Nordic Walking: Bringt das was?

In der Leben-Kolumne schreibt Marc Bracht über Gesundheit und Wellness. Diesmal geht‘s um Nordic Walking. Und die Frage, ob das Gehen mit zwei Stöcken wirklich so gesund ist.
Nordic Walking wird oft belächelt. Auch Leben-Redakteur Marc Bracht musste sich von dieser Sportart erst überzeugen lassen. © Montage: Adobe Stock/Kaminski

Ja, was denn nun? Willst du spazieren gehen oder Langlauf machen? Zugegeben, ich musste bis dato immer wieder schmunzeln, wenn ich Leute, meist Frauen mittleren Alters, sah, die mit zwei Stöcken durch die Gegend marschierten. Jetzt sehe ich Nordic Walking allerdings mit anderen Augen. Mama sei Dank.

Nordic Walking: Stöcke und Schritte

Wie so oft braucht es immer erst eine Mutter, die ihrem Kind mal gehörig den Kopf wäscht. So auch bei meinen Vorurteilen über Nordic Walking. Mama ist Trainerin dieser Sportart – mit Schein und allem -, weiß also wovon sie redet.

„Jetzt mal ehrlich, kann man nicht einfach wandern gehen?“, fragte ich sie, als beim gemeinsamen Spaziergang ein älteres Ehepaar mit Stöcken klackernd an uns vorbeistapfte. Ihr Blick verriet mir, ich hätte diese Frage nicht stellen sollen.

Was bringt Nordic Walking?

„Nordic Walking ist total effektiv und dabei schonend für den Körper“, kam es sofort wie aus der Pistole geschossen aus ihr heraus. „Was meinst du, wie sich Langläufer oder Biathleten im Sommer fit halten? Mit Nordic Walking!“

Auch für uns Normalsterbliche böte diese Outdoor-Sportart aus Skandinavien zahlreiche Vorteile. Das schwungvolle Gehen mit Stöcken beanspruche nämlich Herz und Kreislauf, rege den Stoffwechsel an, stärke Muskeln und Knochen und rücke überschüssigen Pfunden zu Leibe.

Beim Nordic Walking zählt die Technik

„Okay, dann erkläre mir bitte mal, was genau der Unterschied zum normalen Gehen ist“, sagte ich – ganz offensichtlich auf Krawall gebürstet. Die Antwort: „Es kommt beim Nordic Walking ganz klar auf die korrekte Technik an.“

Man strecke vorne, wenn man aufkommt, das Knie nicht durch und gehe auch nicht allzu fersenbetont. Wer zu lange Schritte macht, belaste Knie, Hüfte und Rücken, wer die Ferse zu steil aufsetzt und das Knie vorne extrem streckt, könne dem Gelenk mehr schaden als beim Joggen.

Wozu braucht man die Stöcke?

„Und wozu die Stöcke?“, hakte ich nach. Durch die Vorwärtsbewegung der Nordic Walking-Stöcke würden die Arm-, Schulter-, und Rückenmuskeln intensiver trainiert und die natürlichen Bewegungen der Arme gefördert sowie die Figur gestrafft.

Außerdem trügen die Stöcke zur Mobilisierung des Herz-Kreislaufsystems bei, so die Worte meiner Mutter, die sogar schon bei einem Nordic-Walking-Halbmarathon teilgenommen hat.

Ist Nordic Walking gesund?

Ich merkte schnell, dass ich nichts mehr sagen konnte, außer ein kleinlautes „Du hast gewonnen“. Nordic Walking ist gesund. Für den Körper, so viel steht fest. Und fürs Selbstbewusstsein auch. Ohne würde ich die Stöcke nämlich immer noch nicht in die Hand nehmen.

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