Straßenverkehrsamt zieht klares Fazit zur Einbahnstraße in Kirchhellen

Einbahnstraße

Nach über einem Jahr hat das Straßenverkehrsamt die Einbahnstraßenregelung zwischen Schulstraße und Schulze-Delitzsch-Straße unter die Lupe genommen und sich klar positioniert.

Kirchhellen

, 26.03.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Einbahnstraße  Kirchhellen

Die Hauptstraße ist zwischen Schulstraße und Schulze-Delitzsch-Straße eine Einbahnstraße. Das soll auch erst einmal so bleiben. © Michael Kaprol (A)

Seit etwas mehr als einem Jahr hat Kirchhellen nun eine Einbahnstraße zwischen Schulstraße und Schulze-Delitzsch-Straße. Nachdem sich die Kirchhellener Politiker bereits positiv zu dieser Regelung geäußert hatten, bezieht jetzt auch das Straßenverkehrsamt Stellung.

So untersuchte es beispielsweise, ob sich an der Anzahl der Unfälle in diesem Bereich durch die Einbahnstraßenregelung etwas geändert hat. Tatsächlich gab es 2019 nur zwei Verkehrsunfälle dort, 2018 waren es fünf. Jedoch handelt es sich nach Angaben der Polizei Recklinghausen sowieso um einen Bereich mit eher wenigen Unfällen. So habe es in diesem Abschnitt über 14 Jahre insgesamt nur 43 Unfälle gegeben.

Jetzt lesen

Die Polizisten der Kirchhellener Polizeiwache schildern im Bericht des Straßenverkehrsamtes, dass die neue Regelung im Dorf mittlerweile gut akzeptiert werde. Die Bürger stünden der Einbahnstraße durchweg positiv entgegen. Zudem konnten die Polizisten beobachten, dass beim Be- und Entladen der Waren für die Einzelhändler die Lkw nicht mehr auf den Gehwegen parken, sondern am Straßenrand stehen. „Durch die Einbahnstraße kommt es hier dann nicht mehr zu Rückstausituationen, der Verkehr kann ungehindert in die eine Fahrtrichtung fließen“, heißt es im Bericht. Keine genauen Zahlen gibt es zu denjenigen, die von der Polizei beim Fahren in die falsche Richtung erwischt worden sind.

Zwei Messungen vor und nach der neuen Regelung

Das Straßenverkehrsamt führte außerdem vor der Errichtung der Einbahnstraße Messungen durch (15. bis 22. November 2018) und nach der Errichtung (12. Juli bis 19. Juli 2019). Wurden bei der ersten Messung noch 23.136 Pkw gezählt, waren es bei der zweiten nur noch 13.697. Relativierend führt das Straßenverkehrsamt jedoch auch an, dass im November aufgrund des kälteren Wetters deutlich mehr Autos unterwegs seien als im Juli. Insgesamt fuhren in der Juli-Woche 368 Fahrzeuge in die falsche Richtung. Das Geschwindigkeitsniveau im

ahndungsfähigen Bereich (ab 29 Stundenkilometern) ist mit der Einführung der Einbahnstraße auf 1,11 Prozent abgesunken. Diese Zahlen widerlegen die Befürchtung mancher, die glaubten, dass die Einspurigkeit dazu führen würde, dass die Autos in diesem Bereich schneller fahren würden.

Ursprünglich war die Einbahnstraße aufgrund der Hausbaustelle an der ehemaligen Gaststätte Dickmann-Keßler als Verkehrsversuch eingerichtet worden. Sie sollte bis zur Beendigung der Baustelle bestehen bleiben. Doch auch heute noch wird dort gebaut - bis wann genau, darüber kann das Straßenverkehrsamt noch keine Auskunft erteilen. Das Amt spricht sich jedoch dafür aus, die Einbahnstraßenregelung zunächst bis zum Jahresende beizubehalten.

Lesen Sie jetzt