Susanne Pior aus Kirchhellen möchte in ihrer Ausstellung zeigen, wie schön der Wolf ist

Wolf-Ausstellung

Spätestens seit dem ersten Schafsriss sind Wölfe auch iin Kirchhellen ein Thema. Viele finden die Tiere bedrohlich. Susanne Pior möchte in ihrer Ausstellung zeigen, wie schön sie sind.

Kirchhellen

, 11.03.2019, 16:50 Uhr / Lesedauer: 2 min
Susanne Pior aus Kirchhellen möchte in ihrer Ausstellung zeigen, wie schön der Wolf ist

Die letzten Bilder hängt Susanne Pior derzeit noch auf. © Johanna Wiening

Susanne Pior hat zu den Wölfen eine ganz besondere Verbindung. Nicht etwa, weil die Schermbecker Wölfin liebgewonnene Schafe gerissen hat. Nein, die Kirchhellenerin liebt Wölfe. Sie hat vor rund 13 Jahren selbst mal zwei Tiere mit der Flasche aufgezogen. Seitdem hat sie diese Tiere immer wieder besucht und dabei fotografiert. Die Bilder stellt sie im Café Florian, Westring 43, in Bottrop-Fuhlenbrock aus.

2006 hat sie die Faszination der Wölfe gepackt

„Ich möchte den Menschen die Chance geben, zu sehen, was für schöne Tiere das sind", erklärt Susanne Pior. Seit 2006 hat sie die Faszination der Wölfe nicht mehr losgelassen. Über einen guten Freund, den Hobby-Wolfsforscher Eckhard Schwedhelm, war sie an die Arbeit im Wildpark gekommen, erklärt sie. „Die hatten eigentlich ihn angefragt. Er hatte aber zu dem Zeitpunkt Arbeit und konnte das nicht machen. Er hat dann mich empfohlen, weil ich arbeitslos war."

Für sechs Wochen zog die Kirchhellenerin in den Wildpark nach Groß Schönebeck in Brandenburg. Die beiden Welpen Lancelot und Merlin waren ihre Welpen. Fürsorglich zog sie diese mit der Flasche auf. „In einem Wildpark muss man das machen, um die Tiere an den Menschen zu gewöhnen. Sonst sind sie so scheu, dass man sie wohl garnicht zu Gesicht bekommen würde", erklärt die Kirchhellenerin.

In die Heimat zurück, aber die Wölfe im Kopf

Nachdem sie die Tiere freigelassen hatte, ging es für Susanne Pior zwar zurück in die Heimat. Vergessen hat sie ihre beiden Wölfe aber seither nicht, erzählt sie: „Das war für mich ein einmaliges Erlebnis, das im Kopf bleibt." Während Merlin sich einem wilden Rudel anschloss und kaum zu sehen war, besuchte Susanne Pior Lancelot einmal im Jahr. Die Entwicklung des Wolfs hielt sie fotografisch fest.

Im vergangenen Jahr ist Lancelot mit 13 Jahren gestorben. Auch wenn das für einen Wolf ein normales Alter ist: Für Susanne Pior war es ein Verlust. „Natürlich weiß ich, dass Wölfe irgendwann sterben. Aber trotzdem war es traurig, Lancelot nicht mehr im Rudel bei den anderen zu sehen", erklärt die Kirchhellenerin. Mit ihren Fotos hat sie eine Erinnerung an ihren Liebling.

Die Ausstellung entstand durch Zufall

Dass sie die Bilder nicht nur für sich selbst gemacht hat, sondern nun ausstellen wird, ergab sich eher durch Zufall. „Natürlich hatte ich im Kopf, dass der Wolf hier derzeit ein präsentes Thema ist. Als ich dann Ende Januar im Café frühstücken war, habe ich spontan einfach mal nachgefragt, ob nocht ein Platz frei wäre für eine Ausstellung", erzählt die Kirchhellenerin.

Susanne Pior aus Kirchhellen möchte in ihrer Ausstellung zeigen, wie schön der Wolf ist

Dennis Florie und Susanne Pior freuen sich auf viele Besucher. © Johanna Wiening

Inhaber Dennis Florie war sofort begeistert von der Idee. Seit dem 10. März und bis zum 13. Mai hängen nun überall im Café Florian Bilder von Lancelot und Merlin. Höhepunkt der Ausstellung ist der 28. März (Donnerstag). Da wird Eckhard Schwedhelm ab 19 Uhr einen Vortrag zum Thema „Wolf" halten und Fragen beantworten.


Eines ist Susanne Pior bei ihrer Ausstellung besonders wichtig: Sie will eine andere Seite des Tieres zeigen, das viele Kirchhellener in Schrecken versetzt. „Man muss da auch mal die andere Seite sehen. Es wird immer viel geredet, aber nichts ist die richtige Wahrheit", erklärt die Kirchhellenerin.

Wer den Vortrag von Eckhard Schwedhelm besuchen möchte, sollte sich im Vorfeld im Café Florian, Tel. (02041) 774077, anmelden.
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