Kolumne

E-Bikes: Vom Segen zum Fluch

E-Bikes werden immer beliebter. Doch welche Tücken sich hinter dem Trendsport verstecken, weiß Natalie Mainka.
Manchmal muss man beim E-Bike-Fahren mehr Kraft aufwenden, als die meisten denken.

E-Bikes liegen gerade voll im Trend. Kein Wunder: Ohne viel Schwitzen eine große Reichweite zurückzulegen, ist nun auch für Nicht-Sportler möglich – und das ganz ohne Auto!

Meine Eltern haben sich vor Kurzem zwei nagelneue E-Bikes gekauft. „Damit wir mit unseren alten Knochen auch mal wieder aufs Rad kommen“, so die Begründung. Ich mit Anfang zwanzig wäre niemals auf die Idee gekommen, mir ein elektrisches Fahrrad zu kaufen, schließlich habe ich zwei gesunde Beine und eine noch relativ gute Ausdauer – dass ich nicht mal darüber nachgedacht hatte, mir ein gewöhnliches Fahrrad zu kaufen, lassen wir mal außen vor.

Trotzdem konnte ich es mir nicht nehmen lassen, eines der Fahrräder zu borgen und eine kleine Radtour zu machen.

Das Unerreichbare wird denkbar

Weite Strecken lassen sich mit einem E-Bike tatsächlich viel leichter zurücklegen. Was vorher nämlich nur eine kleine Runde durchs Dorf werden sollte, wurde zu einem mehrstündigen Ausflug zu einem kilometerweit entfernten See.

Hat man die richtige Einstellung im kleinem „Bord-Computer“ gewählt, stellen selbst steile Berge kein Problem mehr dar. Und dann macht das Radeln tatsächlich richtig Spaß! Strampeln muss man zwar trotzdem, denn ganz von selbst kann der Akku das Rad auch nicht vorantreiben, aber das anstrengende Treten fällt weg.

Dicker Motor

Macht man von einem E-Bike Gebrauch, muss man vorher allerdings unbedingt auf einen vollständig geladenen Akku achten. Denn wenn aus der Kurzstrecke ein spontaner kleiner Ausflug wird, kann es schnell passieren, dass man am Ende mit leerer Batterie dasteht – so wie es bei mir der Fall war.

Denn pünktlich, als ich mein Ziel erreichte, schaltete sich mein Akku aus und ich musste den Rückweg ohne den eingebauten Antrieb bewerkstelligen. Was im ersten Moment gar nicht so dramatisch klingt, wird für jeden fassbar, der schon mal ein ausgeschaltetes E-Bike gefahren ist.

Durch den eingebauten Motor wiegt das Fahrrad nämlich deutlich mehr als ein gewöhnliches Rad, was das Strampeln in etwa so schwer macht, als würde man durchgehend eine leichte Anhöhe hochradeln – auch auf gerader Strecke. Auch das Schieben wird durch das massive Gewicht deutlich erschwert.

Vorbereitung ist alles

Wie man sich vorstellen kann, kam ich letztendlich doch ziemlich verschwitzt und vollkommen platt wieder zu Hause an. Der Rückweg hat außerdem deutlich länger gedauert als der entspannte Hinweg.

Alles im allem sind E-Bikes eine tolle Erfindung, die es gerade älteren oder vorbelasteten Menschen erleichtert, wieder aufs Rad zu steigen – wenn man denn auf die richtige Vorbereitung achtet.

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