In der Ehe von Adele Ferguson, gespielt von Eve Hewson und David Ferguson (Tom Bateman) gibt es so manches Geheimnis. © Netflix
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Neu bei Netflix: Verwirrspiel um das Geheimnis einer Ehe in „Sie weiß von dir“

Die Serie „Sie weiß von Dir“ läuft bei Netflix – ein Psychothriller mit Fantasy-Einschlag. Den Zuschauer erwartet so manch überraschende Wendung.

Erst sieht alles nach einem Thriller um Eifersucht, gepfefferte Erotik und einem Beziehungsdreieck aus. Louise bandelt in einer Bar mit David an. Nur ein Kuss, weiter nichts.

Sie fällt aus allen Wolken, als sie am nächsten Tag lernt, dass die Flirtbekanntschaft ihr neuer Chef ist, er der Psychiater, sie die Sekretärin. Und verheiratet ist David auch, nämlich mit Adele. Also – Finger weg.

Es kommt aber anders im aktuellen Netflix-Spitzenreiter „Sie weiß von Dir“. Louise (Simona Brown) und David (Tom Bateman) beginnen eine verhängnisvolle Affäre. Die sechsteilige britische Miniserie (nach Roman von Sarah Pinborough) lässt sich wie ein konventionelles Seitensprungs-Drama an, um dann in Richtung Fantasy und Mystery abzubiegen.

Verblüffende Purzelbäume

Auf der Zielgeraden wartet die Geschichte mit faustdicken Überraschungen auf, da schlägt sie wilde Purzelbäume. Nur so viel: Der Schein trügt, nicht jeder ist, wonach es aussieht. Außerkörperliche Exkursionen spielen auch eine Rolle. Ins Zentrum des Verwirrspiels rückt die betrogene Adele (Eve Hewson), deren psychiatrische Vorgeschichte aufgeblättert wird.

Wieso nur klingt „Ich liebe Dich“ aus Adeles Mund so bedrohlich? Hinter ihrem devoten, fast schläfrigen Naturell lauert etwas, das schwer zu fassen ist. Arme kranke Adele? Louise fühlt Mitleid und lässt sich auf eine Freundschaft ein.

Grusel-Injektionen und Traumfantasien

Die Serie (konzipiert von Steve Lightfoot) setzt auf schleichend akkumulierte Spannung, büßt aber in langatmigen Rückblenden viel erzählerischen Drive ein. Geheimniskrämerei trifft milde Grusel-Injektionen, Traumfantasien und blaue Schleier, die für eine fremde Präsenz stehen.

Als Louise detektivisch tätig wird, zappelt sie schon in einem Spinnennetz. Ein Psycho-Duell mit „Twist“, originell, aber auch sehr von sich selbst ergriffen.

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Kultur-Redaktion
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