Nabu Bottrop macht sich für ein Überleben von Wölfin Gloria stark

Wölfin Gloria

Der Naturschutzbund (Nabu) Bottrop stellt sich entschieden gegen die Forderung des Bauernverbandes, Wölfin Gloria zu erschießen. Argumente dafür seien vielfältig, so der Nabu Bottrop.

Kirchhellen, Bottrop

09.10.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Nabu Bottrop macht sich für Wölfin Gloria stark.

Der Nabu Bottrop macht sich für Wölfin Gloria stark. © Sabine Baschke

Die Wölfin Gloria sei ein durch das Bundesnaturschutzgesetz und europäische Bestimmungen (Berner Konvention, Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie) streng geschütztes einheimisches Wildtier, betont Stefan Voßschmidt, Vorsitzender des Bottroper Nabu.

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Um die „bedauerlichen Fälle von angegriffenen Weidetieren zu vermeiden“, sollte besser die Art der Tierhaltung umgestellt und an das Vorkommen der heimischen Population der streng geschützten Tierart Wolf angepasst werden, meint Stefan Voßschmidt. Eine verantwortliche Tierhaltung und die sachgerechte landwirtschaftliche Nutzung von Flächen seien immer an die vorhandenen natürlichen Gegebenheiten anzupassen. „Dazu zählt neben den Bodenverhältnissen und den klimatischen Bedingungen auch das natürliche Arteninventar des Landschaftsraumes. Falls nicht anders möglich, müssen Weidetiere zukünftig anders geschützt werden. Dies klappt in anderen Bundesländern vorbildlich“, so der Nabu-Vorsitzende in einer Stellungnahme.

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Im Fall der auf der Weide getöteten Schafe an der Hiesfelder Straße fehlten hinreichende Schutzmaßnahmen nach den dem Nabu vorliegenden Informationen jedoch vollständig. „Schutzmaßnahmen sind notwendig. Sie verursachen Kosten. Hier muss das Land den Weidetierhaltern stärker helfen, nicht nur die Kosten der Zäune übernehmen, sondern sich auch an den Arbeitskosten beteiligen. Es ist nicht hinnehmbar, dass Bequemlichkeit oder wirtschaftliche Einzelinteressen immer wieder dazu führen, dass durch Landnutzung gravierende Eingriffe in die Ökosysteme verursacht oder verfestigt werden, oder das Tierwohl leidet.“

Die Tötung der Wölfin Gloria wäre ebenso verwerflich, wie eine Grundwasserschädigung durch nicht angepasste Düngung, die Sauenhaltung in zu kleinen Kastenständen oder das Küken-Schreddern, meint Stefan Voßschmidt.

Außerdem, so der Nabu-Vorsitzende, heiße der Ort, an dem Gloria zumeist lebe, in alten Karten „Wolfsnest“, weil dort immer eine Wölfin gelebt habe.

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