Oberbürgermeisterwahl: Gerber möchte Rat in Kirchhellen tagen lassen

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In einer Serie stellt die Redaktion die sechs Bottroper Oberbürgermeisterkandidaten und ihre Sicht auf Kirchhellen vor. Dieses Mal geht es um Michael Gerber, Kandidat der DKP.

Kirchhellen, Bottrop

, 28.08.2020, 09:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seine Partei sieht sich laut eigenen Aussagen als das „soziale Gewissen der Stadt“ und auch Michael Gerber, Oberbürgermeisterkandidat der Bottroper DKP, möchte für die „kleinen Leute“ da sein und darüber informieren, was innerhalb der Stadtverwaltung passiert.

Der 70-jährige gelernte Wartungselektroniker ist Witwer, lebt aber mit einer neuen Lebenspartnerin zusammen. Gefragt nach seinen politischen Herzensthemen, fackelt Gerber nicht lange: „Armut beseitigen, den Bottrop-Pass wieder einführen, und für Kirchhellen, dass endlich der Name Loewenfeld vom Straßenschild verschwindet.“ Gerber ist durchaus auch in Kirchhellen aktiv, beteiligte sich 2014 beispielsweise an der Initiative „Zukunft Schwarze Heide“. Doch was denkt er über aktuelle Kirchhellener Themen?

Senioren

Was möchte er beispielsweise für die Senioren tun, die einen großen Teil der Kirchhellener Bürger ausmachen? „Bessere Aufenthaltsqualität im Dorf schaffen und mehr Bänke aufstellen“, sagt Michael Gerber. Außerdem macht er sich für ein besseres Angebot für Senioren im Bereich Sport und VHS-Kurse stark.

Feuerwache

Eine ganz klare Meinung hat der DKP-Kandidat zum geplanten Standort der neuen Kirchhellener Feuerwache an der Rentforter Straße. „Der Beschluss wurde ohne Beteiligung der Bürger getroffen. Die Bürger müssen bei der Entscheidung über Alternativen beteiligt werden“, sagt er. Die DKP sei die einzige Partei gewesen, die den Beschluss über den Erwerb des Grundstücks abgelehnt habe. Gerber schlägt vor, eine Abstimmung der Bürger in Kirchhellen über die Alternativen durchzuführen.

An dieser Stelle im Bereich der Rentforter Straße soll die neue Kirchhellener Feuerwache gebaut werden. Michael Gerber, Oberbürgermeisterkandidat der DKP, macht sich für die Suche nach Alternativen stark.

An dieser Stelle im Bereich der Rentforter Straße soll die neue Kirchhellener Feuerwache gebaut werden. Michael Gerber, Oberbürgermeisterkandidat der DKP, macht sich für die Suche nach Alternativen stark. © Stadt Bottrop

Ehrenamt

Kirchhellen ist bekannt für sein großes Netzwerk an Ehrenamtlichen. Michael Gerber findet zwar, dass die Ehrenamtskarte weiter ausgebaut werden sollte, „die eigentlichen Aufgaben der Stadtverwaltung dürfen aber nicht vernachlässigt werden.“ Seine Partei fordere daher die Einrichtung von 50 zusätzlichen Ausbildungsplätzen und die Besetzung aller städtischen Stellen.

Kinder und Jugendliche

Ist mit dem neuen Kirchhellener Jugendhaus genug für Kinder und Jugendliche im Ort getan? Gerber, der betont, dass sich die DKP schon vor über zehn Jahren für solch eine Einrichtung eingesetzt habe, fordert mehr Streetworker in der offenen Jugendarbeit - auch in Kirchhellen. „Das Jugendamt sollte außerdem wieder eine Sprechstunde in Kirchhellen einführen“, so der 70-Jährige.

Einzelhandel

Das Coronavirus hat auch in Kirchhellen dazu geführt, dass der Einzelhandel eingebrochen ist. Während die Politik in Bottrop bereits Maßnahmen auf den Weg bringt, um dem Handel zu helfen, ist in Kirchhellen noch nichts passiert. Gerber sieht hier zunächst einmal die Händler in der Pflicht: „Hier sind noch mehr Ideen des Einzelhandels in Kirchhellen notwendig.“ Grundsätzlich müsse dieser gestärkt werden, das gehe aber nur, wenn die Bürger über ausreichend Kaufkraft verfügten. Daher fordert Gerber, die ärmere Schicht der Bevölkerung mit städtischen Mitteln zu unterstützen.

Verkehrssicherheit

Beim Thema Verkehrssicherheit fallen dem 70-Jährigen sofort zwei Maßnahmen ein, die er umgehend in Kirchhellen umsetzen würde. „Die Hauptstraße sollte eine Fußgängerzone werden und für Fahrradfahrer frei sein. Im Ortsteil von Kirchhellen sollte grundsätzlich eine 30er-Zone eingerichtet werden.“

Bottrop vs. Kirchhellen

Vollstes Verständnis hat der DKP-Kandidat dafür, dass sich Kirchhellener bei Verwaltung und Politik oft „außen vor“ sehen und darüber beschweren. „Die Entscheidungen der Bezirksvertretung Kirchhellen werden im Rat der Stadt von CDU und SPD regelmäßig missachtet“, sagt er. Er regt an, dass der Rat der Stadt und ebenso die anderen Ausschüsse einmal jährlich in Kirchhellen tagen sollten.

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