Die Kirchhellenerin Silke Kissenbeck ist Achtsamkeitstrainerin und rät dazu, im Kleinen anzufangen. © Maria Dehling
Achtsamkeit

Mit Achtsamkeit gegen den Corona-Blues – Kirchhellenerin gibt Kurse

Dr. Silke Kissenbeck ist Achtsamkeitstrainerin. Die Kirchhellenerin rät besonders in der aktuellen Krise dazu, auf sich zu achten und gibt Tipps, wie man das Gedankenkarussell stoppt.

Die Kirchhellenerin Dr. Silke Kissenbeck ist ausgebildete Trainerin für Achtsamkeit. Gerade in der aktuellen Corona-Pandemie sei es wichtig, sich auf die schönen Dinge im Leben zu konzentrieren sagt sie.

„Achtsam sein meint, auf eine bestimmte Art und Weise aufmerksam zu sein: bewusst im Hier und Jetzt und ohne zu bewerten. Diese innere Haltung hilft uns, zur Ruhe zu kommen und das Gedankenkarussell zu stoppen,“ erklärt Kissenbeck. „Die aktuelle Corona bedingte Situation bedeutet für viele unter uns auch Unsicherheit. Trotz der Ruhe empfinden wir Stress und zudem vermissen wir Verbindlichkeiten, vielfach fehlt eine klare Perspektive. Die Stunden und Tage rinnen nur so dahin – und das obwohl Homeschooling und Homeoffice uns jeden Tag erneut fordern.“

Sie schlägt vor, einfach mal im Kleinen anzufangen: Zum Beispiel am Abend den Tag noch einmal durchzugehen, sich an drei kleine Dinge erinnern, die angenehm waren. Vielleicht nur der Vogel vor dem Fenster, das freundliche Zunicken beim Einkaufen oder ein Kinderlachen auf der Straße. Am Morgen könne man sich kurz überlegen, auf was man sich am Tag freue.

Das Thema „Achtsamkeit“ ist nicht neu. Silke Kissenbeck hat bereits 2017 ihre Ausbildung zur Achtsamkeitslehrerin gemacht. In Österreich, der Schweiz und Deutschland gibt es mittlerweile rund 300 Trainer. Auch in der Politik ist das Thema angekommen: Im britischen Unterhaus wird seit 2013 gemeinsam meditiert.

„Hygge“ als Glücksrezept in Dänemark

In Schweden, den Niederlanden, in Frankreich und sogar im US-Kongress haben Abgeordnete Achtsamkeitsinitiativen gestartet. In Dänemark gilt die Lebensphilosophie „Hygge“ (Gemütlichkeit; Geborgenheit) als Glücksrezept. Dabei geht es darum, sich darauf zu konzentrieren was man hat, und nicht auf das, was man nicht hat.

„Es ist für uns klar, für unsere Mitmenschen Mitgefühl zu empfinden, warum schauen wir nicht mal auf uns?“, so die Kirchhellenerin. Um für einen Moment das Gedankenkarussell abzustellen rät sie, sich kurz auf einen Gegenstand zu konzentrieren – das kann der Kugelschreiber in der Hand sein oder der Pulli auf der Haut – und diesen mit allen Sinnen wahrzunehmen. Das reiche oft, um die kreisenden Gedanken zu stoppen. Kissenbeck: „Es geht darum, zur Ruhe zu kommen und Konzentrationsfähigkeit neu zu erfahren. Kleine Übungen, die Jeder in seinen Alltag einbauen kann.“

Aktuell bietet die Kirchhellener Trainerin coronabedingt nur Onlinekurse unter www.ruhezeit-reifezeit.de an. Im Einsteigerkurs werden erste Erfahrungen mit dem zur Ruhe bringen von Körper und Geist gesammelt, die Konzentrationsfähigkeit soll gesteigert werden. Hinzu kommt die Vermittlung von Hintergrundwissen zu den Themen Stress, Gedanken und Gefühle. Mehr zum Thema gibt es unter www.mbsr-verband.de.

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