Neue Bürgerinitiative will Bebauungsplan für Feldhausen stoppen

hz„Initiative Feldhausen“

Muss in Feldhausen rund um Grüner Weg/Hohes Feld/Am Kuhberg noch mehr gebaut werden? Etliche Anwohner sind dagegen und haben eine Bürgerinitiative gegründet.

Feldhausen

, 22.01.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In den nächsten Jahren soll ein weiteres Neubaugebiet in Feldhausen entstehen. Doch eine neugegründete Bürgerinitiative findet die Pläne der Stadt überhaupt nicht gut. Sie fordert den Stopp des Genehmigungsverfahrens für den Bebauungsplan 97 und die Einleitung nachhaltiger Infrastrukturmaßnahmen.

„Ohne Wachstum geht es nicht. Aber warum wieder hier in Feldhausen? Was ist der städteplanerische Sinn dahinter?“, fragt Sebastian Hönes. Wie Bernd Maaßen, Dennis Kathage und Georg Hönes ist er Anwohner am Grünen Weg in Feldhausen. Zu viert haben sie die „Initiative Feldhausen“ gegründet, der sich bereits 50 Feldhausener angeschlossen haben. In der vergangenen Woche gab es eine erste Bürgerversammlung.

Neue Bürgerinitiative will Bebauungsplan für Feldhausen stoppen

Auf einer gut besuchten Bürgerversammlung trug die Bürgerinitiative ihre Argumente vor. © privat

60 Wohneinheiten sollen in den nächten Jahren am Kuhberg entstehen

Auf drei Flächen an den Straßen Grüner Weg/Hohes Feld/Am Kuhberg sollen in den nächsten Jahren 60 Wohneinheiten entstehen, darunter auch einige Sozialwohnungen. Doch warum stößt das bei den Feldhausenern auf Widerstand?

„Wir sehen, dass der Bedarf da ist. Aber ein Dorf wie Feldhausen muss man behutsam bebauen“, erklärt Bernd Maaßen. Es fehle vor allem an Infrastruktur im Ortsteil. Keine Einkaufsmöglichkeiten, zu wenig Kindergarten- und Schulplätze und ein ungenügender ÖPNV. „Man kann nicht nur eine reine Wohnbebauung machen“, so Sebastian Hönes.

Die Bevölkerungsentwicklung macht deutlich: Feldhausen erlebte in den Jahren von 2008 bis 2018 ein Wachstum von fast 8 Prozent. Zeitgleich erlebte der Ortsteil Grafenwald einen starken Rückgang der Bevölkerung von 6,5 Prozent. Sebastian Hönes: „Wo ist da der Sinn, in Feldhausen ein weiteres Neubaugebiet entstehen zu lassen?“

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Bürgerinitiative: Schon jetzt gibt es nicht genug Kita- und Schulplätze

Die Bürgerinitiative sieht keine Notwendigkeit, Feldhausen weiter so schnell zu bebauen, wenn keine Infrastrukturmaßnahmen in die Wege geleitet werden. Die jetzt schon überlastete Infrastruktur werde durch neuen Wohnraum weiter strapaziert. So würden viele Kinder in Feldhausen schon jetzt keinen KiTa- oder Schulplatz bekommen und man müsse für jede Erledigung einen weiten Weg auf sich nehmen. Gerade für Senioren ohne Auto sei dies ein großes Problem. Kritisiert wird die Stadt, die kein schlüssiges Gesamtkonzept für den Ortsteil vorlegen könne.

Neue Bürgerinitiative will Bebauungsplan für Feldhausen stoppen

Diese Bebauung will die Initiative verhindern. © Archiv

Bemängelt wird auch die ungenügende Entwässerung in Feldhausen. Das komplette Abwasser aus Overhagen, Alt-Feldhausen sowie das der Neubaugebiete werde über eine einzige Kanalleitung abgeführt. Hier komme es bei starken Regenfällen regelmäßig zu Rückstaus und zu vollgelaufenen Kellern. Eine weitere Versiegelung verschärfe dieses Problem womöglich noch.

Anwohner fürchten um den dörflichen Charakter ihres Wohnumgeldes

Ein weiterer Kritikpunkt sind die anfallenden Kosten durch den Straßenbau, den die Anwohner zum Teil selbst tragen müssen. Befürchtet werden ein höheres Verkehrsaufkommen sowie Lärm und Schmutz durch die Baustelle. Außerdem befürchten die Anwohner den Verlust des dörflichen und ländlichen Charakters Feldhausens.

„Bis jetzt habe ich noch kein Argument gehört, warum man weiter bauen sollte. Es profitieren nur die Investoren davon“, so Sebastian Hönes. Darum fordert die Initiative den Stopp des Bebauungsplanverfahrens und die Entwicklung eines zukunftsfähigen und nachhaltigen Gesamtkonzepts für Feldhausen.

Die neugegründete Initiative plant weitere Aktionen und möchte noch vor den Sommerferien zu einer weiteren Bürgerversammlung einladen.

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