Welpenstube Winkel kassiert Absage für Pläne in Kirchhellen und klagt

hzWelpenhandel Winkel

Die Stadt Bottrop hat einer Bauvoranfrage des Welpenhändlers Winkel für ein Gelände in Kirchhellen eine Absage erteilt. Jetzt klagt er vor dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen.

Kirchhellen

, 28.05.2019, 13:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hubert Winkel von der Dorstener Welpenstube „Welpen exklusiv“ würde gerne nach Kirchhellen expandieren. Das ist schon seit Mai 2018 bekannt. Damals kaufte er das Gelände an der Ecke Münsterstraße/Pelsstraße, auf dem bis 2013 die „Kirchhellener Landlust“ zu finden war.

Der Händler ist nicht unumstritten - immer wieder musste er sich mit den Behörden zum Beispiel wegen hygienischer Beanstandungen auseinandersetzen. Vor rund einem Jahr hatte Winkel auf Anfrage erklärt, dass er sich in Kirchhellen einen Welpenhandel vorstellen könnte oder aber auch eine Station für Planwagenfahrten der Dorstener Muehlbachranch, an der er als Geschäftsführer beteiligt ist, oder einen Indoor-Spielplatz. Damals hatte sich eine Facebook-Gruppe gegründet, die sich gegen den Welpenverkauf in Kirchhellen stark gemacht hatte.

Stadt erteilte Voranfrage von Händler Winkel im September eine Absage

Die Stadt Bottrop bestätigte auf Anfrage der Redaktion, dass im Mai 2018 eine Bauanfrage für das Grundstück in Kirchhellen gestellt wurde. „Bei dem Betrieb handelt es sich nach unserer Auffassung um einen Gewerbebetrieb im Außenbereich. Baurechtlich ist auf dieser Fläche aber nur Land- und Forstwirtschaft möglich“, so Stadtsprecher Ulrich Schulze. Daher habe man der Voranfrage im September 2018 eine Absage erteilt.

Dagegen habe Winkel geklagt - das Verfahren stehe noch aus. „Wir denken, dass unsere Auffassung auch vor Gericht Bestand haben wird“, sagt Schulze. So lange kein anderweitiges richterliches Urteil vorliege, könne das Vorhaben nicht realisiert werden. Hubert Winkel selbst wollte sich der Redaktion gegenüber nicht zu dem Fall äußern.

Verwaltungsgericht wartet noch auf eine Begründung des Klägers

Wolfgang Thewes, Pressesprecher des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen, bestätige auf Anfrage der Redaktion, dass eine Klage vorliegt. Das Verfahren stehe jedoch noch aus, da auf eine Begründung des Klägers gewartet werde.

Jörg Bartscherer, Geschäftsführer des Verbandes für das Deutsche Hundewesen (VDH), sieht gewerbsmäßigen Welpenhandel generell kritisch. „Die Tierheime sind voll oder man holt sich bei der Suche nach einem Hund Hilfe beim deutschen Tierschutzbund oder einer Tierschutzorganisationen wie ‘Vier Pfoten‘“, sagt er.

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Einen Hund zu finden, der zu sich und den eigenen Lebensumständen passe, sei oft ein längerer Weg. „Ein seriöser Züchter bleibt auch mal auf einem Tier sitzen, weil es eben nicht passt. Der, der gewerbsmäßig mit den Tieren handelt, macht das eher nicht, denn er will ja Geld machen“, so Bartscherer.

VDH sieht Hunde-Importe aus dem Ausland kritisch

Die Welpenstube Winkel vermittelt auch Hunde aus Ungarn. Ausland-Importe sieht der VDH-Geschäftsführer generell sehr kritisch. „Da hat sich mittlerweile teilweise ein richtiger Markt entwickelt. Unter dem Deckmantel der Gemeinnützigkeit werden mancherorts Tiere illegal nach Deutschland geholt. Oft werden die Hunde im Ausland ganz bewusst für den deutschen Markt gezüchtet“, erklärt Jörg Bartscherer.

Er würde sich manchmal wünschen, dass sich Menschen beim Hundekauf genau so viele Gedanken machen würden wie beispielsweise beim Autokauf.

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