Radweg nach Gahlen: Scharfe Kritik an erneuter Verzögerung

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Die Verzögerung beim Radwegebau nach Gahlen wird in Kirchhellen scharf kritisiert. Besonders Bezirksbürgermeister Schnieder findet klare Worte. Straßen.NRW bezieht ebenfalls Stellung.

Kirchhellen, Gahlen

, 02.07.2020, 09:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ist dieser Radweg von den Behörden der Stadt Bottrop und der Landesbehörde Landesstraßen NRW überhaupt gewollt?“, das fragt sich Bezirksbürgermeister Ludger Schnieder. Anlass für seine Kritik ist die erneute Verzögerung des Radwegebaus von Kirchhellen nach Gahlen. Kurzfristig hatte ein Pressetermin zum Start des Baus abgesagt werden müssen, weil nach Angaben der Stadt Bottrop eine Unterschrift des Landesbetriebes Straßen.NRW fehlte.

„Seit meinem Amtsantritt vor sechs Jahren laufe ich diesem Radweg hinterher. In den ersten Jahren mag ein gewisses Interesse der Stadt noch vorhanden gewesen sein. Das jetzige Engagement der Stadt lässt dieses Interesse jedoch vermissen“, so Schnieder. Unzählige Gespräche habe er mit den Ämtern geführt und auf die Umsetzung gedrängt.

Die zuständige Verwaltung mit Baudezernent Klaus Müller an der Spitze habe ihm jedoch immer neue Gründe mitgeteilt, warum es nicht weitergehe. „Der fehlende heiße Draht zur Landesbehörde Straßen.NRW wird in diesem, wie auch in anderen Fällen, eklatant deutlich“, kritisiert der Bezirksbürgermeister.

Viele Fahrradwege in Kirchhellen seien in einem katastrophalen Zustand, das sei in anderen Kreisen nicht so. Auf Gahlener Gebiet sei der Radweg zum Beispiel bereits fertiggestellt und der sei zur gleichen Zeit geplant worden wie der Kirchhellener.

„Mit dem verzögerten Ausbau des Radweges ist ein weiteres, mit viel Herzblut von Ehrenamtlichen vorbereitetes Projekt in Gefahr: die Glasfaseranschlüsse für den Norden Kirchhellens. Ein Unding in diesen Zeiten“, so Schnieder. Er fordert Oberbürgermeister Bernd Tischler nun dazu auf, den Weg zur Chefsache zu machen: „Lassen Sie es nicht zu, dass das ehrenamtliche Engagement mit Füßen getreten wird, sondern treten Sie lieber ihren Mitarbeitern auf die Füße.“

Radweg in Gahlen wird rege genutzt

Auch der Gahlener Antonius Jansen, der sich seit vielen Jahren für den Radweg einsetzt, findet deutliche Worte zur neuen Verzögerung: „Das ist wirklich blamabel und ich verstehe es auch nicht so wirklich.“ In Gahlen sei der Weg seit Mitte Mai fertig und werde auch rege genutzt. Mitte Juni habe er mit dem Sekretariat des Baudezernenten Klaus Müller in Bottrop gesprochen, dort habe es geheißen, dass die Verträge fertig seien und man mit der Ausschreibung beginnen könne. „Als jetzt die Absage des Pressetermins kam, bin ich aus allen Wolken gefallen“, sagt er.

Nadia Leihs, Sprecherin von Straßen.NRW, erklärt auf Anfrage der Redaktion: „Wir konnten bislang nicht unterschreiben, da die Entwurfsunterlagen erst seit Kurzem vollständig vorliegen. Wir rechnen damit, in den nächsten Wochen die Bauvereinbarung schließen zu können.“

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