Kirchhellener Schüler starten in ein ungewisses Schuljahr

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Die Schulleiter der beiden weiterführenden Schulen in Kirchhellen sprechen über Masken-Pflicht, Sportunterricht, Klassenfahrten und Ganztagsbetreuung. Vieles ist in Corona-Zeiten anders.

Kirchhellen

, 09.08.2020, 09:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit über zwei Wochen ist die Schulleitung der Kirchhellener Sekundarschule wieder im Dienst. Seit Mittwoch (5. August) sind es auch die Lehrer. Dem Start ins neue Schuljahr blicken sie grundsätzlich freudig entgegen. „Wir freuen uns darauf, dass wieder fast alle Schüler am Unterricht teilnehmen können und wir das machen können, was unser Job ist“, sagt Schulleiter Stefan Völlmert im Gespräch mit der Redaktion.

Dennoch gibt es im Vorfeld viel zu organisieren, damit alle vom Schulministerium des Landes NRW geforderten Corona-Maßnahmen umgesetzt werden können. „Eigentlich sollten wir darüber reden, wie wir den Unterricht besser machen können. Aber dafür fehlt uns aktuell die Zeit“, so Völlmert. Dass seine Schüler im neuen Schuljahr sogar in den Klassenzimmern einen Mund-Nase-Schutz tragen müssen, kann er aus Schutzgründen einerseits nachvollziehen. Andererseits hat er Sorge, „dass uns bei dieser Hitze die Fünftklässler hier kollabieren“. Schließlich würden sie von 8 bis gegebenenfalls 15.30 Uhr einen Schutz tragen müssen.

Dennoch werde man bei der Einhaltung der Masken-Pflicht sehr streng vorgehen. Auch die Lehrer würden die gesamte Schulzeit über einen Mund-Nase-Schutz tragen, um mit gutem Beispiel voranzugehen. Eltern seien, so Völlmert, verunsichert. „Es geht oft darum, welchen Schutz man am besten nimmt und wie viele die Kinder pro Schultag brauchen. Einige Eltern fragen, ob Face-Shields auch erlaubt sind, aber das sind sie nicht“, erzählt der Schulleiter.

Stefan Völlmert freut sich zwar auf den Schulstart, macht sich aber auch Gedanken über die Masken-Pflicht.

Stefan Völlmert freut sich zwar auf den Schulstart, macht sich aber auch Gedanken über die Masken-Pflicht. © Manuela Hollstegge (A)

Für Schüler, die zur Risikogruppe gehören, und daher nicht am Präsenzunterricht teilnehmen dürfen, wird es digitalen Unterricht über einen neuen Lernserver geben. Auch dieser Unterricht soll benotet werden. „Hierfür fehlen uns aber noch die Richtlinien“, so Völlmert. Für Klausuren müssen aber auch solche Schüler in die Schule kommen.

Das Mittagessen muss genau organisiert werden

Sportunterricht in der Halle soll es laut Schulministerium erst einmal nicht geben. Stattdessen soll im Freien gesportelt werden. „Da hätte ich so nicht mit gerechnet. In Kirchhellen ist das umsetzbar und wenn es regnet, machen wir halt Theorie-Unterricht, aber wie soll das in Innenstadtschulen funktionieren?“ Immerhin: Die Ganztagsbetreuung kann wieder im gewohnten Umfang angeboten werden. Das Mittagessen sei dabei ein schwieriges Unterfangen, da sich die Jahrgänge nicht vermischen dürfen, so Völlmert. So würden die Neunt- und Zehntklässler vorerst nicht in der Mensa essen dürfen, sondern müssten sich selbst verpflegen. Gerne würde Völlmert ein ganz normales Schuljahr vorbereiten. Jetzt hofft er einfach nur, dass die Maßnahmen helfen: „Ein zweiter Lockdown wäre für die Kinder eine Katastrophe.“

Das sieht der kommissarische Schulleiter des Vestischen Gymnasiums, Guido von Saint-George, ähnlich. „Der Lockdown hat Schülern und Lehrern überhaupt nicht gut getan“ sagt er. Ähnlich wie auch sein Kollege, freut er sich grundsätzlich über den Schulstart im Regelbetrieb: „Ich bin froh, dass die Landesregierung uns klare Regularien zum Schutz von Schülern und Lehrern an die Hand gibt.“

Guido von Saint-George ist stellvertretender Schulleiter des Vestischen Gymnasiums und hofft, dass es nicht zu einem erneuten Lockdown kommt.

Guido von Saint-George ist stellvertretender Schulleiter des Vestischen Gymnasiums und hofft, dass es nicht zu einem erneuten Lockdown kommt. © Manuela Hollstegge (A)

Etwas Sorge bereitet ihm die Fahrt der Q2 nach Berlin. Das Tragen des Mund-Nase-Schutzes begrüßt er jedoch grundsätzlich. Er rät Eltern, den Schülern bei heißen Temperaturen mehrere Masken zum Wechseln mitzugeben. „Die Kinder nehmen das oft viel gelassener hin als wir, daher sollte man sich vorher nicht schon total kirre machen. Wir werden für alles eine Lösung finden“, so van Saint-George. Bereits eine Lösung gefunden hat das Gymnasium für die Einschulung der Fünftklässler. Diese erfolgt klassenweise voneinander getrennt. Wirklich hart treffe die Schule die Einschränkungen im Musikunterricht. „Musik und Kunst sind eigentlich die Schwerpunkte unserer Schule“, so der Schulleiter.

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