Nabu NRW fordert Weidetierprämie - Das sagen Weidetierhalter zu der Forderung

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Die Zahl der Weidetierhalter sinkt, die Zahl der Wolfsrisse nimmt zu. Drei Bundesländer haben die vom Nabu NRW geforderte Weidetierprämie bereits eingeführt. Das sagen die Tierhalter dazu.

Kirchhellen

, 24.03.2020, 12:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Insbesondere die Halterinnen und Halter kleiner Wiederkäuer tragen mit ihrer Arbeit nicht nur zum Natur-, Arten-, Hochwasser- und Klimaschutz sowie zum Schutz der biologischen Vielfalt bei, sie versorgen uns auch mit hochwertigen Produkten.“ So steht es im Antrag der Grünen und der Linke an den Bundestag vom 16. Oktober 2019.

Nun fordert auch der Naturschutzbundund NRW (Nabu NRW) eine Weidetierprämie. Denn nach Thüringen und Sachsen zahlt jetzt auch Hessen eine Weidetierprämie. Für NRW sei dies längst überfällig.

Kommen neue Auflagen für Tierhalter dazu?

Matthias Dierichs ist Hobbyhalter in Kirchhellen und hält 14 Muttertier-Schafe, drei Böcke und die daraus hervorgehenden Lämmer. Er würde Unterstützung begrüßen, fragt sich allerdings, welche Auflagen damit verbunden wären: „Was da für neue Auflagen hinter stecken, weiß man wieder nicht und ob sich der Aufwand lohnt.“

Lamm schwarz weiß Wiese Weide grün Bäume Herde Schafe

Dieses Flaschenlamm von Matthias Dierichs ist handzahm. Ein anderes Flaschenlamm wurde im vergangenen Jahr vermutlich von einem Wolf gerissen. Die Untersuchungsergebnisse stehen noch aus. © Laura Schulz-Gahmen

Er spielt damit auf die immer größer werdende Bürokratie an, die in der Landwirtschaft Einzug hält und es den Landwirten erschwert, ihre Arbeit zu machen. Dies war einer der Kritikpunkte der Bauern-Demos im vergangenen Jahr.

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Ein ehemaliger Schafhalter aus Kirchhellen und Freund von Matthias Dierichs ist Joachim Königshausen. Er hält nur noch Mutterkühe und fragt sich, ob eine Weidetierprämie nur bei ganzjähriger Außenhaltung erfolgen würde. „Eine ganzjährige Außentierhaltung ist auf den Böden, die wir haben, nicht machbar. Die Tiere würden irgendwann aufgrund ihres Gewichts versinken und der Boden würde erhebliche Schäden davontragen“, sagt Joachim Königshausen.

Wäre eine zusätzliche Unterstützung

Kurt Opriel ist Schafhalter in Kirchhellen und hält 160 Schafe und einige Ziegen. Er wäre dankbar für eine finanzielle Unterstützung: „Es wäre schön, wenn wir eine zusätzliche Unterstützung bekämen. Das käme dem erhöhten Arbeitsaufwand durch die Rückkehr des Wolfes zugute. Ich spreche da von Schutzzäunen und Herdenschutzmaßnahmen, die kosten ja auch Geld.“

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Und genau das ist eines der Ziele des Nabu NRW, denn so steht es in der Pressemitteilung: „Zudem muss die Weidetierhaltung dringend unterstützt werden, um die zusätzlichen Anforderungen an einen wolfssicheren Herdenschutz bewältigen zu können. Das gilt vor allem für die aufwändige Pflege und Instandhaltung der Elektrozäune, aber auch für Ausbildung, Unterhaltung und Tierarztkosten für Herdenschutzhunde“, ergänzt Thomas Pusch, Sprecher des Landesfachausschusses Wolf in NRW.

Nur bei der Höhe der Prämie sind sich die Schafhalter nicht einig. „Bei einer Weidetierprämie von 30 Euro pro Jahr und Muttertier würde sich das bei dem vermutlich hohen bürokratischen Aufwand für meine 14 Tiere sicher nicht lohnen“, befürchtet Matthias Dierichs.

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