Besserverdiener sollen in Bottrop künftig mehr für die Betreuung ihrer Kinder bezahlen müssen. © picture alliance/dpa
Kinderbetreuung

Wer viel verdient, soll in Bottrop bald mehr für die Kita zahlen

Die Stadt Bottrop möchte die Kita- und OGS-Beiträge neu staffeln. Teurer wird es vor allem für Eltern, die relativ viel verdienen. Für viele Bottroper bleibt die Kinderbetreuung kostenfrei.

In Bottrop sollen die Einkommensstufen, anhand derer die Beiträge für Kita und Offenen Ganztag berechnet werden, neu eingeteilt werden. Einige Eltern werden danach nun mehr für die Betreuung ihrer Kinder zahlen müssen – für viele bleibt sie aber gebührenfrei.

2019 wurde die Bottroper Verwaltung vom Rat dazu beauftragt, die aktuellen Beitragstabellen zu überdenken. Klares Augenmerk solle dabei darauf liegen, mehr Stufen beim Gesamtbruttoeinkommen einzuführen. Denn je nachdem, in welche Stufe das Bruttoeinkommens der Eltern fällt, wird errechnet, wie viele Gebühren für Kita und OGS gezahlt werden müssen. Bei Kitas wird dabei noch unterschieden zwischen Kindern über und unter drei Jahren sowie der gebuchten Stundenzahl.

Nach Angaben der Stadt verdient die größte Gruppe der Eltern in Bottrop weniger als 25.000 Euro im Jahr und muss demnach nichts zahlen. Die zweitgrößte Gruppe zahlt jedoch momentan den Höchstsatz, da sie ein Einkommen über 75.000 Euro hat. Der aktuelle Höchstsatz für die 45-Stunden-Betreuung eines Kindes unter drei Jahren liegt in Bottrop bei 451 Euro.

Vollzeitarbeitende brauchen viel Kinderbetreuung

In die höchste Stufe fallen hauptsächlich Eltern, bei denen Mutter und Vater in Vollzeit arbeiten. Diese bräuchten, so die Verwaltung, besonders viel Betreuung für ihre Kinder und müssten oft die Höchstsätze zahlen, obwohl sie ein dem deutschen Durchschnitt entsprechendes Einkommen hätten. So entstünde der Eindruck, dass zwischen mittlerem und höherem Einkommen nicht mehr unterschieden werde.

Das soll jetzt durch die neue Staffelung geändert werden. Die neue Tabelle soll durch Transparenz und Nachvollziehbarkeit eine möglichst breite Akzeptanz erreichen. Bei den Kita-Gebühren wurden in den höheren Einkommensschichten drei Stufen ergänzt. Die Höchststufe liegt nun bei einem Einkommen über 120.000 Euro.

Beitragserhöhungen treffen nur jene, die mehr als 90.000 Euro im Jahr verdienen. Der neue Höchstsatz (Kind unter drei Jahren, 45 Stunden) liegt nun bei 570 Euro für Einkommen über 120.000 Euro. „Unter Berücksichtigung eines Gesamtjahresbruttoeinkommensansatzes, der mehr als 45.000 Euro über dem bisherigen Höchstansatz liegt, erscheint diese zusätzliche Beitragsbelastung als durchaus moderat“, so die Verwaltung. In Dorsten liege der Höchstsatz bei 798 Euro, in Gladbeck sogar bei 829 Euro.

Beim Offenen Ganztag liegt der monatliche Höchstbeitrag nun bei 100 statt bei 92 Euro (nun jedoch erst bei Einkommen über 120.000 Euro) beziehungsweise bei 50 statt 35 Euro für die Teilnahme an „Schule von acht bis eins“. Die neuen Staffelungen führen in diesem Bereich sowohl zu Erhöhungen im oberen Einkommenssegment als auch zu Entlastungen bei Eltern mit geringerem Einkommen.

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Redaktion Dorsten
Ich bin gebürtige Dorstenerin, lebe und arbeite hier. Dorsten und vor allem die Menschen der Stadt liegen mir sehr am Herzen. Wichtig sind mir jedoch auch die Kirchhellener. Seit mehreren Jahren darf ich über den kleinen Ort berichten und fühle mich daher sehr mit dem Dorf verbunden. Menschen und ihre Geschichten, Bildung und Erziehung – das sind Themen, die mir wichtig sind. Und das liegt nicht nur daran, dass ich zweifache Mutter bin.
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