OGS der Gregorschule in „desolatem Zustand“

hzBergbauschäden

Das Problem ist nicht neu: Der OGS-Container der Gregorschule ist seit Jahren in Schieflage. Die Kirchhellener Politiker fordern eine Lösung.

Kirchhellen

, 16.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Bereits vor 30 Jahren habe seine eigene Tochter Schwierigkeiten in dem Container gehabt, sagte Rainer Hürter, Vorsitzender des CDU-Ortsvereins, in der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung. „Seither ist nichts gemacht worden.“

Nichts gemacht am schrägen Boden des Schulcontainers, in dem sich heute die OGS der ersten und zweiten Klassen befindet. Schüler würden regelmäßig seekrank, berichtet Oliver Mies (FDP). „Es gibt Kinder, die auch bei Regenwetter lieber draußen als im Container spielen, da ihnen im Gebäude übel wird.“ Bei seinem letzten Besuch der OGS hätte er echte Probleme gehabt, wieder herauszukommen, berichtete Bezirksbürgermeister Ludger Schnieder (CDU). „Denn ich bin eigentlich kein Bergsteiger.“

Deswegen hatte die CDU Bezirksfraktion Kirchhellen die Verwaltung um eine Stellungnahme zum Zustand der OGS gebeten, unter anderem wollten die Politiker wissen, wie und wann die Verwaltung die OGS in einen „akzeptablen Zustand“ versetzen werde.

Prioritätenliste des Schulausschusses

Zeitnah werde das wohl nicht passieren, teilte Karl Trimborn, Leiter des Fachbereichs Jugend und Schule, mit. Es gebe eine Prioritätenliste des Schulausschusses, laut derer die Übermittagsbetreuung anderer Schulen einen deutlich höheren Raum- und Sanierungsbedarf hätte. „Selbst wenn wir den Container abreißen würden, steht die Gregorschule nicht ganz oben.“

Denn: Die ehemalige Hausmeisterwohnung sei erst 2015 zur OGS für die Klassen 3 und 4 hergerichtet worden. „Diese Räume sollten eigentlich der Ersatz für den Pavillon sein.“ Zusätzlich könnten auch noch die Klassenräume der Schule und die Mensa für die Übermittagsbetreuung genutzt werden. „Jeder Raum der OGS gehört der Schule und jeder Raum der Schule der OGS“, betonte Trimborn. Schnieder entgegnete: „Das klappt nirgendwo.“

Karl Trimborn machte deutlich: „Um alle OGS-Angebote in der Stadt Bottrop in einen tipptoppen Zustand zu versetzen, bräuchten wir insgesamt 38 Millionen Euro. Unser gesamtes Jahresbudget liegt bei 22 Millionen Euro.“ Dorothee Askemper (CDU) stellte klar: „Wir wollen ja gar keine opulente Ausstattung. Wir wollen nur, dass der Zustand auf eine Ebene gestellt wird und die Kinder keine echten Gleichgewichtsstörungen mehr haben.“

Oliver Mies (FDP) wollte wissen: „Wie könnte ein Alternativplan aussehen?“ Und brachte einen Neubau ins Gespräch, in dem sich auch eine Möglichkeit für Schulveranstaltungen und zum Sportunterricht bieten würde. „Dann hätten wir nicht mehr so viel Busverkehr.“ Er könnte sich vorstellen, dass es dafür auch Unterstützung – und Spenden – aus der Bevölkerung geben würde.

Einstimmig beschlossen die Bezirksvertreter, eine erneute kritische Betrachtung der Situation durch den Schulausschuss zu beantragen, und damit, so hoffen sie, die OGS der Gregorschule auf der Prioritätenliste weiter nach oben zu befördern.

Lesen Sie jetzt