Gesundheitscheck

Zitternde Hände – was sind die häufigsten Auslöser?

Anspannung, Erkrankungen oder Kälte: Zitternde Hände sind häufig ein Symptom, aber eben nicht immer. Wir klären über die häufigsten Ursachen auf.
Wenn die Hände immer wieder oder über längere Zeit zittern, kann das verschiedenste Ursachen haben. Erfahren Sie mehr darüber. © Adobe Stock

Beim Zittern folgen Anspannung und Entspannung der Muskeln schnell aufeinander – es entzieht sich unserer Kontrolle.

Dass Nervosität uns zum Zittern bringt, ist normal – zum Beispiel, wenn wir eine Rede vor vielen Menschen halten müssen. Auch Kälte sorgt dafür, dass wir zittern.

Was, wenn die Hände plötzlich zittern, ohne erkennbaren Anlass? In so einer Situation sind viele Menschen erstmal besorgt. Vor allem, wenn dieses unwillkürliche Zittern immer wieder auftritt.

Betroffene fürchten dann, an Parkinson erkrankt zu sein. Das ist aber längst nicht immer der Fall. Ein Tremor – so heißt das Zittern in der Medizin – kann auch andere Ursachen haben.

Die Ursachen für zittrige Hände können vielfältig sein

„Oft geht Zittern mit einer Schilddrüsenüberfunktion einher“, sagt Prof. Andrés Ceballos-Baumann. Er ist Chefarzt der Parkinson Fachklinik der Schön Klinik München Schwabing.

Auch bestimmte Medikamente können einen Tremor nach sich ziehen. Beispiele dafür sind Psychopharmaka, aber auch Asthma- oder Epilepsie-Medikamente.

Weitere mögliche Ursachen für ein Zittern sind etwa eine Nervenstörung aufgrund von Diabetes Mellitus oder auch ein Nierenleiden.

Ist der Körper nicht ausreichend mit Vitamin B12 oder Kalzium versorgt, kann ebenfalls ein Tremor auftreten.

„Auch bei vielen Kleinhirnerkrankungen, etwa aufgrund von langjährigem Alkoholmissbrauch, ist Zittern oft ein Symptom“, sagt Prof. Lars Timmermann, Direktor der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Gießen und Marburg.

Unregelmäßiges Zittern auf einem Video festhalten

Übrigens: Der Tremor kann nicht nur Hände betreffen, sondern auch Beine oder Stimme. Oder den Kopf: „Es gibt einen sogenannten Ja-Tremor und einen Nein-Tremor“, sagt Lars Timmermann. Der erste erinnert an ein Nicken, der zweite an ein Kopfschütteln. Ein Kopf-Tremor tritt oft im Alter auf.

Was tun, wenn das Zittern zur Belastung wird und man bestimmte Situationen sogar meidet, weil dann ein Tremor auftreten könnte? Dann sollte man sich an die Hausärztin oder den Hausarzt wenden, um der Ursache auf den Grund zu gehen.

Ist die gefunden, ist ein wichtiger Schritt getan. „Oft verschwindet der Tremor mit einer Medikamentenumstellung oder mit der Therapie einer neu aufgetretenen Erkrankung, etwa der Schilddrüsenüberfunktion“, sagt Andrés Ceballos-Baumann.

Allerdings ist nicht immer direkt klar, was hinter dem Tremor steckt. Dann ist ein Blick auf die Details hilfreich.

„Ideal ist, wenn Patienten dann möglichst exakt beschreiben können, in welchen Situationen der Tremor auftritt und dies möglichst per Smartphone filmen oder filmen lassen“, sagt Lars Timmermann.

Zittern ist nicht gleich Zittern

Es gibt mehrere Tremorarten. Der essenzielle Tremor kommt am häufigsten vor. Durch Störungen im Nervensystem zittern zum Beispiel die Hände, während man schreibt oder eine Tasse hält. Bei Entspannung zittern sie aber nicht.

Anders ist das beim Ruhetremor: Er liegt vor, wenn das jeweilige Körperteil im entspannten Zustand zittert – zum Beispiel eine Hand, die auf dem Tisch abgelegt ist. Laut Andrés Ceballos-Baumann erhärtet sich der Verdacht auf Parkinson bei einem Ruhetremor.

Nicht immer steckt eine Krankheit hinter dem Zittern

Ob Parkinson oder nicht: Steht die Diagnose, sind Medikamente und Bewegung zentrale Bestandteile der Therapie.

Es kann aber auch sein, dass hinter dem Tremor keine Erkrankung steckt. Er ist dann etwa altersbedingt oder entwickelt sich bei Aufregung oder Stress. „In solchen Fällen können vor allem bei einem hohen Leidensdruck Entspannungstechniken zielführend sein“, rät Lars Timmermann.

Wer nur in bestimmten Situationen zittert, etwa eine Künstlerin vor ihren Auftritten, kann vorab Medikamente wie etwa Betablocker einnehmen. Das sollte man aber unbedingt mit dem Arzt oder der Ärztin besprechen.

Manche nehmen bei einem Zittern etwas Alkohol zu sich – mit dem Effekt, dass sich die Symptome kurzzeitig verbessern. Von Dauer ist die Wirkung aber nicht. Im Gegenteil, warnt Andrés Ceballos-Baumann: „Der Tremor verstärkt sich, sobald der Alkohol in der Leber abgebaut ist.“ Seine Empfehlung: Alkohol am besten meiden.

dpa

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