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Kiebitze auf Erdbeerfeldern in Gefahr? Landwirt weist Vorwürfe von sich

hzNaturschutz

Ein Kirchhhellener Landwirt, der seine Erdbeerfelder mit Vlies abgedeckt hat, wehrt sich gegen den Vorwurf, damit jungen Kiebitzen geschadet zu haben. Auch die Stadt glaubt nicht daran.

Kirchhellen

, 15.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Eine vermeintliche Plastikplane über Erdbeerfeldern an der Dorfheide hatte in den vergangenen Tagen für Unmut bei Tierschützern gesorgt. Sie, allen voran Stefan Voßschmidt vom Naturschutzbund (Nabu) Bottrop, fürchteten, dass die Plane für noch im Nest sitzende junge Kiebitze zur Todesfalle werden könnte.

Über solche Äußerungen ärgert sich der betroffene Landwirt. Im Gespräch mit unserer Redaktion macht er zunächst deutlich, dass es sich nicht um eine Plastikfolie, sondern um einen luftdurchlässigen Textilvlies handele. „Dieser ist lediglich dazu da, unsere Erdbeeren vor Bodenfrost zu schützen“, sagt der Landwirt, der namentlich nicht erwähnt werden möchte.

Bis zu 20 Kiebitze haben sich am Feld angesiedelt

Ursprünglich sei geplant gewesen, die Kiebitze auf einem Feld am Restaurant „Up de Schmudde“ anzusiedeln. An diese Absprache hätten sich alle gehalten, „nur die Kiebitze nicht“. Sie seien alle auf das Erdbeerfeld des Landwirtes geflogen. „In der Spitze sind es dort bis zu 20 Kiebitze. Ich kenne sie fast alle und nehme sehr gerne auf sie Rücksicht“, erzählt der Landwirt.

Eigentlich sei die betroffene Parzelle für die sogenannte „Verfrühung“ vorgesehen. Dabei werden die Erdbeeren ab Februar mit Vlies abgedeckt. Dadurch soll die Erwärmung des Bodens gefördert werden. Diese können dann früher und zu einem höheren Preis verkauft werden. „Darauf haben wir an dieser Stelle wegen der Kiebitze extra verzichtet. Sogar das Stroh haben wir erst sehr spät untergelegt, obwohl das für uns Nachteile mit sich bringt“, sagt der Landwirt.

Vlies soll Erdbeeren auf dem Feld vor Nachtfrost schützen

Dass in den vergangenen Tagen trotzdem Vlies zum Einsatz kam, sei dem Nachtfrost geschuldet gewesen. Man habe lediglich an Tagen mit Frost die Erdbeeren abgedeckt. „Meine Mitarbeiter habe ich dabei extra angewiesen, auf Kiebitze und mögliche Nester zu achten. Ihnen sind aber keine aufgefallen“, sagt der Landwirt.

Auch die Stadt Bottrop glaubt nicht, dass Jungvögel zu Schaden gekommen sind. „Die Biologische Station Westliches Ruhrgebiet schätzt, dass theoretisch die Jungvögel auf der Fläche etwa drei Wochen alt sein müssten. Diese sind in dem Alter eigentlich recht mobil und gut zu Fuß“, heißt es von Stadtsprecher Ulrich Schulze.

Stadt geht nicht davon aus, dass jemand Jungvögeln schaden wollte

Der Landwirt habe zudem das Recht, auf dieser Fläche Erdbeeren anzupflanzen und demnach auch das Recht, „einen wirtschaftlichen Schaden zu vermeiden“. Man habe Kontakt mit dem betroffenen Landwirt aufgenommen. „Wir gehen nicht davon aus, dass jemand bewusst etwas tut, um den Jungvögeln zu schaden“, so Schulze.

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