Schaufenster am U

„doing photography“: Ausstellung stellt Frage, ob Fotografie am Ende ist

Die Ausstellung im Schaufenster des Museums Ostwall beschäftigt sich mit der Fragestellung, was die Bildkunst im Zeitalter von Instagramm und TikTok mitzuteilen hat.
Kuratorin Sarah Hübscher und ihre Kollegin Elvira Neuendank haben sich in „doing photography“ mit der Frage beschäftigt, ob die Kunstform Fotografie am Ende ist.
Kuratorin Sarah Hübscher und ihre Kollegin Elvira Neuendank haben sich in „doing photography“ mit der Frage beschäftigt, ob die Kunstform Fotografie am Ende ist. © Mahad Theurer

Auf das Augenlid des Künstlers Timm Ulrichs ist der Schriftzug „The End“ tätowiert. Die Botschaft ist klar. Schließt sich das Auge zum Ende des Lebens ein letztes Mal, ist der Film vorbei und es läuft der Abspann. Ein Foto des geschlossenen Lids ist das Titelbild der neuen Ausstellung „doing photography“ im Schaufenster des Museums Ostwall. „Die Fotografie wurde ja auch mehrere Male für tot erklärt“, bemerkt Sarah Hübscher, Mitkuratorin der Schau. „The End“ ist in diesem Fall also eher eine Fragestellung. Ist die Fotografie am Ende ihrer Möglichkeiten und Relevanz angelangt?

Die Exponate unterschiedlicher Lichtbildkünstler aus der Sammlung des Museums Ostwall, die im Schaufenster des Dortmunder U zu sehen sind, sprechen eine klare Sprache: Nein. Im Gegenteil. Sehr kreative Wege wählen die Künstler, um mit ihren Bildern Geschichten zu erzählen.

Geflüchtete in gemalten Kulissen ihres alten Zuhauses

Der albanische Fotograf Adrian Paci, der seit den Unruhen in seiner Heimat Ende der 90er-Jahre in Italien lebt, hat andere Exil-Albaner besucht und sie nach ihren ursprünglichen Adressen gefragt. In seiner alten Heimat hat er dann die ehemaligen Häuser und Wohnungen der Protagonisten fotografiert und die entstandenen Bilder zurück in Italien lebensgroß auf Leinwände gemalt.

Die Geflüchteten hat er in diese Kulisse gesetzt und abgelichtet. So entsteht eine wehmütige, aber auch warme Erinnerung an die Menschen in ihrer ursprünglichen Lebensumgebung („Back Home I-IV, 2001“).

Die Bilder vor Kopf von Adrian Paci zeigen albanische Geflüchtete in einer gemalten Kulisse ihres alten Zuhauses.
Die Bilder vor Kopf von Adrian Paci zeigen albanische Geflüchtete in einer gemalten Kulisse ihres alten Zuhauses. © Felix Schmale

Für „Portraits of Young Men“ konnte der Bochumer Künstler Martin Brand männliche Jugendliche und junge Männer dafür gewinnen, zwei Minuten in das Objektiv einer Videokamera zu schauen — ohne sich zu bewegen. Das Ergebnis sieht fast wie ein Porträtbild aus, aber nur fast. In der Mimik findet viel statt: Härte, Verletzlichkeit und das Spielen mit einem männlichen Rollenverständnis.

Neben den Exponaten aus der Sammlung des Museums Ostwall liegen auch Fotobände von Absolventen der FH-Dortmund aus.
Neben den Exponaten aus der Sammlung des Museums Ostwall, liegen auch Fotobände von Absolventen der FH-Dortmund aus. © Felix Schmale

„Die Ausstellung soll die Vielfältigkeit fotografischer Darstellungsformen zeigen“, erzählt Sarah Hübscher. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Elvira Neuendank ist ihr das gelungen. Die Schau läuft noch bis zum 28. August im Museum Ostwall an der Leonie-Reygers-Terrasse 2. Der Eintritt ist kostenfrei.

Der neue Lokalsport-Newsletter für Haltern

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Halterner Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.