Koreaner im Orbit: Ein Heldentrio von Schrottsammlern gibt vollen Schub, um die Konkurrenz abzuhängen. © Netflix
Streaming

Neu bei Netflix: „Space Sweepers“ – Schrott-Sammler des Weltalls vereinigt euch!

„Space Sweepers“ – ein ansehnlicher SciFi-Blockbuster aus Korea läuft nun bei Netflix. Und das in einem Jahr, in dem die Wälder tot sind und die Atmosphäre verpestet ist.

Korea ist eine Hightech-Nation und ein Kinoland großer Autorenfilmer. Der Oscar-Regen für Bong Joon-hos „Parasite“ war auch eine Verneigung vor der Filmkultur des Landes. Eines aber gab es bisher nicht aus Korea: Blockbuster im SciFi-Genre, wobei wir Joon-hos „Snowpiercer“ als Kammerspiel mal außen vor lassen.

Nun ist sie da, die koreanische Weltall-Operette, die den Amerikanern Paroli bieten will. Sie heißt „Space Sweepers“, hätte die Leinwand verdient, läuft aber bei Netflix. Schon die Eröffnung (und das Finale) haben etwas von einer Leistungsschau: Seht her, Effekte und Tricks können wir auch!

Die Erde ist verpestet

Im Jahr 2092 pfeift unser Planet aus dem letzten Loch. Die Wälder sind tot, die Atmosphäre ist verpestet, in übervölkerten Mega-Citys (optisch nah an „Blade Runner“ und „Das fünfte Element“) ringt die Menschheit ums Überleben. Im Orbit kreisen Stationen, die paradiesische Habitate sind, aber nur für handverlesene „Bürger“ eines Großkonzerns, der über unendliche Ressourcen verfügt.

Die „Space Sweepers“ tummeln sich auch im All. Sie sind Menschen zweiter Klasse, die Weltraumschrott einfangen und zu Geld machen. Drei davon, dazu ein Android, sind die Helden des Films, die sich mit einem Husarenritt gegen die Konkurrenz vorstellen.

Gleiter angeln nach Metall

Gleiter jagen umher, Metalltrümmer werden geangelt. Das hat visuelle Rasanz und imposante technische Perfektion, auch das Produktionsdesign von Interieurs und Ausrüstung gefällt.

Was Drehbuch und Storytelling betrifft, schwingt „Space Sweepers“ (Regie: Jo Sung-hee) im Rhythmus früher „Star Wars“-Filme: Humoriges mit sprechendem Robot, Kabbelei im Team, Actionpassagen, Fluggefecht. Der Plot kreist um ein Wunderkind und das Komplott eines Industriemoguls. Erzählmodule, recht unterhaltsam verknüpft, aber nicht so prickelnd wie die Parade-Effekte des Films.

Über den Autor
Kultur-Redaktion
Wie sagte "Mr. Chance": Ich gucke gern!
Zur Autorenseite
Avatar
Lesen Sie jetzt