Eine Frau wird von einer Arzthelferin mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson gegen das Coronavirus geimpft. Trotzdem kommt es auch im Kreis Recklinghausen immer wieder zu Impfdurchbrüchen. © picture alliance/dpa
Durchbrüche

Infiziert trotz Impfung – mehr als 700 Menschen im Kreis RE betroffen

Trotz vollständiger Impfung kommt es auch im Kreis Recklinghausen immer wieder zu Impfdurchbrüchen - und das nicht gerade selten. Betroffen sind auch viele Reiserückkehrer.

Immer wieder kommt es auch im Kreis Recklinghausen zu Impfdurchbrüchen – in jüngster Vergangenheit deutlich mehr als noch vor Monaten. „Das ist natürlich leicht erklärbar, da aktuell deutlich mehr Menschen geimpft sind, als es beispielsweise vor den Sommerferien der Fall war“, analysiert Svenja Küchmeister, Pressesprecherin des Kreises Recklinghausen auf Nachfrage dieser Redaktion.

Niemand ist zur Auskunft verpflichtet

Aktuell sind 138 Frauen und Männer im Kreis infiziert, obwohl sie geimpft sind. „Insgesamt kommen wir hier sogar auf 737 Fälle“, sagt Svenja Küchmeister. Dabei würde es sich aber um Meldungen von Betroffenen handeln, die erstens offiziell getestet wurden und deren Ergebnis dem Gesundheitsamt vorliege. Zweitens seien es Menschen, die dem Kreis auch mitgeteilt hätten, sie seien geimpft. Nochmals die Pressesprecherin: „Niemand ist verpflichtet, uns solch eine Auskunft zu erteilen. Impfen ist schließlich eine sensible Angelegenheit.“ Dementsprechend höher dürfte die Dunkelziffer der Impfdurchbrüche sein.

Angesichts der höchsten Einwohnerzahl verwundert es nicht, dass Recklinghausen in Summe am meisten Durchbrüche hat – 158, Waltrop mit 24 am wenigsten. Setzt man die Zahlen aber jeweils in Relation zur Einwohnerzahl, ergibt sich ein etwas anderes Bild. Denn auf einen Infizierten kommen in der Kreisstadt 700 Einwohner, während zum Beispiel in Gladbeck auf einen Infizierten nur rund 570 Einwohner kommen. Am besten schneiden hier die drei Städte Waltrop (1230 Einwohner auf einen Infizierten), Haltern am See (1111) und Castrop-Rauxel (1030) ab. Am meisten Durchbrüche im Verhältnis zur Bewohnerzahl haben Gladbeck (570), Marl (690) und Recklinghausen (700).

Hier die Übersicht der Fälle in den einzelnen Städten

  • Castrop Rauxel 71
  • Datteln 39
  • Dorsten 52
  • Gladbeck 132
  • Haltern am See 34
  • Herten 64
  • Marl 121
  • Oer-Erkenschwick 42
  • Recklinghausen 158
  • Waltrop 24

Ein Blick lohnt darüber hinaus auf die Zahl der Reiserückkehrer. Unter den aktuell infizierten Bürgerinnen und Bürgern des Kreises (Stand 13. Oktober waren es 726) finden sich 129 Reiserückkehrer. „Das sind immerhin rund 18 Prozent aller Fälle“, sagt Svenja Küchmeister und spannt den Bogen zu den Impfdurchbrüchen. Denn unter den dem Kreis gemeldeten Fällen seien natürlich auch die, die nicht im Kreis Recklinghausen oder in Deutschland geimpft wurden, also auch Reiserückkehrer, die ihre Impfung(en) in anderen Ländern erhielten.

40- bis 50-Jährige am meisten betroffen

Und auch die Statistik in puncto Alter hält kein überraschendes Ergebnis bereit: Die höchste Quote der Impfdurchbrüche gibt es bei den 20- bis unter 60-Jährigen. Das sei, so die Aussage des Kreises, in der Regel auch die Gruppe, die am meisten wieder am gesellschaftlichen und Arbeitsleben teilnehme, am aktivsten lebe, viel in der Freizeit unterwegs sei. Die meisten Fälle in Summe weisen die 40- bis unter 50-Jährigen auf. Im Detail sieht das dann so aus:

  • 10- bis unter 20-Jährige: 36 Impfdurchbrüche
  • 20- bis unter 30-Jährige: 117
  • 30- bis unter 40-Jährige: 123
  • 40- bis unter 50-Jährige: 161
  • 50- bis unter 60-Jährige: 140
  • 60- bis unter 70-Jährige: 65
  • 70- bis unter 80-Jährige: 43
  • 80- bis unter 90-Jährige: 40
  • über 90-Jährige: 12
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