleinerte Karte mit frischen Produkten

Die Vorgaben hält er insgesamt aber für gut umsetzbar. „Für alle Gastronomen, die sich schon vorher an die hygienischen Vorgaben gehalten haben, kommt nicht so viel Neues hinzu“, sagt er. Für unnötig hält er jedoch, dass sein Servicepersonal jetzt jedes Händewaschen dokumentieren muss. Kochen wird Bertelwick in der nächsten Zeit fast ausschließlich mit frischen Produkten. Die Karte wurde verkleinert und auf Zettel gedruckt. „Wir müssen halt improvisieren“, sagt er.

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