Leandro spielte wie ein ganz Großer

Klassisches Konzert

Der neunjährige Kirchhellener gab am Wochenende ein klassisches Konzert im Hof Jünger und beeindruckte die Zuhörer enorm.

KIRCHHELLEN

von Christina Vennemann

, 18.09.2017 / Lesedauer: 3 min

Er ist gerade mal neun Jahre alt, spielt aber schon Klavier wie ein ganz Großer. Die Rede ist von dem Kirchhellener Leandro Bongers, der am vergangenen Sonntag im Hof Jünger ein Konzert gab. Ob „Für Elise“ von Ludwig van Beethoven, „Ungarischer Tanz Nr. 5“ von Johannes Brahms oder der Frühling aus „Die vier Jahreszeiten“ von Antonio Vivaldi – alles kein Problem für den begabten Leandro. „Mein halbes Leben lang spiele ich schon Klavier“, erzählt der Neunjährige. Damals hat er im Fernsehen die Zeichentrickserie „Little Amadeus“ gesehen und wollte daraufhin auch Klavier spielen. Doch sein außergewöhnliches Können beruht nicht auf hartem, täglichem Üben: „Ich übe eigentlich fast nie. Nur drei Tage vor einem Konzert vielleicht mal ein bisschen“, sagt er. Leandro hat ein absolutes Gehör. Das bedeutet, er muss sich ein Lied nur ein einziges Mal anhören und kann es gleich nachspielen.

Dieser Segen hat ihm bereits einen Platz an der Folkwang Universität der Künste eingebracht, wo er einmal wöchentlich von Professor Peter Domnick unterrichtet wird und, sobald er zehn Jahre alt ist, ein Studium als Jungstudent absolvieren wird. „Dann bin ich auch öfter als einmal die Woche da“, sagt Leandro.Noten liest Leandro nicht gern Trotz seines absoluten Gehörs kann er natürlich Noten lesen, was er nach Angaben seiner Mutter aber sehr ungern tut. Er komponiert auch schon eigene Stücke. Wenn er groß ist, möchte Leandro Pianist werden. Sein Konzertdebüt gab der Neunjährige bereits vor einem Jahr in Schweden. Und das vor der schwedischen Königin. Bei einer Reise beeindruckte er einen Musikkenner mit seinem Klavierspiel, welcher daraufhin ein Konzert in der Kirche in Kalmar organisierte. Da Königin Sylvia derzeit den auf der Insel Öland liegenden Sommerpalast bewohnte, erfuhr sie von Leandros Künsten und besuchte sein erstes Konzert. Am nächsten Tag durfte er die Königin sogar in ihrem Palast besuchen. Das Konzert am Sonntag im Hof Jünger war sein drittes Konzert. Die Zuschauer waren schwer beeindruckt. „Der junge Mann verzieht keine Miene und lässt sich von nichts beirren. Ich finde ihn super“, freute sich Besucherin Gerda Bockholt über den Auftritt.„Nie aufgeregt“ Nicht mal der Anblick der Kameras eines großen Privatfernsehsenders, die Leandros Auftritt am Sonntag aufzeichneten, brachten ihn aus der Ruhe. „Aufgeregt bin ich eigentlich nie. Es klappt doch alles super“, winkt er ganz cool ab. Wenn der talentierte Klavierspieler gerade mal nicht in die Tasten haut, geht er übrigens am liebsten zum Judo oder zum Turnen und spielt draußen mit seinen Freunden.

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