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Viele Wildkräuter sind gesund und sie wachsen kostenlos im eigenen Garten

hzWildkräuter

Mancher Hobbygärtner rupft sie immer wieder aus und wirft sie auf den Kompost. Werner Gahlen findet: Im Kochtopf machen sich Wildkräuter viel besser. Er gibt Tipps, wie sie schmecken können.

Kirchhellen

, 27.03.2019 / Lesedauer: 3 min

Keine zehn Meter von der Eingangstür des Heidhofs entfernt bückt sich Werner Gahlen zum ersten Mal. „Das ist das Wiesenschaumkraut“, erklärt der Kräuterexperte und pflückt ein paar Seitenblätter. „Das ist wichtig. Wenn man die ganze Pflanze ausgräbt, hat man im nächsten Jahr nichts mehr davon.“ Und das wäre schade: „Denn die Natur hält gesunde Ernährung zum Nulltarif für uns bereit.“

Wer mit dem 57-Jährigen unterwegs ist, merkt schnell: Die sogenannten Unkräuter sind wirksame Hilfen gegen viele Krankheiten und sie schmecken auch noch. Das Wiesenschaumkraut ist nur ein Beispiel. „Das Wiesenschaumkraut hat antibakterielle und cholesterinsenkende Eigenschaften. Es schmeckt leicht scharf durch die enthaltenen Senföle. In der medizinischen Wissenschaft ist unumstritten, dass Senföle in der Lage sind, vor Krebs zu schützen. Natürlich kann man aus den Blättern einen Dip machen. Ich mische es aber auch gerne mit Semmelbröseln und paniere Zander damit. Das ergibt eine tolle Kruste und man kann sich den Senf sparen“, sagt Werner Gahlen.

Im eigenen Garten wächst viel

Darf man diese Wildkräuter denn überall pflücken? „Für den Eigenbedarf können Wildkräuter in öffentlichen Wäldern gepflückt werden. Aber nicht in Wäldern und auf Flächen, die unter Naturschutz stehen, an gespritzten Wegrändern, an stark befahrenen Straßen und natürlich dürfen auch keine geschützten Pflanzen gepflückt werden. Bei privaten Wäldern und Flächen muss man den Eigentümer fragen. Viele Wildkräuter wachsen aber auch im eigenen Garten.“

Wie zum Beispiel das Duftveilchen. „Das ist gut gegen Husten und es sieht außerdem noch schön aus“, sagt er und pflückt eine der lilafarbenen Blüten. „Man kann Kugeln aus Frisch- oder Ziegenkäse formen und sie in den Blüten rollen“, schlägt er vor.

Viele Wildkräuter sind gesund und sie wachsen kostenlos im eigenen Garten

Das Duftveilchen sieht nicht nur schön aus, es hilft auch gegen Husten. © Jennifer Uhlenbruch

Auch vom Wald-Ziest ist er begeistert. „Pflückt man ihn, riecht er zunächst so, als hätte der Hund da das Beinchen gehoben. Zerreibt man es, riecht es wie Champignons. Man kann die Blätter auf Pizza legen. Durch die Hitze im Ofen kommt das Aroma voll raus. Für den, der keine Pilze verträgt, aber mag, ist das wirklich gut.“ Auch Ackerschaumkraut taucht in vielen Hausgärten auf. „Nämlich genau dort, wo der Boden viel bearbeitet wird.“ Den Kresseersatz gibt es dort in Hülle und Fülle kostenlos. „Sowohl die Blätter als auch die Blüte machen sich gut im Salat.“

Der kann auch ergänzt werden durch die gelben Blüten des Huflattichs. „Früher waren die Blätter in jedem Hustentee und dann hat irgendwer gesagt, dass das krebsauslösend sein kann. Vielleicht, wenn man 300 Tassen am Tag trinkt“, sagt Werner Gahlen, der sich die Blätter gerne trocknet und sie, gemischt mit anderen Blättern, aufbrüht. „In meiner Hustenmischung von 100 Gramm sind nur 6 Gramm Huflattich enthalten. Wichtig ist, dass man es mit der Anwendung nicht übertreibt. Nicht wegen dem Krebs, sondern weil er sonst nicht mehr wirkt. Also drei Tassen über einige Tage trinken, nicht dauerhaft. Minztee wirkt bei vielen Menschen nicht mehr, weil sie ihn ständig trinken.“

Viele Wildkräuter sind gesund und sie wachsen kostenlos im eigenen Garten

In einer Hustenteemischung macht sich der Huflattich gut. © Jennifer Uhlenbruch

Werner Gahlen zeigt alle paar Meter eine neue essbare Pflanze, erklärt das Wiesenlabkraut, das nach frisch gepulten Erbsen schmeckt und sich perfekt mit Tomate im Salat ergänzt, den Giersch, der die Harnsäurewerte senkt, und die Taubnesseln, die gegen Wechseljahrbeschwerden helfen. „Ich sollte mal die Kräuter rund um den Hof erfassen. Nach einer halben Stunde hatte ich 60 Stück gefunden.“

Viele Wildkräuter sind gesund und sie wachsen kostenlos im eigenen Garten

Die Taubnesseln wachsen neben Brennnesseln und helfen unter anderem gegen Beschwerden in den Wechseljahren. © Jennifer Uhlenbruch

Alle Pflanzen werden in der Küche vor dem Verzehr gewaschen und zu Suppen, Aufläufen usw. verarbeitet. „Da in den Wildpflanzen ein Vielfaches an Inhaltsstoffen vorhanden sind, verglichen mit unserem normalen Gemüse, sind viele Vitalstoffe auch nach dem Kochen noch vorhanden. Man sollte diese Pflanzen deshalb viel häufiger nutzen.“

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