Zum bundesweiten Theaterprojekt „Kein Schlussstrich!“ wird es auch eine Ausstellung unter dem Titel „ Offener Prozess“ geben. Dieses Foto einer Trauerdemonstration 2006 in Kassel gehört dazu. Wo die Schau zu sehen ist, ist noch unklar. © Ayse Gücel

Theaterprojekt in Dortmund erinnert an NSU-Opfer

Die NSU-Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt wurden 2011 tot aufgefunden. Zehn Jahre später fordert ein Theaterprojekt: „Kein Schlussstrich!“ Das Dortmunder Keuning-Haus ist dabei.

Das bundesweite Projekt „Kein Schlussstrich!“ will mit Kulturveranstaltungen und Diskussionen an die Opfer des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) erinnern. 13 Städte nehmen an dem Projekt vom 21. Oktober bis 7. November teil – vor allem Stadttheater.

In Dortmund ist alles anders. Das Dietrich-Keuning-Haus, das durch die Vermittlung des Dortmunder Schauspiels mitmacht, will als soziokulturelles Zentrum keineswegs eine einzige große Theaterproduktion präsentieren.

Das Dortmunder Konzept setzt nicht auf Hochkultur, sondern auf die Menschen, darunter zahlreiche Kinder und Jugendliche, die das Haus besuchen. Die vielen auch interkulturellen Gruppen werden Veranstaltungen zum Thema erarbeiten.

Im Mittelpunkt des Projektes stehen die Opfer

Dabei stehen die Opfer des NSU im Mittelpunkt des Projektes – wie der 2006 in Dortmund ermordete Mehmet Kubasik. Seine Witwe und die Tochter sind dem Dietrich-Keuning-Haus schon seit langem verbunden.

„Wir planen eine Parade der Vielfalt“, sagt Sprecherin Aida Demirovic-Krebs. In einer Lesung, die gemeinsam mit dem Schauspiel Dortmund geplant ist, geht es um die Liebesgeschichte von Mehmet und Elif Kubasik. Es wird auch einen „Talk im DKH“ zum Projekt geben.

„Wir wollen Menschen berühren“, betont Demirovic-Krebs. Es handele sich bei den Ermordeten nicht nur um Opfer. „Sie waren Menschen, die geträumt und geliebt haben.“

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