Plattdeutsches Theater mit Tante Berta, einer Hochzeit und Verwandten in Höchstform

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Die Laienspieler der Kolpingsfamilie Kirchhellen stehen in den Startlöchern für ihr neues plattdeutsches Theaterstück. Unter den neuen Spielern sind auch alte Bekannte.

Kirchhellen

, 05.02.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Freunde der plattdeutschen Mundart werden im März wieder auf ihre Kosten kommen. Denn dann präsentiert die Laienspielschar der Kolpingsfamilie Kirchhellen ihr neues Stück „Den ledigen Baugrund“ auf der Bühne im Brauhaus. Diesmal in einer so starken Besetzung wie seit Jahren nicht mehr…

„Die größte Herausforderung ist das Platzproblem auf der Bühne“, berichtet Regisseurin Claudia Hollender am Montagabend (3. Februar) bei den Proben im Hof Jünger. Mit zehn Schauspielern ist die Besetzung in diesem Jahr so stark wie lange nicht mehr. Gleich drei Neuzugänge gibt es.

Comeback als Darsteller

Wobei Bernd Goebel manchen Theaterbesucher bekannt vorkommen dürfte. Schließlich gehörte er bis 1992 mit zum festen Ensemble der Laienspielschar. Aus privaten Gründen zog er von Kirchhellen weg. Nun ist er aber wieder zurück im Dorf und feiert als Darsteller in diesem Jahr sein Comeback.

Mit 15 Jahren ist Josefin Schnieder zwar die jüngste Darstellerin, kann aber trotzdem schon auf einige Jahre Mitarbeit in der Laienspielschar zurückblicken. Zunächst begleitete sie ihre Mutter und Souffleuse Simone Schnieder bei den Aufführungen und Proben. Dann übernahm sie die Rolle der rechten Hand von Regisseurin Claudia Hollender und stand als Ersatzrolle für alle Schauspieler bereit. In diesem Jahr darf sie zum ersten Mal im Stück eine eigene Rolle übernehmen. Das Plattdeutsche macht ihr dabei keine großen Probleme: „Es ähnelt sehr dem Deutschen und Englischen. In den vergangenen Jahren habe ich mir viele Wörter gemerkt. Und wenn ich was nicht weiß, kann ich meine Mutter fragen.“

„Man muss auf viel mehr Details achten“

Der dritte Neuzugang im Bunde ist Rainer Strohmeier. Bühnenerfahrung hat dieser bereits als einer der „Acht Abgerichteten“ im Grafenwälder Karneval. „Ich habe schon länger mit dem Gedanken gespielt, auch beim Theater mitzumachen“, erzählt er. Doch durch die intensiven Karnevalsproben war er schon gut ausgelastet. In diesem Jahr sagte er sich aber: „Wenn nicht jetzt, dann wird das nie mehr was.“ Und so übernimmt er die Rolle des Karl-Otto Hufnagel im Stück. „Es ist ganz anders als im Karneval. Man muss auf viel mehr Details achten“, erzählt er.

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Seit Januar wird für das neue Stück zwei Mal die Woche im Hof Jünger geprobt. Die Texte sitzen bereits und Regisseurin Claudia Hollender ist zufrieden: „Wir sind wirklich weit für Anfang Februar. Ich hatte auch schon andere Jahre.“ Freuen können sich die Besuche wieder auf ein lustiges, kurzweiliges Stück mit Happy-End auf Kirchhellener Platt. „Wir bleiben uns treu“, verspricht die Regisseurin.

Inhaltlich geht es bei „Den ledigen Baugrund“ um zwei Familien und Tante Berta. Laut Testament muss eine der beiden Schwestern Berta so lange bei sich behalten bis diese einen Mann gefunden hat. Doch das ist nicht einfach, denn Berta liebt Bier, Schnaps und Zigarren mehr als Wasser, Seife oder gar Arbeit. Schließlich fasst die Verwandtschaft den Entschluss und gibt eine Heiratsannonce auf.

Verwandtschaft läuft zur Höstform auf

Da mit Berta wirklich kein Staat zu machen ist, gibt es als Mitgift einen Bauplatz. Bald melden sich mehrere Interessenten. Doch kaum ist Berta an den Mann gebracht, wird eine Ölquelle auf dem Bauplatz entdeckt und Berta gewinnt im Lotto. Jetzt ist guter Rat teuer und die Familien versuchen alles, um Berta und ihr Geld zu halten. Doch keiner hat mit Berta gerechnet, die nun selbst einen Heiratskanditaten präsentiert. Die Verwandten laufen zur Höchstform auf und versuchen, mit allen erlaubten und unerlaubten Mitteln, zu retten, was zu retten ist.

  • Der Vorverkauf für das Stück beginnt am 1. März von 9 bis 11 Uhr im Brauhaus. Karten gibt es für 10 Euro. Ab dem 2. März können weiterhin Karten im Brauhaus oder an der Abendkasse erworben werden.
  • Die Aufführungen im Brauhaus: Samstag, 21. März, um 18 Uhr; Sonntag, 22. März, um 16 Uhr; Freitag, 27. März, um 19.30 Uhr; Samstag, 28. März, um 18 Uhr und Sonntag, 29. März, um 16 Uhr
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