Zur neuen Abbaufläche von Stremmer gibt es noch viele Fragen

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Die Kirchhellener Firma Stremmer Sand + Kies möchte am Weseler Weg Quarzsand abbauen. Verwaltung und Politik in Bottrop und Kirchhellen haben dazu jedoch noch viele Fragen.

Kirchhellen

, 05.11.2020, 07:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war eines der ersten Themen, über die die neu gewählten Kirchhellener Bezirksvertreter in ihrer Sitzung am Dienstag (3. November) diskutierten: der neue Hauptbetriebsplan der Firma Stremmer Sand + Kies für den Weseler Weg. Besonders von ÖDP und den Grünen gab es Kritik.

Seit 1938 baut das Unternehmen Quarzsand und Quarzkies in Kirchhellen ab. Aktuell gewinnen sie die Rohstoffe in den Bereichen Kleine Heide/Kletterpoth und „Am Alten Postweg“. Künftig möchte Stremmer jedoch auch an anderer Stelle abbauen dürfen - und zwar im Kreuzungsbereich Alter Postweg/Weseler Weg. Die anvisierte Fläche hat eine Größe von rund 10 Hektar und soll nach der Gewinnung mit sauberem Boden verfüllt und überwiegend der landwirtschaftlichen Nutzung zur Verfügung gestellt werden.

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Die Zufahrt zum neuen Abbaugebiet soll per Bodenrampe über den Weseler Weg und von dort nach Osten auf den Alten Postweg erfolgen. Stremmer geht davon aus, dort rund 15 Jahre abbauen zu können. Dafür sollen Hydraulikbagger und Radlader sowie zum Abtransport Lkw zum Einsatz kommen. Sprengungen sollen keine durchgeführt werden.

Grund- und Regenwasser müssen abgeleitet werden

Um den Sand trocken gewinnen zu können, muss die Kirchhellener Firma Grund- sowie Regenwasser abpumpen. Das Wasser soll im Anschluss über eine Überlandrohrleitung in bestehende Leitungen der Firma Euroquarz eingeleitet werden. Dafür muss Stremmer jedoch einen sogenannten wasserrechtlichen Erlaubnisantrag stellen.

Heinz und Lars Fiele von Stremmer Sand + Kies hatten im September gemeinsam  mit einigen Mitarbeitern der Kirchhellener CDU Rede und Antwort gestanden.

Heinz und Lars Fiele von Stremmer Sand + Kies hatten im September gemeinsam mit einigen Mitarbeitern der Kirchhellener CDU Rede und Antwort gestanden. © Petra Berkenbusch

Die Stadt Bottrop hat in ihrer Stellungnahme zu den Plänen besonders darauf hingewiesen, dass diese Erlaubnis nur erteilt werden könne, wenn weitere Gutachten - beispielsweise zu den Grundwasserständen oder zur Wasserableitung - vorlägen. Die Kritik von Sigrid Lange (Grüne) in der Bezirksvertretungssitzung ging in eine ähnliche Richtung: „Wir kriegen mal wieder eine Vorlage auf den Tisch, wo noch etliche Gutachten fehlen. Vor allem im Bereich Wasserrecht sind noch sehr viele Fragen offen.“ Auch für Elly Vaupel (ÖDP) sind noch viele Fragen ungeklärt. Sie äußerte jedoch hauptsächlich Kritik am für die im Anschluss an die Abbauarbeiten geplante Verfüllung vorgesehenen Material und warf toxikologische Bedenken in den Raum.

Verwaltung hat noch viele Fragen

Tilmann Christian vom Fachbereich Umwelt und Grün stimmte Lange und Vaupel zu: „Auch die Verwaltung hat noch viele Fragen - vor allem zum wasserrechtlichen Verfahren. Klar ist aber auch, dass wir der Abgrabung generell nicht entgegen stehen, vorher aber die fehlenden Gutachten sehen wollen.“ Er regte an, dem Vorhaben allgemein grünes Licht zu geben, aber die Voraussetzung, die angesprochenen Gutachten vorzulegen, mit in den Beschluss einzuarbeiten. Diesem Vorschlag schlossen sich die Kirchhellener Bezirksvertreter einstimmig an.

Bezirksbürgermeister Ludger Schnieder und Dominik Nowak (CDU) sprachen sich jedoch zusätzlich dafür aus, bei Stremmer Sand + Kies dafür zu werben, den für den Abtransport notwendigen Lkw-Verkehr nicht durch die Ortsmitte über Oberhof- und Hauptstraße zu führen. „Lärm und Schmutz sind für die Bürger schon sehr belastend. Wir sollten gucken, ob sich die Transporte umlenken lassen auf Wege, die ursprünglich genau zu diesem Zweck gebaut wurden“, sagte Schnieder. Die Entscheidung darüber wurde jedoch erst einmal auf die nächste Sitzung der Kirchhellener Bezirksvertreter im Januar 2021 vertagt.

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