Bis über das Dach hinaus reicht das Gerüst am Gasometer. Insgesamt 1000 Tonnen Material wurden verbaut. © Dennis Görlich
Fotos von der Baustelle

Gasometer Oberhausen soll wieder aussehen wie vor 70 Jahren

Die Oberhausener Riesentonne steckt aktuell unter einer 30.000 Quadratmeter großen Plane. Darunter wird an einer Zeitreise gearbeitet – in das Jahr 1949. Wir zeigen Fotos der Baustelle.

Momentan ist der Gasometer in eine insgesamt 30.000 Quadratmeter große Plane gehüllt. Wenn das Plastik im April wieder entfernt wird, soll das Gebäude zurück im Jahr 1949 sein – zumindest optisch.

Die Hülle des 118 Meter hohen Stahlriesen wird dann einen neuen Schutzanstrich erhalten haben, weil Wind und Wetter in den vergangenen Jahrzehnten an ihr nagten.

Seit einem Jahr Baustelle

Vor etwa einem Jahr, kurz nach Ende der Ausstellung „Der Berg ruft“ mit mehr als 890.000 Besuchern, begann die aufwendige Sanierung des Gasometers.

Nachdem das brüchige Fundament der höchsten Ausstellungshalle Europas ausgebessert wurde, verhüllten Gerüstbauer das Gebäude im April bis ans Dach mit der weißen Schutzplane. Dazu waren etwa 1000 Tonnen Gerüstmaterial notwendig.

Die Arbeiten ließen sich nicht mehr hinauszögern, weil die Korrosion der Fassade bereits weit fortgeschritten war. „Die Statiker haben uns gesagt, wenn wir länger warten, kann es Probleme mit der Standfestigkeit geben“, sagt Jeanette Schmitz, Geschäftsführerin der Gasometer Oberhausen GmbH.

Fotostrecke

So sieht es auf der Baustelle des Oberhausener Gasometers aus

Graue Farbe mit einem Rotstich

Aktuell werden unter der Plane, die den Bauarbeitern ein trockenes Arbeiten ermöglicht, die alten Farbschichten der Gasometer-Hülle abgetragen.

Anschließend erhält die Fassade einen Grauton mit einer oxydrötlichen Einfärbung. Eisenglimmer in der Farbe soll den Korrosionsschutz verstärken. „Wir versuchen, die erste Deckschicht nach dem Wiederaufbau des Gasometers 1949 annähernd wieder herzustellen“, erklärt Jeanette Schmitz.

NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach und der Oberhausener Oberbürgermeister Daniel Schranz informierten sich in dieser Woche über den Fortschritt der Arbeiten am einstigen Gasspeicher.

14,5 Millionen Euro

Die Sanierung lassen sich Bund, Land und Regionalverband Ruhr einiges kosten. NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach sieht die Kosten von 14,5 Millionen Euro gut investiert: „Der Gasometer ist eine Landmarke in NRW und einer der großen Spielstätten. Er ist historisch bedeutsam und somit wichtig für Gegenwart und Zukunft.“

Auch mit dem Baufortschritt ist Scharrenbach zufrieden: „Es gibt auf Baustellen zwar immer Überraschungen, aber ich gehe davon aus, dass die neue Ausstellung im April oder Mai eröffnet.“ Dann will es sich die Ministerin nicht nehmen lassen, die Schau „Das zerbrechliche Paradies“ auch persönlich zu besuchen.

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1989 im Ruhrgebiet geboren, dort aufgewachsen und immer wieder dahin zurückgekehrt. Studierte TV- und Radiojournalismus und ist seit 2019 in den Redaktionen von Lensing Media unterwegs.
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