Neues und Altes aus Grafenwald

Heimatverein stellt Schrift vor

212 Seiten dick ist der neue Band der Schriftenreihe des Vereins für Orts- und Heimatgeschichte Kirchhellen. Jede Menge Informationen, Geschichten, Fotos und Dokumente aus Grafenwald sind hier versammelt. "Neues aus Grafenwald" ist in einer Auflage von 800 Exemplaren erschienen.

Kirchhellen

, 13.10.2015, 15:23 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es hätten locker 400 Seiten sein können“, erzählte Peter Scheidgen stellvertretend für die neun Männer des Arbeitskreises Grafenwald, die mehr als ein Jahr an dem Werk gearbeitet haben. „Wir mussten eine Grenze ziehen“. Da wird ein Folgeband wohl nicht wieder so lange auf sich warten lassen wie jetzt.

Vorgänger entstand 1975

1975 erschien Heft 5 „Alles über Grafenwald“ von Johannes Rottmann. Sein Werk diente durchaus als Grundlage, so Scheidgen. Außerdem wurden Vorträge aus der Vergangenheit für die Schrift aufgearbeitet. „Ich bin stolz auf euch“, sagte Peter Pawliczek, Vorsitzender des Vereins für Orts- und Heimatkunde Kirchhellen, am Montagabend bei der Präsentation des Bandes. Er ist überzeugt, dass die 800 Exemplare schnell weggehen werden. Für jedes der rund 700 Mitglieder ist ein Exemplar reserviert. Für sie ist die Schriftenreihe im Beitrag enthalten. Andere Interessierte erhalten es für 15 Euro.

Ausführliche Chronik

Lesenswert ist schon die Chronik, die Rainer Weiß auf knapp 50 Seiten zusammengetragen hat und die so noch nie zu lesen war. Sie führt von ersten Steingeräten in der Steinzeit bis zur Verleihung des Dialog-Preises an die 100-Stunden-Aktion in diesem Jahr. Die erste urkundliche Erwähnung des Hofes Deffte im Jahr 1163, die Errichtung eines Zisterzienserinnenklosters 1240/41, die älteste Karte, auf der 1579 ein Teil von Grafenwald abgebildet war, der Schweinestreit von 1775 oder der erste Schulbau 1876 sind nur einige der insgesamt mehr als 100 Ereignissen aus Grafenwald. Die Chronik kann, so Weiß in seinem Bericht, auch als Ausgangpunkt für eigene Forschungen genutzt werden.

Weitere Beiträge befassen sich mit der Geschichte von Kirche, Schule und Sportverein in Grafenwald, aber auch mit Themen wie der Kaulage, einer Versicherung für Kuhbesitzer, oder „Platt kürn“.

Dilettantenverein Thalia

Neu selbst für Heimat-Kundige dürfte das Kapitel über den Dilettantenverein Thalia sein. 2019 wird er sein 100-jähriges Bestehen feiern. Der Verein existiert noch, Theater wird allerdings nicht mehr gespielt. Für Erinnerungen an frühere Zeiten recherchierte Hans-Josef Lehrich bei Mitgliedern. Wie bei diesem Beitrag hofft der Arbeitskreis, dass sich nach der Lektüre weitere Informanten und Zeitzeugen melden. „Es ist eine Aufgabe festzuhalten, was man jetzt noch weiß“, spricht Johannes Eulering für alle: „Das ist es, was Tradition stiftet“.

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