Proben für den großen Wurf

Brezelfreunde trafen sich

Obwohl das Brezelfest erst in einem Monat ist, dreht sich in Kirchhellen schon jetzt alles um das Fest: In den Schaufenstern im Dorfkern hängen Brezel, alles ist in Blau und Rot gehalten und bei Facebook tauschen die Nutzer ihre Brezel-Outfits. Auch die Brezelpolizei ist alarmiert und probt den Wurf auf den Brezel.

KIRCHHELLEN

, 03.08.2017, 16:54 Uhr / Lesedauer: 2 min
Proben für den großen Wurf

Die Brezelfreunde waren voll dabei - übernahmen sich bei der Übung aber nicht.

Der Vorstand und die Brezelpolizei probten am Mittwoch bei Nieselregen den Brezelwurf. Die Brezelfreunde trafen sich am Abend auf dem großen Hof von Schulte-Zweckel, wo der Brezel nur darauf wartete, herunter geworfen zu werden. „Eigentlich treffen wir uns immer bei mir Zuhause. Aber wegen des Sturms vor ein paar Wochen geht das leider nicht. Drei Eichen hat der Sturm mitgenommen“, sagte Markus Dreckmann, Hauptmann der Brezelpolizei. „Dat können wir auch immer so machen. Hier isses viel schöner“, riefen einige Begleiter aus dem Hintergrund und lachten laut. Zweck des Treffens am Mittwochabend: „Wir müssen prüfen, ob alles passt. Zum Beispiel die Brezelstange und der Brezel selbst“, erläuterte Dreckmann weiter und tat den Kommentar seiner Freunde mit einem Lächeln ab. „Und es ist eine gute Gelegenheit, um ein Bier zu trinken“, ergänzte Geschäftsführer Stefan Janinhoff und nahm einen Schluck aus der grünen Bierflasche.Qualität zufriedenstellend Rund 30 Mann kamen zusammen, um zu üben. Mit dabei war auch Markus Kläsener, der besonders auf den Brezel achtete, den er extra für die Übung gebacken hatte. Ob der Regen dem Brezel schadet? „Es kann beim Brezelfest ja auch regnen. Aber ich bin bisher mit der Qualität zufrieden“, sagte Markus Kläsener. Bei dem Brezel sei es wichtig, dass er nicht allzu schnell und nicht im Ganzen herunter kommt. Dieses Jahr habe Kläsener bisher vier Brezel für die Übungen gebacken. „Das ist nicht so viel“, gab Kläsener zu. In diesem Jahr ist der Bäcker das siebte Mal derjenige, der den Brezel backt. An der Rezeptur ändere er nichts mehr. „Aber ich kann bei der Backzeit variieren, wenn es sein muss. In der Regel backt der Brezel acht Stunden.“ Der Major Christopher Gertz zeigte sich beeindruckt: „Das ist schon eine Kunst für sich.“ Vielleicht gibt es bei dem nächsten Brezelfest in drei Jahren den ersten Brezel aus dem Ur-Getreide Emmer, räumte Kläsener ein und lachte.„Ihr könnt ja gar nichts!“ Nach mehreren Probeläufen, bei denen einige Knüppel daneben gingen, und Zwischenrufen von am Rande stehender Brezelmänner („Ihr könnt ja gar nichts!“), schaffte es Jochen Königshausen, einen Stuten abzuwerfen. Somit war er Stutenkönig des Abends. Den Brezel holte der Oberleutnant der 1. Kompanie, Matthias Brüning, herunter. Ob er bei dem eigentlichen Fest auch siegt, bleibt noch offen.

Peter Dreckmann gründete die Brezelpolizei im Jahr 1964.

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