Kulturzentrum Hof Jünger: Spende rettet Halbjahresprogramm

hzHof Jünger

Eine Spende der Vereinten Volksbank sorgt dafür, dass der Bürgerverein Hof Jünger in Kirchhellen sein Kulturprogramm wie geplant durchführen kann. Der Verkauf von Tickets läuft schleppend.

Kirchhellen

, 18.09.2020, 08:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für alle, die in irgendeiner Weise mit Kultur zu tun haben, sind es aktuell harte Zeiten. So auch für den Bürgerverein Hof Jünger in Kirchhellen. Hatte der Vorsitzende Hermann Reinbold noch vor rund einem Monat freudig vermeldet: „Wir sind wieder da!“, tauchten danach schnell Probleme auf.

„Der Kartenvorverkauf - insbesondere auch für das Kabarett, das ansonsten immer schnell ausverkauft ist - lief schleppend“, erzählt Reinbold. Viele Menschen hätten Angst, sich mit dem Coronavirus anzustecken, oder seien zumindest unsicher. Laut aktueller Corona-Schutzverordnung dürfte der Bürgerverein den Theatersaal voll machen, also 100 Leute pro Veranstaltung hinein lassen. Relativ kurzfristig habe man sich jedoch dazu entschlossen, die Bestuhlung aufzulockern und nur noch 70 Personen pro Veranstaltung in den Saal zu lassen, so der Vorsitzende.

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Bei den ersten zwei Veranstaltungen („Film ab!“ und „Weltklassik am Klavier“) habe das auch sehr gut geklappt. „Wer aber denkt, dass wir die Veranstaltungen allein über die Eintrittsgelder bezahlen können, der denkt zu kurz“, erklärt Hermann Reinbold. Denn neben Gema-Gebühren und der Bezahlung eines Technikers sei der Bürgerverein auch für den Erhalt des Kulturzentrums verantwortlich.

Konkret heißt das: Der Verein muss eigentlich jährlich einen Überschuss erwirtschaften, um Reparaturen und Erneuerungen durchführen zu können. Aktuell wird beispielsweise der Giebel des Hauses neu verkleidet. Zwar werden 65 Prozent der Kosten vom Dorferneuerungsprogramm des Landes NRW übernommen, knapp 5000 Euro muss der Bürgerverein jedoch selbst beisteuern.

Überschuss kann aktuell nicht erwirtschaftet werden

„Bei nur 70 Besuchern pro Veranstaltung können wir keinen Überschuss erwirtschaften“, sagt Reinbold. Daher habe sich der Verein in den vergangenen Wochen den Kopf darüber zerbrochen, wie man aus dieser „Bredouille“ wieder herauskomme. So habe es beispielsweise Überlegungen gegeben, nur eine statt zwei Kabarett-Veranstaltungen anzubieten oder an anderer Stelle das restliche Programm für dieses Jahr zu kürzen.

Dann hatte Benjamin Eisenberg, Moderator der beliebten Reihe „Kabarett im Hof“, die Idee, an die Tür der Vereinten Volksbank zu klopfen. Dort rannte er bei Christina Wienforth von der Öffentlichkeitsarbeit und Vorstand Martin Wissing sofort offene Türen ein. „Es ist uns sehr wichtig, dass die Kultur hier vor Ort erhalten bleibt“, so Wissing. 2000 Euro spendete die Volksbank und rettet somit das restliche Halbjahresprogramm des Kulturzentrums.

  • Die Veranstaltung „Kabarett im Hof“ findet am 29. und 30. September (jeweils um 19.30 Uhr) statt. Karten für 18 Euro (15 Euro Schüler/Studenten) gibt es sonntags von 11 bis 13 Uhr beim Bürgerverein am Wellbraucksweg sowie in den Humboldt-Buchhandlungen in Kirchhellen, Bottrop-Mitte und Gladbeck. Mehr Infos zum Programm gibt es unter www.hof-juenger.de .
  • Rückverfolgungskarten werden gleich beim Ticket-Verkauf mitgegeben. Der Verein bittet Besucher, diese ausgefüllt zur Veranstaltung mitzubringen, damit längere Schlangen vermieden werden können.
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