Hans Muermann wurde am 2. Dezember an der Impfstelle Unna abgewiesen, als er sich nach etwas mehr als fünf Monaten boostern lassen wollte. In Dortmund oder Hamm wäre er impfberechtigt gewesen. © Carsten Fischer
Covid-Impfung

Kreis Unna boostert (noch) anders als Dortmund, Hamm und Coesfeld

Wann verkürzt der Kreis Unna den Zeitabstand zur Booster-Impfung? Ein Ehepaar aus Kamen hat es nach weniger als sechs Monaten versucht – und wurde abgewiesen. In Dortmund und Hamm wäre das anders.

Boostern mindestens fünf Monate nach der letzten Impfung – diese Praxis setzt sich an vielen Orten durch. Dortmund, Hamm und neuerdings auch der Kreis Coesfeld ermöglichen Menschen die Auffrischung des Impfschutzes noch vor Ablauf der Sechsmonatsfrist.

Erst in dieser Woche hat der Kreis Unna noch einmal klargestellt: Die Zweitimpfung muss mindestens ein halbes Jahr zurückliegen, andernfalls bekommen Menschen den dritten Piks an den Impfstellen des Kreises Unna nicht. Allenfalls eine Kulanz von sieben Tagen wird gewährt.

Auf die Frage, warum der Kreis Unna die Auffrischungsimpfung an strengere Voraussetzungen knüpft als die kreisfreien Nachbarstädte, verwies Sprecher Volker Meier am Freitag erneut auf Vorgaben der Ständigen Impfkommission (Stiko) und des Landesgesundheitsministeriums. Konkret nannte er die Stiko-Empfehlung vom 29. November. Demnach kann im Einzelfall bei Vorliegen medizinischer Gründe oder bei ausreichenden Impfkapazitäten eine Verkürzung des zeitlichen Abstands in Betracht kommen. „Die Praxis anderer Kommunen und Kreise wird von uns nicht kommentiert“, erklärte Meier.

Andere Städte und Kreise sind großzügiger oder haben höhere Kapazitäten.

  • Dortmund setzt voraus, dass „zwischen der Auffrischungsimpfung und der vorausgegangenen Impfung mindestens fünf Monate“ liegen müssen. So ist es in Informationen zu einem Impfzelt auf dem Hansaplatz an der Weihnachtsstadt nachzulesen.
  • Hamm versichert auf der Internetseite der Stadt: „Auffrischungsimpfungen fünf Monate nach vollständiger Immunisierung können allen Menschen in Hamm angeboten werden.“
  • Der Kreis Coesfeld verwies am Freitag in einer Pressemitteilung ausdrücklich auf eine Empfehlung der Stiko für eine Auffrischungsimpfung. „Diese ist nun in den Impfstellen des Kreises Coesfeld bereits fünf Monate nach der Zweitimpfung möglich“, wird Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr in einer Mitteilung zitiert. Das sei das das Ergebnis eines Gespräches NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef-Laumann (CDU), der diese Entscheidung nun getroffen habe.

Ehepaar an Impfstelle abgewiesen

Hans und Brigitte Muermann aus Kamen hatten ihre Zweitimpfung am 1. Juli im Impfzentrum Unna erhalten. Nun buchten sie in der Hoffnung darauf, dass der Kreis Unna trotz anders lautender Informationen schon nach fünf Monaten boostert, einen Impftermin für 2. Dezember in der Impfstelle in Unna. „Wir sind abgewiesen worden. Wir seien noch nicht dran“, berichtet Muermann. „Das ist doch nicht in Ordnung.“

Wann der Kreis Unna umschwenkt und ebenfalls den Impfabstand verkürzt, entscheidet sich frühestens nächste Woche. Kreissprecher Volker Meier: „Die Auslastung der Impfstellen und mobilen Angebote wird ständig überprüft. Über die Fristsetzung für Boosterimpfungen wird wöchentlich entschieden.“

Impftermine können unter www.kreis-unna.de/gegencorona gebucht werden. Auf der Seite wird auf die Sechsmonatsfrist verwiesen.

Über den Autor
Redaktion Kamen
Jahrgang 1973, aufgewachsen im Sauerland, wohnt in Holzwickede. Als Redakteur seit 2010 rund ums Kamener Kreuz unterwegs, seit 2001 beim Hellweger Anzeiger. Ab 1994 Journalistik- und Politik-Studium in Dortmund mit Auslandsstation in Tours/Frankreich und Volontariat bei den Ruhr Nachrichten in Dortmund, Lünen, Selm und Witten. Recherchiert gern investigativ, zum Beispiel beim Thema Schrottimmobilien. Lieblingssatz: Der beste Schutz für die liberale Demokratie ist die Pressefreiheit.
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