Buchkritik

Ingo Schulze: „Peter Holtz – sein glückliches Leben erzählt von ihm selbst“

Ingo Schulze erfindet für den fiktiven Peter Holtz eine amüsante Biografie.
Ingo Schulze Foto: dpa © picture alliance / dpa

Nicht vom Tellerwäscher, sondern vom Waisenkind zum Millionär entwickelt sich Peter Holtz in Ingo Schulzes Roman „Peter Holtz – sein glückliches Leben erzählt von ihm selbst“.

Betont nativ und auf Lacher angelegt lässt Autor Schulze seinen Ich-Erzähler von seiner Kindheit in der DDR berichten. Peter büxt aus dem Heim aus, versteht nicht, warum er sich im Restaurant nicht satt essen kann, nur weil er kein Geld hat. Ist doch alles Volkseigentum.

Selbstloser Typ

Ein Berliner Ehepaar adoptiert das Kind, das ein guter Kommunist sein will. So fühlt er sich geschmeichelt, dass er für die Stasi arbeiten soll. Er kommt mit Kirchen-Aktivisten in Kontakt und beschließt, ein christlicher Kommunist zu werden, auch tritt er in die CDU der DDR ein. In Dresden lernt er durch seine Schwester Olga die Kunstszene kennen.

Holtz‘ Leben wird bis nach der Wende geschildert – inklusive Demos („Wir sind das Volk“) und anderer zeitgeschichtlicher Ereignisse. Der gute, selbstlose Peter erbt zahlreiche Immobilien in Berlin, versucht, die Marktwirtschaft zu verstehen, und muss mühsam das Geld-Ausgeben erlernen. Am Ende ersinnt er eine Kunst-Aktion, um seine Millionen wieder los zu werden.

Die Geschichte von diesem seltsamen Kauz strotzt vor absurder Komik, die Schulze umfassend ausbreitet. Mal eine andere Art der Geschichtserzählung.

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