So sehen Sieger aus: Sanfte Schotten holen reihenweise Preise und schmecken auch noch gut

hzGalloways

Eigentlich sollten die Rinder auf dem May Hof nur zur Weidepflege genutzt werden. Doch dann kam alles doch ganz anders.

Kirchhellen

, 02.02.2020, 12:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das usselige Wetter macht den Rindern auf dem Hof May nichts aus. Die flauschigen Riesen sind nass-kalte Tage gewohnt und so lieben sie es.

Olaf (59) und Ursula (57) Hasenbein aus Kirchhellen haben ihr Herz an die älteste nachgewiesene Rinderrasse aus Schottland verloren. „Eigentlich sind wir zufällig auf die Rasse gestoßen“, sagt Olaf Hasenbein.

Erfolgreiche Rinder-Familie

Elmo ist der aufgehende Star am Galloway-Himmel. Er wurde vor Kurzem zum Junior Reserve Champion 2020 für Jungbullen gekürt. Dabei ist der stattliche Bulle gerade einmal 22 Monate jung.

So sehen Sieger aus: Sanfte Schotten holen reihenweise Preise und schmecken auch noch gut

Ein richtiges Kraftpaket, aber ganz lieb: Elmo. © Schulz-Gahmen

Nicht weniger erfolgreich ist Nancy. Sie ist Bundessiegerin bei Kuh mit Kalb und Champion over all. Auch sie ist mit ihren dreieinhalb Jahren noch jung. Aber nicht zu jung, um bereits Muttertier zu sein. Nel ist sechs Monate jung und war bereits mit auf Schauen.

So sehen Sieger aus: Sanfte Schotten holen reihenweise Preise und schmecken auch noch gut

Mutter und Tochter: Nancy mit Kalb Nel waren schon erfolgreich auf Rinder-Schauen. © Schulz-Gahmen

Das Ehepaar betreibt einen Pferdehof. „Die Wiesen sind das Aushängeschild des Betriebes“, findet der Hofbesitzer. Damit diese auch schön anzusehen sind, brauchten Hasenbeins eine geeignete Tierart, die die Weiden in Schuss hält. Denn nicht alle Tierarten eignen sich dazu. Beispielsweise Schafe und Ziegen beanspruchen Wiesen mehr, als dass sie diese pflegen.

Rinder zerstören Parasiten endgültig

Dazu kommt, dass alle Tiere, auch Pferde, ab und zu Würmer haben. Seit ungefähr vier Jahren haben die Parasiten Resistenzen gegen Wurmmittel entwickelt und die Industrie stellt keine neuen Stoffe mehr her. Die Verbände haben darauf reagiert und den Züchtern zu alternativen Bekämpfungs-Methoden geraten. Eine solche Alternative heißt: Galloways.

So sehen Sieger aus: Sanfte Schotten holen reihenweise Preise und schmecken auch noch gut

Lecker, lieb und nützlich: Galloways liegen im Trend.

Die vier Kuhmägen spielen eine besondere Rolle bei der Zerstörung der lästigen Parasiten. Die Hufe der Rinder vertikutieren die Weide ganz automatisch. Dazu kommt, dass die sanften Riesen genetisch hornlos sind, also dahingehend keine Gefahr für Artgenossen und Menschen darstellen. Außerdem haben sie eine außergewöhnliche Fleischqualität. „Diese kommt auch zustande, weil die Zwischenkalbezeit bei der Rasse kurzgehalten wird. Das heißt, dass sie schnell hintereinander kalben. Die Tiere neigen zu einer Verfettung, wenn dies nicht geschieht. „Das wiederum führt zu einer Sterilität“, erklärt Olaf Hasenbein.

Fleisch vom Hof May auf Bestellung

Die Herde auf dem Hof May umfasst derzeit 34 Tiere. Im Jahr werden rund 8 Tiere davon geschlachtet. Vorher dürfen sie aber mindesten vier Jahre lang auf der Weide stehen. Fleisch gibt es auf Bestellung bei den Hasenbeins. Auch das in Deutschland eher unbekannte Onglett (Hanging Tender/Nierenzapfen) gibt es ab Hof. Für ein Kilogramm davon zahlt man 28 Euro.

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