Wer darf nach einer Trennung in der Wohnung bleiben?

In Wohnung bleiben nach Trennung
Weigern sich beide Parteien, aus der gemeinsamen Wohnung auszuziehen, kann es notwendig sein, dass der Vermieter eine Entscheidung trifft. Auch eine gerichtliche Einigung ist möglich. © Adobe Stock
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Am Anfang war da das Kribbeln im Bauch und die großen Gefühle, am Ende Enttäuschung und Schmerz. Wenn eine Beziehung zerbricht, hat das neben emotionalen aber häufig auch organisatorische Folgen. Lebten Paare bislang zusammen, muss sich einer nun eine neue Wohnung suchen. Doch wer darf bleiben?

Was gilt bei unverheirateten Paaren?

Wer ohne Trauschein in Miete zusammengelebt hat, müsse auch nach der Trennung noch mal an einem Strang ziehen, sagt Stefan Bentrop vom Deutschen Mieterbund. „Wenn beide Mieter sind, hat keiner von beiden einen Anspruch darauf, dass er oder sie allein in der Wohnung bleiben darf.“

Nur wenn zum Beispiel Gewalt im Spiel ist, lässt sich der Ex-Partner mit einer Gewaltschutzverfügung rauswerfen.

Das bedeutet also im Normalfall: Ist keiner zum Auszug bereit, dann bewegt sich nichts. Die Ex-Partner müssen sich einigen. Und dann müssen sie auch noch hoffen, dass der Vermieter der Entscheidung zustimmt.

Teilkündigungsoption nur in ganz wenigen Verträgen

„Der Vermieter kann nämlich auf seine zwei Mieter bestehen“, sagt Bentrop. „Denn er hat dadurch mehr Sicherheit, dass die Miete bezahlt wird. Einer allein kann das Mietverhältnis daher nicht kündigen.“ Lediglich bei ganz wenigen Verträgen ist eine solche Teilkündigung erlaubt.

Auch der bleibende Mieter muss damit einverstanden sein. Verweigert der Wohnungsbesitzer sein Ok, bleibt nur die gemeinsame Kündigung. Manche Vermieter bieten einem der Ex-Partner dann einen neuen Vertrag an – oft verbunden mit einer Mieterhöhung.

Bei Verheirateten entscheidet auch das Gericht

Bei Ehepartnern dagegen hilft das Gesetz, wenn sie keine gemeinsame Entscheidung über die Mietwohnung treffen können. Spätestens bei der Scheidung wird vom Familiengericht endgültig entschieden, wer in der Wohnung bleiben darf. In dieser Konstellation muss der Vermieter den Auszug von einem seiner Mieter auch akzeptieren.

Darf man den Partner einfach aus Wohnung oder Haus werfen?

Bei Eigentümern gestaltet sich die Entscheidung wieder etwas anders. Den meisten Paaren mit einem gemeinsamen Haus oder einer gemeinsamen Wohnung gehört die Immobilie jeweils zur Hälfte.

Doch auch wenn andere Anteile im Grundbuch stehen: Ansprüche ergeben sich dadurch nicht, sagt Julia Wagner vom Eigentümerverband Haus & Grund. „Niemand darf den anderen rauswerfen, beide Eigentümer haben dasselbe Wohnrecht.“

Gibt es keine Einigung, ist auch das ein Fall für die Richter. „Dann kann es sogar passieren, dass die Besitzer die Immobilie verkaufen oder versteigern müssen“, so Wagner.

Das Gericht vermeidet unbillige Härten

In allen Fällen folgen Richter dem Grundsatz, sogenannte unbillige Härten zu vermeiden, sagt Eva Becker vom Deutschen Anwaltverein. „Bei Paaren mit Kindern darf normalerweise der Partner dort wohnen bleiben, der sich um den Nachwuchs kümmert. Ist nur einer Eigentümer der Immobilie, kann auch das eine Rolle spielen.“

Gibt es große Vermögensunterschiede, kann dem ärmeren Ex-Partner weniger zugemutet werden, sich eine neue Bleibe zu suchen. Genauso erhalten Menschen mit einer Erkrankung eher das Wohnrecht, falls die Wohnung darauf zugeschnitten ist.

Unromantisch, aber sinnvoll: früh regeln

Wer Gerangel um die Wohnung vermeiden möchte, kann schon beim Einzug mit dem Partner eine Regelung festlegen, wer im Falle einer Trennung dort bleiben darf. Für verheiratete Ehepaare bietet sich dazu ein Ehevertrag an, für unverheiratete Paare beim Kauf einer Immobilie ein Partnerschaftsvertrag.

Mieter ohne Trauschein können ein Schreiben aufsetzen, das beide unterzeichnen.

Mit solchen Verträgen und Vereinbarungen ist man im Falle einer Trennung nicht gegen alles gefeit. Aber zumindest hat es schon einmal eine Einigung gegeben.

dpa

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