Heilpraktikerin Annika Chruschcz hilft Pferden mit Massagen und Blutegeltherapie

hzHeilpraktiker für Tiere

Statt Aromatherapien und Ayurverda anzubieten, massiert Annika Chruschcz verspannte Flanken und schaut sich die Nüstern ihrer Patienten an. Sie ist Heilpraktikerin für Pferde.

Kirchhellen

, 20.08.2019, 13:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Denkt man an alternative Heilpraktiken, so kommen einem gleich Räucherstäbchen oder Aromatherapien in den Sinn. Die haben mit dem Arbeitsalltag von Annika Chruschcz nur wenig zu tun. Mit „Annikas Pferdeheilpraxis“ ist die Kirchhellenerin seit etwas mehr als einem Jahr als Heilpraktikerin und Physiotherapeutin für Pferde tätig.

Ihre vierbeinigen Patienten haben dabei oft ähnliche Leiden wie ihre Halter, wenn diese die Hilfe eines Physiotherapeuten in Anspruch nehmen müssen – von verspannten Muskelsträngen bis zu verkürzten Gelenken.

Massage und Gangschule bietet die Heilpraktikerin an

Auch die Behandlung läuft in den meisten Fällen ähnlich ab wie bei menschlichen Patienten. Annika Cruschcz führt bei Bedarf eine Gangschule mit ihnen durch oder massiert die Pferde. Wer denkt, dass die Kirchhellenerin größere Kräfte bei der Massage aufbringen muss, der ist auf dem Holzweg: „Pferde haben zwar größere, aber deshalb auch empfindlichere Muskulatur als der Mensch. Minimale Bewegungen reichen häufig aus“, erklärt die Pferdeheilpraktikerin.

Nur bei einer Therapieform seien die Halter ihrer Patienten froh, dass nicht sie gerade von Annika Chruschcz behandelt würden, berichtet sie. Eine übliche Methode, um etwa Entzündungen bei Pferden zu behandeln, ist nämlich der Einsatz von Blutegeln. „Die wenigsten Halter reagieren bei dem Einsatz der Egel skeptisch“, sagt sie. „Das liegt zum einen daran, dass die Egeltherapie in der Behandlung von Pferden immer größere Verbreitung findet. Zum anderen liegt die Hemmschwelle auch einfach niedriger, weil ich nun einmal Tiere therapiere. Bei sich selbst würden viel weniger Halter eine Behandlung mit Blutegeln zulassen.“

Viel Zeit für den Patienten

Ein entscheidender Unterschied zu einem herkömmlichen Tierarztbesuch sei zudem die Zeit, die sich Annika Chruschcz nimmt, ihre Patienten kennenzulernen. „Für das erste Gespräch mit dem Halter nehme ich mir 20 Minuten Zeit, in denen ich die Krankheitsgeschichte, den Charakter und eventuelle Eigenheiten meines Patienten in Erfahrung bringe. Danach untersuche ich das Pferd ausführlich und schaue mir Fell, Standbild, Augen, Nüstern an. Alles in allem brauche ich für meine erste Sitzung ungefähr anderthalb bis zwei Stunden Zeit“, sagt sie.

Wichtig sei zudem, dass der Halter während der kompletten Therapie zugegen sei. „Die Behandlung ist mitunter schmerzhaft für das Pferd. Da ist es gut, wenn die Bezugsperson zur Beruhigung dabei ist“, meint die Expertin.

Enge Zusammenarbeit mit Tierärzten

Anders als bei der Heilpraxis für Menschen sei die tierische jedoch keine Alternative zu der herkömmlichen Tiermedizin, erklärt Annika Chruschcz. Sie arbeite eng mit Tierärzten und Hufschmieden zusammen, um ihren Patienten zu helfen Diese liegen ihr nämlich sehr am Herzen: „Ich kann hier meinen absoluten Traumberuf ausführen. Schon als Kind wollte ich unbedingt mit Pferden arbeiten. Ich habe vorher als Stallhilfe gearbeitet, wollte aber noch ein bisschen mehr für die Tiere tun. Sie liegen mir einfach am Herzen“, sagt sie.

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