Nabu: Reisighaufen in Kirchhellen müssen liegen bleiben

hzNaturschutz

Reisighaufen zieren aktuell noch viele Straße in und um Kirchhellen. Der Nabu möchte, dass diese liegen bleiben, Straßen.NRW sieht das anders.

Kirchhellen

, 12.03.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

An vielen Stellen in Kirchhellen liegen aktuell noch abgesägte Baumstämme und Äste am Straßenrand. So zum Beispiel an der Münsterstraße gegenüber vom Rotthoffs Hof. Der Nabu hat jetzt Straßen.NRW dazu aufgefordert, alle Pflegearbeiten sofort einzustellen und die Reisighaufen nicht mehr zu entfernen.

„Aufgrund der milden Wintertage haben die ersten Vögel schon früh mit dem Nestbau in den Reisighaufen begonnen. Auch Igel und andere Säugetiere haben dort eventuell einen Unterschlupf gefunden“, so die Nabu-Landesvorsitzende Heide Naderer. Die abgesägten Äste sollten als „Biotopstrukturen“ im Bestand belassen werden und der Landesbetrieb sich damit an geltendes Naturschutzrecht halten.

Nur vorsichtige Form- und Pflegeschnitte

Dieses sehe eine Schonzeit beim Pflege- und Rückschnitt von Sträuchern und Hecken vom 1. März bis zum 30. September vor. „In dieser Zeit sind nur noch vorsichtige Form- und Pflegeschnitte erlaubt, die den Zuwachs des Jahres entfernen“, so Naderer.

Dem widerspricht Nadia Leihs, Sprecherin von Straßen.NRW. Nach Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde sei es noch erlaubt, die Reisighaufen bis zum 15. März wegzuräumen. „Alles, was dann noch nicht weg ist, lassen wir liegen“, so Leihs. Die Mitarbeiter seien aber auch jetzt schon angewiesen worden, die Reisighaufen vor dem Abtransport ganz genau zu untersuchen und auf eventuell schon bestehende Nester zu achten.

Leihs macht jedoch auch klar: „Für uns hat die Verkehrssicherheit oberste Priorität.“ Man halte sich natürlich dabei an geltende Gesetze, stehe in engem Kontakt zur Unteren Naturschutzbehörde und habe ein Auge auf den Naturschutz. Dass überhaupt so viele Reisighaufen in Kirchhellen und Umgebung am Straßenrand lägen, habe mit zwei sehr trockenen Sommern und den Stürmen der letzten Zeit zu tun. „Das alles hat das Aufkommen von zu entfernenden Ästen deutlich erhöht“, so Leihs.

Keine Schnitte in der Hauptbrutzeit der Vögel

Der Nabu appelliert indes auch an heimische Hobbygärtner und Gartenbauunternehmen, Pflegeschnitte generell nicht in der Hauptbrutzeit der Vögel von März bis Juni durchzuführen. „In diesem Zeitraum bieten Gebüsche einen optimalen Unterschlupf für Vögel, Säugetiere und Amphibien. Die Tiere ziehen dort ihren Nachwuchs groß, finden darin eine gute Versteckmöglichkeit und ziehen sich im frischen Grün auch mal zum Schlafen zurück“, erläutert Heide Naderer.

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