Corona

Fehler im Impfzentrum Dorsten: Abgelaufener Impfstoff verabreicht

175 Impfungen mit einem bereits abgelaufenen Impfstoff von Moderna sind im Dorstener Impfzentrum verabreicht worden. Gesundheitliche Auswirkungen für Betroffene bestehen laut Kreis Recklinghausen nicht.
Im Dorstener Impfzentrum wurde abgelaufener Impfstoff verwendet. © picture alliance/dpa

Im Impfzentrum Dorsten sind am vergangenen Sonntag, 9. Januar, und Montag, 10. Januar, insgesamt 175 Impfungen mit einem kurze Zeit abgelaufenen Moderna-Vakzin verabreicht worden. Das teilte der Kreis Recklinghausen am Samstag, 15. Januar, mit. Der Impfstoff war mit einer Haltbarkeit bis Sonntagmorgen versehen, wurde aber fälschlicherweise noch bis Montagmittag verimpft. Der Kreis Recklinghausen hat die Betroffenen schriftlich informiert, es handelte sich bis auf wenige Ausnahmen um Auffrischungsimpfungen.

„Fehlerhafte Zuordnung der Ablaufzeiten“

„Leider wurden in der Impfstoffaufbereitung aufgrund einer fehlerhaften Zuordnung der Ablaufzeiten am Sonntag und bis zum Montagmittag Impfdosen aufgezogen, die wenige Stunden bzw. einen Tag zuvor abgelaufen waren“, berichtet der Kreis. Die Mitarbeiter, die den Impfstoff in den Impfstellen aufbereiten, sind dazu angehalten, den Impfstoff mit kürzerer Haltbarkeit als erstes zu verwenden, um zu verhindern, dass Impfstoff verfällt. Darüber hinaus muss das Personal auch darauf achten, Impfstoff nicht zu verwenden, der nicht mehr haltbar ist. Hier kam es im vorliegenden Fall offenbar zu Fehlern.

Kreis bietet Betroffenen kostenlosen Antikörpertest an

Der Kreis Recklinghausen betont, dass eine gesundheitliche Gefahr durch Ablauf des Haltbarkeitsdatums nicht besteht. Laut einer Stellungnahme des Paul-Ehrlich-Instituts können „bei Impfstoff, der abweichend von den vorgeschriebenen Lagerbedingungen aufbewahrt wurde, gewisse Einbußen hinsichtlich der Wirksamkeit auftreten“. Das Institut gehe nicht von einem Komplettverlust des Wirkstoffs aus. Es empfiehlt bei Auffrischungsimpfungen eine erneute Impfung, um den vollständigen Impfschutz sicherzustellen, bei Erst- und Zweitimpfung mit dem Vakzin sieht es keine Handlungsnotwendigkeit. Um den Betroffenen die Entscheidung für oder gegen eine Nachholimpfung zu erleichtern, bietet der Kreis Recklinghausen allen Betroffenen an, einen kostenlosen Antikörpertest durchführen zu lassen.

Große Mengen an Impfstoff mit kurzer Haltbarkeit

Das Moderna-Vakzin ist nach dem Auftauen ungeöffnet 30 Tage bei Lagerung im Kühlschrank bei 2 bis 8 Grad haltbar. In der Regel befindet sich in den kommunalen Impfstellen kein abgelaufener Impfstoff, da der Kreis Recklinghausen benötigte Vakzine wöchentlich bedarfsgerecht bestellt. Dass es nun doch zu abgelaufenen Vials kam, ist darin begründet, dass das Land den Kommunen durch Sonderlieferungen große Mengen an Impfstoff mit kurzen Haltbarkeiten geliefert hat. Diese waren trotz großer Anstrengungen des Kreises Recklinghausen und der Kommunen nicht vollständig zu verimpfen.

Der Kreis Recklinghausen hat ab Montag, 17. Januar, eine telefonische Anlaufstelle eingerichtet. Wer an den beiden Tagen in der Impfstelle mit Moderna geimpft wurde und noch nicht durch den Kreis informiert wurde, kann unter 02361/53-5353 erfragen, ob er betroffen ist.

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