Was kann in Zeiten von Krieg und Corona Trost spenden? Zum Beispiel die Natur. Wunderschöne Landschaften gibt es am Seseke-Weg zu entdecken. © Rupert Oberhäuser
Musik, Streaming und zwei Wanderungen

Momente des Trostes: Tipps zur Ablenkung in düsteren Zeiten

Corona, Krieg und unendlich viel Leid. In diesen Zeiten brauchen wir Mutmacher, Dinge, die Trost spenden. Wir geben Tipps zur Ablenkung.

Mal etwas anderes sehen als die schrecklichen Bilder aus der Ukraine. Die Ausstellungen in der Region zeigen eine bunte, freundliche Seite der Welt. Musik kann ein Seelenwärmer sein. Oder ein Spaziergang. Und Ablenken kann auch ein Spieleabend im Kreis von Freunden oder der Familie.

Ausstellungen

  • Max Liebermann hat auch helle, freundliche Bilder gemalt. Im Kunstpalast Düsseldorf sind in der Ausstellung „Ich. Max Liebermann. Ein europäischer Künster“ bis zum 8. Mai auch die wunderbaren Standbilder aus dem niederländischen Noordwijk zu sehen (Di-So 11-18 Uhr, Do 11-21 Uhr). Einen Einblick in die Ausstellung bekommen Sie hier: www.kunstpalast.de/liebermann
  • Noch mehr Impressionisten bietet das Museum Folkwang in Essen bis 15. Mai mit den „Bildern einer fließenden Welt“ in der Ausstellung „Renoir, Monet, Gauguin“. Zu seinem 100-jährigen Bestehen zeigt das Folkwand seine herausragende, von Karl Ernst Osthaus begründete Sammlung spätimpressionistischer Kunst im Dialog mit der Sammlung Kojiro Matsukatas aus Japan (Di/Mi 10-18 Uhr, Do/Fr 10-20 Uhr, Sa/So 10-18 Uhr).

Klassische Musik

  • Bachs Musik war schon immer ein Trostspender – und die Motetten besonders. Raphael Pichon, Resiodenzkünstler der Philharmonie Essen, hat sie mit seinem Ensemble Pygmalion auf CD aufgenommen (Harmonia Mundi, 20 Euro).
  • Im Heinrich-Schütz-Jahr (zum 350. Todestag des Komponisten) bietet sich natürlich eine CD von Schütz an. Beim Label Carus ist eine Gesamtaufnahme aller Werke auf 28 CDs mit dem Dresdner Kammerchor erschienen (99 Euro).

Populäre Musik

  • „Stell dir vor es ist Frieden und jeder geht hin“, eine schöne Vorstellung. Die Zeile stammt aus dem Lied „Wir ziehen in den Frieden“ von Udo Lindenberg. Ein Mutmacher mit Gänsehautpotenzial, besonders in der Version mit den Kids on Stage.
  • Auch ein Klassiker der Toten Hosen bringt – besonders laut aufgedreht – neuen Schwung: Steh auf wenn du am Boden bist. Die Nachbarn wird es freuen.
  • Nachdenklich stimmt das Lied von Johannes Oerding „Weiße Tauben“. Ein Lied, so aktuell und so treffend – Gänsehaut vorprogrammiert.

Theater

  • Ablenkung bieten auch die Theater. Wer sich in die Revue „Berlin Skandalös“ setzt, begibt sich auf einen in wilden Tanz durch die 20er-Jahre – spritzig inszeniert von Gil Mehmert. Karten: Tel. (0231) 502 72 22.
  • Und warum nicht mal Olli Dittrich als Dittsche zuhören, wenn der am 30. März im Bademantel und Schumilette im Konzerthaus Dortmund wortreich und unbekümmert über das aktuelle Weltgeschehen und die Tücken des Alltags philosophiert. Karten: Tel. (0231) 22 69 62 00.

Bücher

  • Mit Büchern kann man sich in andere Welten träumen. „Der Markisenmann“ von Jan Weiler lenkt auf sehr amüsante Weise ab. Das Buch ist gerade neu erschienen (Heyne, 22 Euro) und eine zauberhafte Vater-Tochter-Geschichte.
  • Und auch „Das Mädchen mit dem Drachen“ von Laetitia Colombani berührt das Herz. – Ein sanfter, Roman über kluge, mutige und starke Frauen (Fischer, 22 Euro).

Filme

  • Ein tröstlicher Film für die ganze Familie ist sicher „Wall-E“, eine animierte Menschheits-Parabel aus dem Hause Pixar. Auf der vergifteten Erde der Zukunft hütet ein Müll-Roboter einen Schatz, den Keimling der letzten Pflanze. Mit seiner Liebe EVE, einer Robo-Dame, fliegt er ins All. Wo es ihm gelingt, den Menschen (die in ihrer Raumstation gemütlich verfetten) frischen Wind einzuhauchen und eine Rückkehr zur Erde anzubahnen. Tolle Charaktere, Emotionen, Witz, Zivilisationskritik und ein überwältigendes Finale – als Stream zu sehen bei Disney plus.
  • Der Wohlfühl-Film „Rettungshund Ruby“ für die ganze Familie, jetzt bei Netflix zu sehen, hat nicht dieselbe Klasse. Und er bewegt sich am Rande des Kitsches. Aber wie sich dieser unerzogene Vierbeiner aus dem Tierheim zum Helden mausert, ist lustig anzusehen. Das Ende des Films schließt auf verblüffende Weise einen Kreis.


Spiele

  • Ein netter Abend mit Freunden lenkt gut ab von dem Elend, für das der Krieg sorgt. Wie wär`s mit einem Memory-Spiel mit Kunst- oder Ruhrgebiets-Motiven? Wer kann sich van Gogh-Bilder oder Currywurst- und Zechen-Fotos am besten merken? Das macht auch Kindern Spaß, und die gewinnen dabei auch meist. Im Emons-Verlag sind diese Spiele erschienen (rund 17 Euro).
  • Und auch der Klassiker „Monopoly“ ist in einer Zechen-Edition erschienen. Mal was Neues für uns Ruhris – Ruhrschnellweg statt Schlossallee (rund 50 Euro).

Natur und Kunst

  • Eine idyllische Flusslandschaft kombiniert der Seseke-Radweg von Lünen bis Bönen mit Kunst. Ein besonderes Fotomotiv ist die „Pixelröhre“ des Künstlerduos Winter/Hörbelt.
  • Viel Ablenkung bietet ein Spaziergang auf dem Wald-Skulpturenweg bei Wittgenstein im Sauerland. An einer Wanderstrecke von 23 Kilometern von Bad Berleburg nach Schmallenberg stehen elf Skulpturen renommierter Künstler. Kurator des von 2000 bis 2010 gebauten Pfades ist Uwe Rüth, der ehemalige Direktor des Skulpturenmuseum Glaskasten Marl. Hier ein Einblick:
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Kultur ist eine Reise ins Abenteuer, und ich verstehe mich als Ihr Reiseführer. Welche Ausstellung in der Region ist super? Vor welchem Theaterstück muss ich warnen? Da nützt ein Magisterabschluss in Germanistik und Kunstgeschichte von der Ruhr-Uni Bochum nur bedingt. Mir hilft mehr, dass ich seit 1990 Journalistin und ein 1963 in Essen geborener Ruhrgebiets-Fan bin. Mein Ziel: Dass Sie mit unseren Tipps ihre Freizeit gut gestalten.
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Geboren und aufgewachsen an der Grenze zwischen Ruhrpott und Münsterland, hat Kommunikationswissenschaft studiert. Interessiert sich für Tiere, Kultur und vor allem für das, was die Menschen vor Ort bewegt.
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