Gottesdienste in Präsenz sind seit der Corona-Pandemie auch in Kirchhellen nicht mehr selbstverständlich. „Wir werden auch danach nicht mehr dort weitermachen können, wo wir im Februar 2020 waren“, sagt Pastoralreferent Werner Koschinski. © Maria Dehling (A)
Kirche

St. Johannes und Corona – „Kirche muss sich neu aufstellen“

Die Pfarrei St. Johannes in Kirchhellen hat seit Corona viele kreative Projekte gestartet. Jetzt gibt es neue Angebote. Doch auch nach Corona wird Kirche wohl nicht mehr so sein wie vorher.

Corona hat das Pfarrei-Team St. Johannes in Kirchhellen dazu gezwungen, kreativ zu werden, neue Wege zu gehen. Und auch nach über einem Jahr Pandemie schüttelt es immer wieder neue Ideen aus dem Ärmel. Pastoralreferent Werner Koschinski glaubt, dass auch nach dem Ende von Corona nichts mehr so sein wird wie noch im Februar 2020.

„Die Gewohnheiten der Menschen haben sich geändert. Da muss sich Kirche, da müssen sich aber auch Vereine und andere Institutionen neu aufstellen. Es wird auf jeden Fall spannend bleiben“, sagt er. In der Gemeindearbeit in Kirchhellen ist die Neuaufstellung an vielen Stellen schon sichtbar. Nach Gottesdiensten „to go“ oder open air, Marktständen, einem Adventsfensterkalender oder fahrenden Segensboten statt Sternsingern – in St. Johannes hat man sich viel einfallen lassen, um Kirche trotz Corona zu den Kirchhellenern zu bringen.

Video-Impulse und Online-Gottesdienste kommen gut an

Seit Weihnachten hat die Pfarrei außerdem einen eigenen Youtube-Kanal. Dort werden die Gottesdienste übertragen, aber auch verschiedene Impulse. „Das wird gut genutzt, vor allem von den Menschen, die in Zeiten von Corona nicht in die Kirche kommen möchten“, sagt Werner Koschinski. Die Impulse würden zudem vielen Kirchhellenern gut tun, da sie so in Kontakt mit ihrer Gemeinde kommen könnten.

Pastoralreferent der Pfarrei St. Johannes Kirchhellen, Werner Koschinski (l.), glaubt, dass sich die Kirche auf die veränderten Gewohnheiten der Menschen einstellen muss.
Pastoralreferent der Pfarrei St. Johannes Kirchhellen, Werner Koschinski (l.), glaubt, dass sich die Kirche auf die veränderten Gewohnheiten der Menschen einstellen muss. © Manuela Hollstegge (A) © Manuela Hollstegge (A)

Doch das Seelsorgeteam rund um Pfarrer Christoph Potowski hat noch weitere Projekte in Planung beziehungsweise schon umgesetzt. So können Kinder und Jugendliche sich beispielsweise am Anfang jeden Monats ein Dorf- oder Bildersuchspiel an den Haupteingängen der Pfarrheime abholen. Dieses müssen sie dann innerhalb von zehn Tagen lösen und in die Briefkästen der Pfarreien einwerfen. Jeder Teilnehmer erhält dann einen kleinen Preis.

„Wegen Corona gehen vielen jungen Menschen die Kontakte flöten, sie werden träge, sitzen viel zu Hause und dort vielleicht auch vor dem Handy und PC. Mit diesem kleinen Spiel wollen wir ihnen eine Möglichkeit geben, aktiv zu werden und ihnen zeigen, dass das Leben noch stattfindet“, erklärt der Pastoralreferent.

Alternative Impulse für Kirchhellener Jugendliche

Für die 14- bis 17-Jährigen gibt es in der Woche vor Pfingsten noch ein weiteres Angebot: Sie sind zu einem „alternativen Impuls“ in die Kirchen eingeladen – am 18. Mai in die Marienkirche Feldhausen, am 19. Mai in die frisch renovierte Johanneskirche Kirchhellen und am 20. Mai in die Kirche Heilige Familie in Grafenwald – immer jeweils um 17.30 Uhr. Im Mittelpunkt des Impulses werden ein Film-Trailer, eine ungewohnte Erzählung aus der Bibel, aber auch Zeit für eigene Gedanken stehen.

Gleichzeitig wurde in der Grafenwälder Kapelle eine sogenannte „Pray Station“ eingerichtet – also eine Art Gebetsstation. Diese kann selbstständig mit maximal vier Personen aufgesucht werden. „In der Kapelle gibt es drei Stationen mit Impulsen und Eindrücken, die jeder auf sich wirken lassen kann“, erklärt Koschinski. Das Motto im Mai lautet „Du bist …“. Ab Juni werden die Stationen unter dem Thema „Sei mutig und stark“ stehen, im Juli lautet das Motto „Komm und ruh dich aus“.

Schon jetzt plant der Pfarreirat ein Sommer-Angebot – hauptsächlich unter freiem Himmel. „Wir wollen – je nachdem was dann möglich sein wird – die Menschen wieder ein bisschen in Kontakt miteinander bringen“, so der Pastoralreferent. So wie vor Corona werde es nicht mehr werden, jedoch bleibe die Kernaufgabe der Kirche, Menschen zu begleiten und zu unterstützen. „Daran wird sich nichts ändern, nur daran, wie wir das tun“, so Koschinski.

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Ich bin gebürtige Dorstenerin, lebe und arbeite hier. Dorsten und vor allem die Menschen der Stadt liegen mir sehr am Herzen. Wichtig sind mir jedoch auch die Kirchhellener. Seit mehreren Jahren darf ich über den kleinen Ort berichten und fühle mich daher sehr mit dem Dorf verbunden. Menschen und ihre Geschichten, Bildung und Erziehung – das sind Themen, die mir wichtig sind. Und das liegt nicht nur daran, dass ich zweifache Mutter bin.
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