Corona

3000 Impftermine im Angebot- aber der Ansturm bleibt aus

Nach der Aufhebung der Impfpriorisierung am letzten Samstag hat die Kreisverwaltung mit einem Ansturm auf die Termine im Impfzentrum Recklinghausen gerechnet. Die Nachfrage fiel überraschend gering aus.
Viele Biontech-Spritzen warten im Kreis Recklinghausen auf Abnehmer. © picture alliance/dpa

Im Recklinghäuser Kreishaus herrscht Ratlosigkeit. Die Verantwortlichen dort haben nach Freigabe der Impfpriorisierung am vergangenen Samstag mit einem Ansturm auf die 8000 zur Verfügung stehenden Impftermine gerechnet. Doch – Stand Montagmittag – waren mehr als 2000 dieser Termine für das Impfzentrum Recklinghausen noch nicht gebucht. Gespritzt wird Impfwilligen ab 16 Jahren das Vakzin von Biontech.

„Wir haben für das mangelnde Interesse keine Erklärung“, sagt Kreis-Sprecherin Svenja Küchmeister auf Anfrage. Da erst gut die Hälfte aller Kreisbürger eine Immunisierung erhalten habe, müsse es eigentlich noch reichlich Potenzial geben. „Oder liegt es etwa daran, dass der Zweittermin in den Ferien liegt?“, fragt sich die Kreis-Sprecherin. Dabei sei eine vollständige Impfung der beste Schutz, vor allem, wenn sich die Delta-Variante des Coronavirus weiter ausbreite.

Zusätzlich gibt es noch 1000 Impfdosen von Moderna

Neben den 2000 Terminen, die über die Plattform der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KV) gebucht werden können (Online: www.116117.de, telefonisch: 0800 116 117 02), stellt die Kreisverwaltung 1000 weitere Impftermine mit dem Vakzin von Moderna in ihr eigenes Portal „Terminland“ ein. Auch die sind für Leute ab 18 Jahren ab sofort abrufbar.

Bis zu zehn Prozent der Zweitimpftermine verfallen

Unterdessen steigt die Zahl der Personen an, die ihren zweiten Impftermin nicht wahrnehmen. Im Impfzentrum Recklinghausen, in dem am Tag bis zu 2500 Menschen immunisiert werden können, fallen mittlerweile acht bis zehn Prozent dieser Termine aus, bestätigt Kreis-Sprecherin Svenja Küchmeister. Dafür kann es zwei Erklärungen geben. Entweder die Betroffenen verschludern ihren Zweittermin – aus welchen Gründen auch immer. Oder – was nach Einschätzung der Kreisverwaltung wohl zutreffender ist – die Impfwilligen haben ihre zweite Spritze schon längst beim Hausarzt bekommen.

Eine Stornierung des Termins ist gar nicht so leicht

Der Kreis bittet deshalb darum, in solchen Fällen den Impftermin zu stornieren. Doch das ist gar nicht so leicht.

Der größte Teil der Termine wird über das Portal der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KV) gebucht. Wer über die Internetseite geht (www.116117.de), muss sich mit E-Mail-Adresse und Passwort registrieren. „Nach der Anmeldung mit seinen Daten findet man dort die Möglichkeit, seine Termine zu verwalten, das heißt auch zu stornieren“, heißt es bei der KV. Wer seine Impfung telefonisch gebucht habe (Tel. 0800 116 117 02), müsse den telefonischen Weg für die Absage wählen. Allerdings ließen sich Termine immer nur im Paket stornieren, so eine KV-Sprecherin. Das heißt: Wer die Erstimpfung schon hinter sich hat, kann den Termin für die Zweitimpfung nicht mehr rückgängig machen.

Auf „Terminland“ kann man seine Reservierung zurückgeben

Der Kreis Recklinghausen hat die Termin-Stornierung für sein Portal „Terminland“ unterdessen erleichtert. Wer seine Reservierung zurückgeben möchte, weil er etwa die Zweitimpfung schon vom Arzt bekommen hat, kann dies auf „Terminland“ in die Tat umsetzen. Dort ist ein Button „Terminabsage“ eingerichtet. Voraussetzung ist, dass der Termin über „Terminland“ oder die Impfhotline des Kreises vereinbart worden ist (und nicht über die KV!). Wer seinen Zweittermin storniert, kann allerdings keinen neuen Termin im Impfzentrum vereinbaren. Terminverlegungen seien nicht möglich, so der Kreis.

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