Oberbürgermeisterwahl: Blocks wünscht sich Tram nach Bottrop

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In einer Serie stellt die Redaktion die sechs Bottroper Oberbürgermeisterkandidaten und ihre Sicht auf Kirchhellen vor. Dieses Mal geht es um Günter Blocks von den Linken.

Kirchhellen, Bottrop

, 02.09.2020, 09:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Juni wurde er einstimmig zum Oberbürgermeisterkandidaten der Bottroper Linken gewählt und kündigte gleich einen „Kurswechsel zum Sozialen“ an. Günter Blocks ist Kreisvorsitzender der Partei und kritisierte bei seiner Ernennung vor allem den Sozialabbau in der Stadt.

Blocks ist 62 Jahre alt, Projektleiter im Bereich EU-Zuwanderung bei der Stadt Essen, verheiratet und hat zwei erwachsene Töchter. Zwar geht es bei seinem Herzensthema auch um die „Soziale Stadt Bottrop“, auf eines beschränken kann und will sich Blocks jedoch nicht. Und so wünscht er sich mehr gewerbliche Arbeitsplätze, die Einführung des 365-Euro-Tickets für den öffentlichen Nahverkehr, eine „Tram zwischen Kirchhellen und Bottrop“ und eine Altschuldenlösung. Doch was wünscht er sich noch ganz konkret für Kirchhellen?

Senioren

Für die Senioren, von denen es in Kirchhellen vergleichsweise viele gibt, möchte Güter Blocks eine Infrastruktur schaffen, die es ihnen ermöglicht, in ihrem gewohnten Lebensumfeld zu bleiben. „Kirchhellen benötigt dringend eine Pflegeberatungsstelle und die Tages- und Kurzzeitpflege muss ausgebaut werden“, so Blocks.

Feuerwache

Wenig zu kritisieren hat der Linken-Kandidat am neuen Standort der Kirchhellener Feuerwache an der Rentforter Straße. „Der Standort an der Rentforter Straße ist einsatztaktisch für die Feuerwehr die geeignetste Lösung, aber auch aus Umweltgesichtspunkten akzeptabel“, so der 62-Jährige.

Ehrenamt

„Großen Respekt“ hat Blocks vor dem Engagement und der Vereinskultur der Kirchhellener. Doch wie kann man die ehrenamtlich Tätigen unterstützen? Hier führt der Politiker die kürzlich vorgeschlagene Idee seiner Partei an, ehrenamtlichen Helfern während des Corona-Lockdowns seitens der Stadt Einkaufsgutscheine für den lokalen Einzelhandel zukommen zu lassen. „Solcherart Anerkennung ließe sich auch auf weitere nachbarschaftliche Unterstützungsangebote ausweiten“, meint Günter Blocks.

Kinder und Jugendliche

Reicht das neue Jugendhaus, um alle Kirchhellener Kinder und Jugendlichen zu erreichen? Blocks glaubt das nicht und führt an, dass das dortige Ferienprogramm bereits kurz nach der Eröffnung des Hauses ausgebucht gewesen sei. „Hier zeigt sich deutlicher Mehrbedarf. Wenn man jungen Familien mit Kindern das Dorf schmackhaft machen will, genügt nicht nur ein Jugendtreff.“ Es bräuchte auch attraktive Freizeitangebote wie Skate-, BMX- und Treff-Möglichkeiten. Platz dafür sei in Kirchhellen genug vorhanden.

Günter Blocks fordert - besonders mit Blick auf die Badesee-Pläne - ein umfassendes Verkehrskonzept für Kirchhellen.

Günter Blocks fordert - besonders mit Blick auf die Badesee-Pläne - ein umfassendes Verkehrskonzept für Kirchhellen. © Manuela Hollstegge (A)

Verkehrssicherheit

Um das Thema Verkehrssicherheit anzugehen, würde der Kandidat der Linken als erstes ein umfassendes Verkehrskonzept erstellen lassen. „Unter anderem auch mit Blick auf die Pläne eines Badesees in der Kirchheller Heide“, so Blocks. Zudem macht er sich für Verkehrsberuhigung durch begrünte Verkehrsinseln oder die Aufhebung der Trennung der Verkehrsflächen nach niederländischem Vorbild stark.

Bottrop vs. Kirchhellen

Günter Blocks versteht, dass sich Kirchhellener manchmal von Politik oder Verwaltung übergangen fühlen. „In jüngster Zeit ist es immer wieder mal vorgekommen, dass sich die Verwaltung über die Bezirksvertretung hinweggesetzt hat“, sagt er. Schon beim Widerstand gegen den massiven Ausbau der Schneiderstraße in Grafenwald habe seine Partei gezeigt, wie konsequent Bürgerinteressen gegen die Pläne der Stadtverwaltung vertreten werden könnten. So wolle er sich dafür einsetzen, gute örtliche Traditionen zu erhalten, aber auch gemeinsam mit Bottrop „nach vorn zu kommen“.

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