VfB und VfL wollen nicht frühzeitig mit dem Training beginnen

hzFußball

Der VfB Kirchhellen und der VfL Grafenwald setzen beim Trainingsstart nach der coronabedingten Pause auf Sicherheit. Die Umsetzung der Hygienemaßnahmen ist aufwendig.

Kirchhellen

, 18.05.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Nach langer Zwangspause können es viele Sportler nicht erwarten, endlich wieder aktiv zu werden. Das geht auch den Fußballern des VfB Kirchhellen so. Einem frühzeitigen Trainingsbeginn hat der Verein jetzt aber eine Absage erteilt.

„Wir wollen keinen Corona-Hotspot VfB Kirchhellen haben“, sagt Ulrich Sabellek, Schiedsrichter und Vorstand Sport- und Spielbetrieb VfB Kirchhellen. Man müsse ziemlich viele Infos zusammentragen. Zudem sei jeder Verein anders - es könne also kein für alle gültiges Konzept geben. „Wir zum Beispiel haben fast 1000 Mitglieder, sehr viele Mannschaften und zwei sehr unterschiedliche Standorte“, so Sabellek.

Auflagen sind nicht kurzfristig zu erfüllen

Nach Einschätzung des VfB sind die Auflagen der Landesregierung durch die Vereine kurzfristig nicht zu erfüllen. Georg Garz, 1. Vorsitzender, kündigte dazu auf der Homepage des Vereins an: „Gemeinsam mit unseren Abteilungen wird der VfB die konkrete Situation auf der Bezirkssportanlage berücksichtigen. Wir streben an, dass wir möglicherweise mit einem eingeschränkten Zeitplan das Training ab 2. Juni 2020 wieder aufnehmen.“

Fragen, die zum Beispiel geklärt werden müssen, sind, wo die Spieler ihre Autos parken, wo Abstandskreuze angebracht werden, wie man auf den Platz und wieder runter kommt oder welcher Wasserhahn genutzt wird. „Wir möchten auf den Platz, aber ohne jemanden in Gefahr zu bringen“, sagt Ulrich Sabellek. Zudem sei es so, dass die aktuelle Verordnung nur bis zum 25. Mai gelte. Danach könne alles wieder ganz anders aussehen. Aktuell sei es beispielsweise auch so, dass nur Kinder beziehungsweise Jugendliche bis 14 Jahren in Begleitung eines Erwachsenen zum Training kommen dürften. „Nicht ganz unproblematisch ist auch, dass keine Fahrgemeinschaften gebildet werden dürfen, um zum Platz zu kommen“, erklärt Sabellek.

Hinzu käme, dass es schwierig sei, alles terminlich unter einen Hut zu bekommen. Es müssen neue Trainingspläne her, mit Zeiten, in denen sowohl die Spieler als auch die Trainer können. Sabellek ist aber wichtig zu betonen, dass der Start eine freiwillige Sache ist. „Wir zwingen niemanden auf den Platz“, sagt er.

Kinder sollen vor den Ferien wieder trainieren können

Nicht ganz leicht sei es für den Verein außerdem, an Desinfektionsmittel und Mund-Nase-Bedeckungen zu kommen. Dennoch hofft der Vorstand, dass vor allem die Kinder noch vor den Sommerferien wieder ein bisschen Zeit auf dem Platz verbringen können. „Wir können uns auch vorstellen, im Sommer durchzutrainieren. So bleibt genug Zeit, wieder den Ball zu kicken“, sagt Ulrich Sabellek.

Auch die Fußballer des VfL Grafenwald trainieren noch nicht. „Für uns hat die Gesundheit unserer Mitglieder und deren Umfeld oberste Priorität“, sagt Uwe Bromkamp, Abteilungsleiter Fußball des Vereins. Und das obwohl die Spieler „heiß wie Frittenfett“ darauf seien, wieder kicken zu können. Man werde jedoch erst wieder trainieren, wenn man die rechtlichen Vorgaben von Staat, Land und Stadt sowie die Empfehlungen des Verbandes adäquat umsetzen könne. Bromkamp hofft, dass mit Übungen ohne Körperkontakt vor dem 30. Mai begonnen werden kann.

Auch beim VfL wird gerade ein Konzept erarbeitet. Wenn das steht, werden die Senioren und die A-Jugendlichen wieder starten, da dort die Voraussetzungen am ehesten umgesetzt werden könnten. Dort soll zunächst mit Koordinations- und Konditionsübungen gestartet werden.

Hygienekonzept zu erstellen ist nicht einfach

Der Verein sei gerade dabei ein Konzept zu erstellen. Wenn dies steht, werde man mit dem Training für die Senioren und die A-Jugendlichen starten. Hier sei am ehesten zu erwarten, dass die Voraussetzungen eingehalten werden können. „Die Erstellung des Hygienekonzepts ist sehr aufwendig“, so Bromkamp.

Junge Fußballer beim VfL Grafenwald.

Wann die jungen Fußballer des VfL Grafenwald wieder kicken dürfen, ist noch nicht klar. © Alina Meyer (A)

Vorgaben würden sich teilweise sehr kurzfristig ändern, oder sich gegenseitig widersprechen. Alle Informationen zusammenzutragen und stimmig sowie nachvollziehbar für Trainer, Spieler, Eltern und auch Vorstandsfunktionäre zu machen, sei nicht einfach. „Vor allem, wenn man bedenkt, dass der Großteil der Mitarbeiter im Amateursport ehrenamtlich tätig ist.“

Wie die Saison sportlich endet, hängt von den Entscheidungen des Fußballverbandes ab, die im Juni auf einem auf einem außerordentlichen Verbandstag gefällt werden. „Wir vom VfL haben uns für den Abbruch der Saison ausgesprochen. Die Regelung, dass es Auf- und keine Absteiger geben soll, haben wir ebenfalls befürwortet“, sagt Uwe Bromkamp.

Frauenmannschaft könnte aufsteigen

Für die Frauenmannschaft des Vereins würde das bedeuten, dass sie - nach zwei erfolglosen Versuchen über die Relegation – als aktuell verlustpunktfreies Team in die Bezirksliga aufsteigen würde. Ein Aufstieg, der leider nicht gebührend gefeiert werden könne. „Das holen wir, wenn es wieder möglich ist und der Verband die entsprechenden Weichen stellt, nach“, ist sich der Abteilungsleiter des VfL Grafenwald sicher.

Lesen Sie jetzt